Große Pläne in der Schongauer Altstadt: Friedrich (rechts) und Adrian Heimerer (Mitte) präsentieren gemeinsam mit dem Schongauer Architekten Fritz Weinberger das Konzept für die Schule in neuen Räumen. Das Bild ist vor der Coronakrise entstanden.
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Große Pläne in der Schongauer Altstadt: Friedrich (rechts) und Adrian Heimerer (Mitte) präsentieren gemeinsam mit dem Schongauer Architekten Fritz Weinberger das Konzept für die Schule in neuen Räumen. Das Bild ist vor der Coronakrise entstanden.

In Schongau

Umzug an den Marienplatz geplant: Heimerer Schule soll unter ein Dach

  • Elke Robert
    VonElke Robert
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Große Pläne gibt es für die Heimerer Schule in Schongau. Das Schuljahr 2021/2022 soll bereits in neuen Räumen beginnen, in der ehemaligen HypoVereinsbank.

SchongauAls Friedrich und Adrian Heimerer gemeinsam mit dem Schongauer Architekten Fritz Weinberger den Schongauer Nachrichten ihr Konzept für das Haus am Marienplatz erklären, ist man wegen Corona schon vorsichtig, aber man kommt – mit Abstand – doch an einem Tisch zusammen. „Neue Ausbildung zur Pflege in neuen Räumen“ – unter diesem Schlagwort sieht Senior Heimerer, Gründer und Geschäftsführer, das Projekt. Und das Ganze in einem städtebaulich wichtigen und dominanten Gebäude im Herzen der Altstadt seitlich des Ballenhauses Ecke Marienplatz/Lechtorstraße. „Rund 80 Schüler werden sich am Marienplatz bewegen und diesen beleben“, schwärmt Weinberger. Die Planungen seien komplex und interessant. Kostenschätzung: rund 2,2 Millionen Euro inklusive Inneneinrichtung.

Das Erdgeschoss soll mit zwei großen Schulungssälen ausgestattet werden plus Platz für die Schulverwaltung. Im ersten Obergeschoss ist ein weiterer Schulungssaal geplant plus Lehrerzimmer, im zweiten Obergeschoss zwei Pflegeräume plus Verwaltung und Aufenthaltsraum für die Schüler. Im Dachgeschoss findet noch eine rund 75 Quadratmeter große Wohnung Platz.

Heimerer hatte sich schon lange für das Gebäude am Schongauer Marienplatz interessiert

Schon Mitte 2014 hatte die HypoVereinsbank in Schongau die Kundenberatung eingestellt, nur ein Jahr später sperrte man auch den SB-Bereich zu. Er habe sich schon lange für das Gebäude interessiert und es im September 2019 erworben, erzählt Friedrich Heimerer. Das Gebäude werde nun zeitgerecht saniert, unansehnliche Einbauten rückgeführt. Dafür sollen geringfügige Anbauten um etwa 100 Quadratmeter etwas mehr Raum schaffen. Rund 900 Quadratmeter Nutzfläche stehen dann zur Verfügung.

Marienplatz 4 lautet schon bald die neue Adresse der Heimerer Schule Schongau.

Auch für die Schule selbst soll der Umzug ein Gewinn sein. Derzeit ist man in Schongau auf verschiedenen Gebäude verteilt: Die Verwaltung im Bantelehaus an der Lechtorstraße/Ecke Karmeliterstraße, daneben die Schulungsräume. Mitgenutzt werden dürfen Flächen der Heiliggeist-Spitalstiftung – der Prälatensaal –, und auch am Bürgermeister-Schaegger-Platz ist ein Pflegeraum angemietet. „Wir verbessern uns qualitativ, weil die Schule dann nicht mehr so zersplittert ist – wir bringen vier Bereiche unter ein Dach“, so Heimerer.

Heimerer Schule: Junge Menschen gehören zum Stadtbild

Wichtig sei ihnen aber auch gewesen, die Schule in die Stadt zu integrieren. „Für uns gehört eine Schule nicht auf eine grüne Wiese, die jungen Menschen gehören zum Stadtleben dazu.“ Vier bis fünf Klassen mit jeweils 25 Schülern sollen dann das Haus am Marienplatz 4 in Beschlag nehmen.

Seit 26 Jahren besteht nun die Heimerer Schule in Schongau, das Unternehmen feiert heuer sein 40-jähriges Bestehen. Mit Landsberg sind es 15 feste Standorte mit 40 Schulen und einer Berufsakademie, darunter auch im europäischen Ausland, zählt Junior Adrian Heimerer auf. An ausländischen Standorten sind es 1800 Studenten bzw. Kursteilnehmer, davon 1000 in der Pflege. „Wir bilden in allen Fachbereichen nach deutschem Standard aus, allerdings primär für die heimischen Arbeitsmärkte, und nur ein Teil der Absolventen kommt nach Deutschland.“ In Kosovo und Albanien bietet Heimerer die komplette Ausbildung bzw. das Studium an, in Serbien, Nordmazedonien und Rumänien werden Sprachkurse für Pflegekräfte organisiert.

Heimerer haben bereits weitere Pläne

Für Schongau haben die Heimerers ebenfalls weitere Pläne, die aber noch nicht spruchreif sind. Ein paar Stichworte verrät Friedrich Heimerer dann aber doch: Es geht um die Ausweitung der Ausbildungskapazitäten, weitere Anpassungslehrgänge und Maßnahmen für die Gesundheits- und Krankenpflege, wie sie bereits im Seminarhaus Berkmüllerhof in Schwabsoien angeboten werden. „Wegen des Fachkräftemangels gehen wir in die Offensive, gute Ausbildungslehrgänge zu schaffen und für Jugendliche attraktiv zu werden.“ Seitens der Politik werde viel gemacht, ergänzt Adrian, aber der Beruf müsse noch interessanter gemacht werden. Für die neue Ausbildungsform in der Pflege, die bereits ab Herbst in der alten Schule starten soll, rüstet man in jedem Fall kräftig auf.

Vorabsprachen für den Umbau seien getroffen. Sobald das Projekt vorgestellt ist und das Okay der Genehmigungsbehörden da ist, gehe es an die Werksplanung, erklärt Weinberger. „Ziel ist eine Winterbaustelle.“ Mit den Gewerken Dach, Baumeister, Zimmerer, Heizung und Elektro will man bis Mai 2021 durch sein. Dann folgt der Innenausbau, damit man im September 2021 das Gebäude pünktlich zum Schulstart übergeben kann.

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