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Die Arbeiten an der Lechbrücke schreiten planmäßig voran – das dauert aber seine Zeit.

Schongau kommt nicht zur Ruhe 

Überblick über neues Baustellen-Chaos in der Region: Es wird noch schlimmer

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Die alten bleiben und es kommen viele neue Straßenbaustellen im Schongauer Land dazu. An manchen Tagen werden die Verkehrsteilnehmer Nerven wie Drahtseile brauchen. Ein Überblick.

Schongau – Die Pendler im Schongauer Land haben in diesen Tagen ihre liebe Mühe, im Baustellenwald den Überblick zu behalten. Hoffnung besteht für sie zumindest auf dem Weg von Schongau nach Peiting: Wenn auf der Baustelle über dem Lechkanal alles gut geht, sind ab dem 25. Juni alle wieder in zwei Fahrtrichtungen unterwegs.

Gestern war schon mal das Dach des noch abzureißenden Elektrohäuschens verschwunden. Das Haus muss bekanntlich weg, damit auch die langen Busse um die Kurve kommen und nicht an der Behelfsbrücke stecken bleiben. Auf der Baustelle selbst werden unter anderem noch große Brückenteile zersägt und von einem Kran geborgen. Bis zum Ende dieser Arbeiten heißt es Daumendrücken, dass es auf der Umleitungsstrecke nicht wieder kracht und Schongau erneut im Verkehrschaos versinkt.

Erschwerend kommt seit dieser Woche hinzu, dass die Ausweichroute über den Osten jetzt auch zu ist: Die Lechbrücke zwischen Kinsau und Apfeldorf wird ebenfalls saniert. Die Vollsperrung dauert nach Angaben des Staatlichen Bauamts voraussichtlich bis Oktober, die Umleitung führt über Vilgertshofen und die B17. Ursprünglich wollte das Staatliche Bauamt mit diesen Arbeiten warten, bis das Nadelöhr in Schongau aufgelöst ist.

Dass es nun doch zu einer rund dreiwöchigen Überschneidung der Baustellen kommt, bedauert Christoph Prause vom Staatlichen Bauamt in Weilheim. Man habe aber nicht länger warten können, da bei Apfeldorf auch Brückenabdichtungsarbeiten anstehen, mit denen man nicht in die kalte Jahreszeit kommen dürfe. Auch Prause hofft deshalb, dass in den drei Wochen auf der Umgehung nichts passiert.

Nun kommen auch noch die Bahnübergänge hinzu

Uneingeschränkt genießen können die Autofahrer die freie Fahrt zwischen Schongau und Peiting aber auch nach dem 25. Juni nicht sehr lange. Vom 11. August bis 10. September erneuert die Bahn die Gleise zwischen Peiting und Schongau. In Schongau sind dann nacheinander an drei verlängerten Wochenenden jeweils von Donnerstagabend bis Montagfrüh die Bahnübergänge Peitinger Straße, Bahnhofstraße und Friedrich-Haindl-Straße gesperrt. Der Zugverkehr aus und in Richtung Weilheim beginnt und endet in Peißenberg, nach Schongau fahren Busse.

Auch im Zentrum der Lechstadt werden ab der kommenden Woche noch mehr Straßen aufgerissen und gesperrt. Neben den Arbeiten am Lechberg, der saniert werden muss und zehn Wochen für den Verkehr tabu ist, sind auch die Sonnenstraße und die Augsburger Straße betroffen. Der Grund: Die Stadt lässt Fernwärme- und Wasserleitungen verlegen. Die Arbeiten auf der Sonnenstraße beginnen laut Stadt am 11. Juni und dauern bis zum 10. August an. In der Augsburger Straße wird in der Zeit vom 4. Juli bis zum 4. September gebuddelt. Beide Straßen, die im Norden der Stadt auf den Europaplatz führen, von dem es weiter zum Krankenhaus und zur B17 geht, sind dann nur noch halbseitig geöffnet. Sie werden zu Einbahnstraßen. Der Lkw-Verkehr in Richtung Augsburg wird über die Altenstadter Straße zur B17 geleitet.

„Lieber ein Schrecken mit Ende als einer ohne Ende“

Da wundert es nicht, dass die Baustellen und der Verkehr in der Lechstadt derzeit heiß diskutiert und die Häufungen bemängelt werden. Stadtsprecherin Meike Petro sieht es pragmatisch: „Lieber ein Schrecken mit Ende als einer ohne Ende“, erklärt sie zu den drei weiteren heißen Baustellen-Monaten auf Schongaus Straßen. Es sei nicht optimal, dass alles auf einmal komme, sagt sie, aber „es muss alles gemacht werden“, versichert sie. Immerhin: Eine Baustelle sind die Schongauer so gut wie los. Auf der neu asphaltieren Ortsdurchfahrt (Bahnhofstraße) standen in dieser Woche nur noch Markierungsarbeiten an.

Im Staatlichen Bauamt richten sich derweil die Blicke gespannt auf die Echelsbacher Brücke. Der Verkehr in den Nachbarlandkreis Garmisch soll ab der letzten Juniwoche über eine Behelfsbrücke laufen. Die bestehende Brücke wird zum Teil abgerissen und neu gebaut.

Bayerns Verkehrsministerin Ilse Aigner wird entgegen der ursprünglichen Planung nun doch nicht zur offiziellen Eröffnung des Behelfsbauwerks kommen, sondern im Juli die Baustelle besuchen, berichtet Prause. Der Bauamtsmitarbeiter will demnächst schon mal probeweise den Verkehr über die Behelfsbrücke laufen lassen. Bei ihr handele es sich um eine „Systembrücke des Bundes aus Zeiten des kalten Krieges“, berichtet der Fachmann. Mit einer Fahrbahnbreite von sechs Metern seien die Maße auf die damalige Zeit abgestimmt. Die Lkw-Fahrer werden gebeten, möglichst weit rechts zu fahren, damit im Begegnungsverkehr keine Spiegel zu Bruch gehen. Entsprechende Hinweisschilder werden laut Prause angebracht.

Ortsumfahrungen in Peißenberg und Hohenpeißenberg bald auch dicht

Der Weg in den Nachbarlandkreis könnte für die Schongauer also demnächst spannend werden, der nach Weilheim wieder beschwerlich. Wie berichtet, muss die erst eingeweihte Umgehung Hohenpeißenberg im Sommer noch einmal für zwei Wochen gesperrt werden, damit Restarbeiten ausgeführt werden können. Die Umfahrung Peißenberg, die einen neuen Fahrbahnbelag erhält, muss ebenfalls gesperrt werden.

Und noch eine Großbaustelle beschäftigt das Staatliche Bauamt: Bernbeuren erhält eine neue Ortsdurchfahrt. Im Süden wird schon fleißig gebaut, der Verkehr großräumig nach Lechbruck umgeleitet. Der erste Bauabschnitt soll pünktlich zum Feuerwehrfest am 13. Juli fertiggestellt und der Weg nach Lechbruck wieder frei sein. Nach den Feierlichkeiten geht es dann im Norden weiter, bevor im kommenden Jahr die Ortsmitte dran ist.

Und natürlich bleiben auch die Peitinger im großen Baustellen-Sommer nicht außen vor: Wir berichtet, hat der dritte Abschnitt des Bahnhofstraßen-Ausbaus begonnen. Sie ist zwischen Kohlen- und Schönriedlstraße bis Ende Oktober gesperrt.

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