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Neue Ortssprecherin in Schongau gewählt

Trennung von den Grünen: So macht die ALS weiter

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Dass man zukünftig ohne Grüne weitermachen will, hat die ALS bereits im Januar entschieden. Vor rund einer Woche wurde ein neuer Vorstand gewählt.

Schongau Umbruch bei der Alternativen Liste Schongau (ALS): Bereits im Januar wurde hinter verschlossenen Türen entschieden, dass man künftig ohne Grüne weitermachen will. Jetzt wurde in einer reinen Mitgliederversammlung – ohne Öffentlichkeit – vergangene Woche auch eine neue Vorsitzende gewählt: Nina Konstantin, die auch Fraktionschefin im Stadtrat ist. Kassier Andi Ohr und die beiden Kassenprüfer Irmgard und Ernst Schreiber-Buhl stehen ihr zur Seite.

„Bei der ALS weht ein frischer Wind“, hieß es vor ziemlich genau einem Jahr nach der Neuwahl des Vorsitzenden. Andreas Hornsteiner hatte sich zur Verfügung gestellt, einstimmig hatten ihm die Mitglieder der Schongauer Gruppierung als Nachfolger von Gregor Schuppe das Vertrauen ausgesprochen. Das ganz offensichtlich nicht lange gehalten hat, denn die Wachablösung ist bereits da: In einer nicht öffentlich angekündigten Mitgliederversammlung wurde vor knapp einer Woche Nina Konstantin zur Vorsitzenden gewählt. Über die Gründe wolle man in Kürze eine Pressemitteilung veröffentlichen, hieß es. Auch über die Gründung des Grünen-Ortsverbandes wolle man sich dann äußern.

Dass man getrennte Wege gehen werde, war für die Mitglieder der ALS aber bereits seit längerem klar. Noch-ALS-Stadträtin Bettina Buresch, die wie Hornsteiner zu den Grünen-Gründungsmitgliedern im Ortsverband gehört, sagte auf Anfrage der Schongauer Nachrichten, bei der Sitzung im Januar habe man mit knapper Mehrheit beschlossen, sich gegen das „Grün“ im Namen zu wenden, sich damit von den Grünen abzuwenden.

Und hier lesen Sie alles zur Gründung des Grünen-Ortsverbandes in Schongau

Das Bestreben eines Mitgliederblocks, sich inhaltlich von den Grünen loszusagen, habe es ALS-intern laut Buresch schon länger gegeben. „Für mich persönlich ist die Gründung eines Grünen-Ortsverband die logische Konsequenz der Entscheidung vom Januar“, so Buresch. „Ich selbst mache seit Jahren grüne Politik, sitze auch im Kreistag für die Grünen. Und wie sieht das nun aus, wenn ich in Schongau in einer Gruppierung sitze, die sich gegen die Grünen wendet.“

Buresch musste sich also persönlich entscheiden, ob sie bei der ALS bleibt oder zu den Grünen geht. „Das habe ich als enttäuschend empfunden, aber auch als Chance, das nun zu klären.“ Zu dem Zeitpunkt sei aber von einer Gründung des Grünen-Ortsverbandes noch gar nicht die Rede gewesen. „Ich habe erst einmal meine Arbeit weitergemacht bei der ALS und das als demokratisch beschlossen angesehen.“

Neben Nina Konstantin und Bettina Buresch sitzen Gregor Schuppe und Konstantins Vater Siegfried Müller für die ALS im Stadtrat. Und Vize-Bürgermeister Tobias Kalbitzer, den man vor den vergangenen Kommunalwahlen unter die Fittiche genommen hatte und viele Stimmen verdankt. Denn angefangen hatte Stadtrat Müller als einsamer Streiter, dann mit Unterstützung seiner Tochter. Als Müller erkrankte, rückte Buresch nach. Die beiden ALS-Stadträtinnen arbeiteten lange Zeit offensichtlich auch recht harmonisch Seite an Seite.

Ein Blick in die Historie der ALS zeigt jedoch, dass man ohne die Grünen womöglich gar nicht so weit gekommen wäre, gaben sie doch 1990 den Anstoß zu einer Kandidatur. Auch auf der Kreistagsliste der Grünen sind regelmäßig Mitglieder der ALS vertreten – nach wie vor ohne grünes Parteibuch.

Und offensichtlich wird die Schongauer Gruppierung auch finanziell von den Grünen unterstützt, oder wurde es bisher: Zwar finanziere sich die ALS rein aus Spenden, aber „für die Kommunalwahl erhalten wir einen Wahlkampfkostenzuschuss der Grünen“, ist online nachzulesen.

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