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Gerade am Brahmsplatz in Schongau-West engagieren sich seit geraumer Zeit viele Bürger, treffen sich z.B. zum gemeinsamen Gärtnern.

Aus dem Stadtrat

Schongau-West: Untersuchung kann starten

  • Elke Robert
    vonElke Robert
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Eine engagierte Bürgerschaft hat bereits viele kleine Handgriffe getan, um Schongau-West ein wenig aufzuwerten, nun packt es auch die Stadt an: Der Stadtrat hat eine Voruntersuchung angeschoben, damit am Ende möglichst viele Fördermittel fließen können. Ganz so schnell geht es zwar nicht, aber ein kleiner Topf steht sofort zur Verfügung.

SchongauSchon während der verschiedenen Untersuchungen für das Integrierte Städtebauentwicklungskonzept (ISEK) hatte sich abgezeichnet: Schongau-West muss man gesondert betrachten, es gibt zu viele verschiedene Baustellen im Viertel, als dass man dies im Städtebaukonzept in aller Tiefe hätte mitbearbeiten können. Da geht es um die Sozialstruktur im Wohngebiet ebenso wie den in die Jahre gekommenen Geschosswohnungsbau. Und auch die dazugehörigen wenig ansprechenden Freiflächen will man sich anschauen. Insgesamt soll, wie in ganz Schongau, die Wohn- und Lebensqualität verbessert werden. Diesen Punkt, der auch im ISEK-Maßnahmenkatalog festgehalten ist, will die Stadt nun angehen und eine Feinuntersuchung in Auftrag geben. Mit der Regierung von Oberbayern als fördermittelgebende Behörde war dies auch bereits so abgestimmt.

„Wie bei der Einleitung eines Bebauungsplanes wird die Öffentlichkeit mit eingebunden und informiert“, erklärte Sebastian Dietrich jüngst im Stadtrat. „Eine Feinuntersuchung macht nur mit Bürgerbeteiligung Sinn, und diese ist in Corona-Zeiten schwierig“, so der Stadtbaumeister auf Anfrage der Schongauer Nachrichten, in welchem zeitlichen Rahmen es Ergebnisse geben könnte.

Ein Planungsbüro wird beauftragt

Ein Planungsbüro, nicht zwingend das gleiche, das auch das Städtebauliche Entwicklungskonzept erarbeitet hatte, wird demnach beauftragt, das dann erst einmal die vorhandenen Daten aufbereitet und analysiert. Wie genau eine Bürgerbeteiligung derzeit funktionieren könnte, werde sich zeigen, eventuell funktioniere dies auf digitalem Weg.

Der Stadtbaumeister schätzt, dass sich der Prozess aber doch mindestens ein Jahr hinziehen könnte, „es soll ja eine intensive Auseinandersetzung mit dem Viertel und seinen Bewohnern sein“. Dietrich hat aber für die Zwischenzeit quasi ein Notpflaster parat: Schon mit dem Start der Untersuchung gibt es einen kleinen Fördertopf über rund 10 000 Euro, der angezapft werden kann, um etwa die Befragung starten zu können, aber auch bereits kleine Projekte umzusetzen.

Stadträte fanden es „begrüßenswert“ und „notwendig“

Kornelia Funke (CSU) fand es „sehr begrüßenswert“, hinterfragte aber den Namen des Progamms. Bisher sei immer von der „Sozialen Stadt“ die Rede gewesen. Nun heiße dieses „Sozialer Zusammenhalt“, so Bürgermeister Falk Sluyterman, sei aber inhaltlich identisch. Es seien 2020 Programme zusammengefasst worden, ergänzte Dietrich, aber mit einem positiven Effekt: „Es gibt mehr Möglichkeiten, Fördergelder abzurufen, aber auch für Investitionen im privaten Bereich gibt es Unterstützung.“

„Alle sind sich einig, dass das gut und notwendig ist“, fasste es Ilona Böse zusammen. Stephan Hild (UWV) wies ebenfalls auf Fördertöpfe für Privatinvestoren hin, die von der Bürgerschaft bei Weitem nicht ausgeschöpft würden. „Das soll den Anreiz bringen, sein Haus auf Vordermann zu bringen.“ Das ein oder andere Haus bräuchte eine Sanierung. „Ich kann nur appellieren, das anzunehmen“, so Hild. In der Altstadt habe dies gut funktioniert, da gebe es mustergültige Sanierungen, lobte Dietrich.

Auch die Internetverbindung prüfen? 

Bettina Buresch regte noch an, dass die Stadt auch das Internet nochmals betrachten solle, dieses sei in Schongau-West teilweise furchtbar langsam und damit doch eine Nische unterversorgt. „Arbeiten zuhause sollte in Schongau überall möglich sein“, so Buresch. Sluyterman hatte dazu seine „Standardantwort“ parat: Oftmals würde ein Anbieterwechsel für eine bessere Verbindung sorgen. „Wir haben in Schongau nur noch ganz wenig unterversorgte Gebiete.“

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