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Bringen den Tourismus in Schongau voran (v.l.): Geschäftsführerin Ursula Diesch, Eva Maurer, Anne Z engerle (zweite Vorsitzende), Evi Kramarz, Kornelia Funke und Hans Hartung (Vorsitzender) mit Bürgermeister Falk Sluyterman. 

Viele Attraktionen in der Stadt

Tourismus in Schongau wächst und gedeiht

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Das zarte Pflänzchen Tourismus wächst und gedeiht in Schongau. Vor allem die Fahrten mit dem Lechfloß und die historischen Stadtführungen locken immer mehr Besucher an. Eine große Lücke klafft allerdings in der Gastronomie. Das wurde jetzt bei der Hauptversammlung des Tourismusvereins deutlich.

Schongau – Eva Maurer redete am vergangenen Montag bei dem Treffen in der „Blauen Traube“ nicht lange um den heißen Brei: Wenn sie von Touristen gefragt werde, wo man in Schongau gut bürgerlich essen könne, „dann schicke ich sie nach Peiting“, erklärte die Einzelhändlerin. Am Tisch herrschte kurz betretenes Schweigen. Dann fielen den Anwesenden aber doch ein paar passende Lokale auch in Schongau ein. „Doch die Blaue Traube fehlt schon“, war sich die Runde einig. Wirt Max Diegruber hatte sich bekanntlich im vergangenen Jahr aus wirtschaftlichen Gründen dazu entschieden, nur das Hotel weiterzubetreiben. Am Stammtisch gibt es nur noch Getränke und eine Brotzeit. Schongau hatte so ein beliebtes Abendlokal verloren.

Abgesehen von der Lücke im Gastronomie-Angebot hatte der Verein nur Gutes zu berichten. Geschäftsführerin Ursula Diesch verwies auf das satte Plus von 9,4 Prozent bei den Übernachtungen (insgesamt 26 671). Den Zuwachs haben ausschließlich die gewerblichen Vermieter erwirtschaftet, das private Angebot ging drastisch zurück. „Viele haben aus Altersgründen aufgehört oder Eigenbedarf für ihre Kinder und Enkel angemeldet“, erläuterte Diesch, die aber auf immerhin 6000 Übernachtungen auf dem Schongauer Wohnmobil-Stellplatz hinwies.

Stadt- und Erlebnisführungen wichtige Standbeine

Wichtige Standbeine für den Tourismus waren der Geschäftsführerin zufolge wieder die beliebten Stadt- und Erlebnisführungen in Schongau und Umgebung. 2018 wurden 3388 Gäste bei 189 Führungen gezählt, und das Angebot wurde immer vielfältiger. Die zehn Stadtführer bilden sich regelmäßig weiter, es gibt Angebote in englischer, französischer und italienischer Sprache. Die Ausflüge führen auch zur Wieskirche und nach Rottenbuch, zudem gibt es Tagestouren zu den Königsschlössern. Obendrein werden den Gästen Wanderungen und Radtouren auf verschiedenen Routen angeboten.

Lechfloß ein Pfund zum Wuchern

Als Renner erwies sich im vergangenen Jahr das Lechfloß, das im zweiten Jahr seines Bestehens erstmals in drei Monaten ablegen durfte. Das wirkte sich natürlich auf die Buchungen aus: 2609 Gäste durften 75 Fahrten auf dem Lech genießen, bei denen ihnen die kundigen Stadt- und Floßbegleiter die Geschichte der Lechflößer näher brachten. Zum Vergleich: 2017 waren es in zwei Monaten bei 35 Fahrten noch insgesamt 1011 Gäste.

Auch für dieses Jahr hat der Schongauer Tourismusverein wieder die Genehmigung für drei Monate Floßfahrten erhalten, nächste Woche geht es wieder los. „Ich denke, das ist ein Pfund, mit dem wir wuchern dürfen“, sagte Andreas Schmid, Vize-Geschäftsführer des Tourismusverbands Pfaffenwinkel, bei der Versammlung. Schließlich seien es „keine Sauffahrten, wie wo anders“, sondern „hoch interessante“, betonte der Peitinger. Schmid träumte gar laut davon, dass das Floß in Zukunft in Peiting anlegen könne, damit die Passagiere bei einem Zwischenstopp die Villa Rustica besuchen. „Wenn es der Uhu zulässt“, so der Verbands-Vize mit Blick auf die Auflagen der Naturschutzbehörden.

In Schongau bereitet man sich indes auf die anstehenden Aufgaben vor. So wurde zum Beispiel eine spezielle Führung zum diesjährigen Schauspiel „Die Henkerstochter und das Spiel des Todes“ konzipiert. Sie bringt die Teilnehmer zu Originalschauplätzen wie den alten Friedhof, die Fronfeste, den Katzenweiher, auf den Wehrgang und in die Ratsstube. Erster Termin ist Freitag, 19. Juli.

Infos:

zu allen Angeboten gibt es bei der Tourist-Information Schongau (Münzstraße 1-3), Telefon 08861/214181. Geöffnet ist sie von Juli bis September montags bis freitags von 8.30 bis 18 Uhr sowie samstags von 10 bis 12.30 Uhr.Infos im Internet.

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Etwas weniger Aussteller als erwartet haben sich für die Gewerbeschau angemeldet, die im Schongauer Eisstadion abgehalten wird. Die Halle wird dennoch gut gefüllt sein.

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