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Steter Widerstand gegen die Strabs: Irmgard Schreiber-Buhl (l.) und Renate Müller (r.) mit dem Landtagsabgeordneten Bernhard Pohl (Freie Wähler) bei einer der insgesamt 30 Montagsdemos in Schongau. Jetzt haben sich die beiden die Reaktivierung der Fuchstalbahn für den SPNV vorgenommen.

Arbeitskreis feiert ersten Erfolg

Erst die Strabs, jetzt die Fuchstalbahn

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Der neu gegründete Arbeitskreis zur Reaktivierung des Schienenpersonennahverkehrs (SPNV) auf der Fuchstalbahn feiert einen ersten Erfolg. Nach einer Petition im Bayerischen Landtag muss sich das Verkehrsministerium wieder näher mit dem Thema beschäftigten. Und die Landespolitik hat dabei ein Schongauer Duo im Nacken, das für seine Hartnäckigkeit bekannt ist.

Schongau – Irmgard Schreiber-Buhl und Renate Müller hatten mit ihren Montagsdemos einen großen Anteil, dass in Bayern die ungeliebte Straßenausbaubeitragssatzung (Strabs) zu Fall gebracht wurde. Jetzt sind die beiden fest entschlossen, die Fuchstalbahn aus ihrem Dornröschenschlaf zu holen. Erst im Februar hatte sich der Arbeitskreis Fuchstalbahn unter dem Dach der Umweltinitiative Pfaffenwinkel (UIP) gegründet. Und schon zwei Monate später verbuchen Sprecher Harald Baumann sowie die Mitglieder Müller und Schreiber-Buhl einen ersten Erfolg. Der Verkehrsausschuss im Maximilianeum behandelte am Dienstag neben zwei ähnlichen Anträgen von SPD und FDP auch die Petition des Arbeitskreises, der unter anderem die Überprüfung des für Streckenaktivierungen vorausgesetzten Kriteriums „Mindestzahl von Fahrgästen“ fordert. Bekanntlich müssten nach den geltenden Regeln pro Werktag mindestens 1000 Reisende auf einer Bahnstrecke unterwegs sein, damit sie ein Reaktivierungskandidat wird. Die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) sieht das auf der Strecke der Fuchstalbahn als nicht gegeben.

Reaktivierungskriterien sollen auf den Prüfstand

Das in Stein gemeißelte Kriterium beginnt jetzt zu bröckeln: Das Verkehrsministerium wurde nach der Sitzung im Landtag dazu verpflichtet, „die zurzeit gültigen Kriterien zur Wiederbelebung von Bahnlinien auf ihre Sinnhaftigkeit zu untersuchen und auch über den Tellerrand vergleichend in andere Bundesländer zu blicken“, berichten die Freien Wähler. Die Regierungspartei sieht damit auch wieder die Tür „für eine potentielle Reaktivierung der Fuchstalbahn“ geöffnet. „Im SPNV muss von einer Nachfrage auf eine Angebotsstrategie umgeschwenkt werden, denn ein vollbesetzter, fahrender Zug ist immer besser in der Ökobilanz als die entsprechende Anzahl von Autos, die im Stau auf der Straße stehen“, erklärt Hans Friedl aus der Landtagsfraktion der Freien Wähler.

Zunächst gilt es, den Status quo aufrecht zu erhalten

„Der erste Schritt ist gemacht“, freut sich Irmgard Schreiber-Buhl, die die Sitzung in München aufmerksam verfolgte. Bevor der Arbeitskreis jetzt seine volle Energie in die Reaktivierung des Personennahverkehrs auf der Strecke der Fuchstalbahn steckt, gilt es ihr zu Folge aber, „den Status quo aufrecht zu erhalten“. Bekanntlich geht in Schongau und Umgebung die Angst um, dass zwischen Landsberg und Schongau auch der Güterverkehr eingestellt und die Strecke komplett zurückgebaut werden könnte. Die Bahn wies das Anstreben eines sogenannten Stilllegungsverfahrens als „Gerücht“ zurück (wir berichteten).

Passagiere sind auf der Strecke der Fuchstalbahn zwischen Landsberg und Schongau nur noch bei den Sonderfahrten der historischen Schienenbusse unterwegs.

Irmgard Schreiber-Buhl und Renate Müller trauen dem Braten nicht. Bereits in den kommenden Wochen will sich der Arbeitskreis mit den Firmenchefs treffen, die die Fuchstalbahn für ihren Gütertransport in Anspruch nehmen. Hauptkunde ist bekanntlich die Papierfabrik UPM in Schongau. Genutzt wird der Transport auf der Schiene aber auch von Hirschvogel (Denklingen), der Altpapiersortierung ASK (Kinsau) und den Holzwerken Pröbstl in Asch. Obendrein will der Arbeitskreis „in den politischen Dialog“ mit den Anlieger-Gemeinden, den Landkreisen sowie Bundes- und Landespolitikern treten. Mit dem Ziel, „die regionale Schieneninfrastruktur langfristig zu erhalten“, heißt es.

Land und Bund sollen für Reaktivierung Geld bereitstellen 

Bei der Finanzierung des Vorhabens sieht Irmgard Schreiber-Buhl Bayern und den Bund gefordert. „Für die Straßen findet sich schließlich auch immer ein Geldtopf.“ Und sie macht klar, dass der Arbeitskreis nicht locker lassen wird: „Wir sind fest entschlossen, die Fuchstalbahn zu retten.“

Lesen Sie auch: Große Sorgen um die Fuchstalbahn - in Schongau wächst die Angst vor dem Aus der Strecke und mehr Schwerlastverkehr.

Auch interessant: Im Frühjahr 2020 starten die Arbeiten am Schongauer Bahnhof.

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