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Stehende Ovationen für Paul Huber

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Von: Boris Forstner

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Den Goldenen Ehrenring der Stadt bekam Paul Huber (l.) von Bürgermeister Falk Sluyterman überreicht.
Den Goldenen Ehrenring der Stadt bekam Paul Huber (l.) von Bürgermeister Falk Sluyterman überreicht. © Herold

Schongau hat einen neuen Ehrenring-Träger: Der langjährige CSU-Vizebürgermeister Paul Huber erhielt diese hohe Auszeichnung der Stadt in der Weihnachtssitzung am Dienstagabend. Die Stadträte feierten Huber mit stehenden Ovationen, seine Bilanz der 40 Jahre im Stadtrat fiel aber äußerst kurz aus.

Schongau – Überraschend hatte Paul Huber im April angekündigt, im Stadtrat aufzuhören, weil ihm die Teilnahme immer schwerer falle – er hatte sich einfach nicht mehr wohlgefühlt und deshalb konsequent den

Schlussstrich gezogen. „Ich freue mich, dass Sie meiner Einladung gefolgt sind“, sagte Bürgermeister Falk Sluyterman – bei Huber, der nicht gerne im Mittelpunkt steht, war er sich offenbar nicht sicher, ob er wirklich kommt.

Beeindruckende Laufbahn

Doch so hörten die vielen Besucher im vollbesetzten Rathaussaal die eindrucksvollen Daten von Hubers kommunalpolitischer Laufbahn: Als er im Mai 1978 erstmals in den Stadtrat gewählt wurde, war mancher Stadtrat noch gar nicht geboren. Mit 18 Jahren als Vizebürgermeister von 1996 bis 2014 stellte Huber einen einsamen Rekord auf. „Sie haben sich einen Namen als unabhängiger und kenntnisreicher Finanzexperte geschaffen. Als Diplom-Mathematiker haben Sie stets ein aufmerksames Auge auf die Ausgabenpolitik der Stadt geworfen“, sagte Sluyterman in der Laudatio. Wenn Huber Zweifel am Sinn eines Projekts hatte – und das passierte oft –, riet er stets zum Überdenken. Das Bewahren der mittelalterlichen Altstadt, vorausschauende Baulandbeschaffung und -erschließung sowie Ausbau und geordnete Weiterentwicklung der Stadt als regionales Industriezentrum skizzierte Sluyterman als Punkte, die Huber in seiner Arbeit im Stadtrat am Wichtigsten waren, ebenso wie der Kontakt zu den Partnerstädten.

Huber erhielt bereits mehrere Auszeichnungen

Auszeichnungen hat Huber schon einige erhalten: 1996 die Dankurkunde für kommunale Verdienste, 2007 die Kommunale Verdienstmedaille in Bronze und schließlich 2014 in Silber. „Da durfte ich Sie nach München begleiten und erinnere mich noch gut an die vielen Anekdoten aus dem Stadtrat, die sie mir bei der Zugfahrt erzählt haben“, sagte Sluyterman.

Und jetzt der Goldene Ehrenring der Stadt. „Sie dürfen Ihren kommunalpolitischen Ruhestand in dem Bewusstsein antreten, an wichtigen Weichenstellungen für die Bürger unserer Stadt prägend mitgewirkt zu haben. Sie haben das Vertrauen der Bürger nie enttäuscht, deshalb bin ich mir sicher, dass die heutige Ehrung Ihrer langjährigen ehrenamtlichen Arbeit ganz im Sinne der Menschen in unserer Stadt ist“, lobte Sluyterman. Nicht zuletzt wegen Hubers trockenen Humor habe die Zusammenarbeit stets Freude gemacht. „Ich erinnere nur. an die „Paul-Huber-Gedächtnis-Laterne“ in der Kirchenstraße – dass eine Straßenlaterne nach einem Stadtrat benannt ist, dürfte es vermutlich in ganz Deutschland nicht noch einmal geben“, mutmaßte Sluyterman.

Abschlussrede mit einem Satz

Dass bei der Überreichung von Ehrenring und Urkunde alle Stadträte aufstanden und frenetisch Beifall klatschten, hatte es in dem Ausmaß auch selten gegeben. Huber war sichtlich erfreut, doch wer dachte, dass er wie die Parteikollegen Helmut Schmidbauer oder Peter Blüml bei ihrer Ehrenring-Auszeichnung eine Rede halten würde, sah sich getäuscht: „Ich möchte mich bedanken und zitiere Oscar Wilde, der gesagt hat: ,Ich halte es mit jenen, die nichts zu sagen haben und trotzdem den Mund halten‘.“ Ein echter Huber Paul zum Abschluss.

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