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Die Stadt Schongau will sich mit Gemeinwohl-Ökonomie auseinandersetzen. 

Antrag der UWV

Gemeinwohl-Ökonomie in Schongau: Stadt als Vorbild

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Geld soll dem Menschen dienen und nicht der Mensch dem Geld. Dass sich die Stadt Schongau mit dem Wirtschaftsmodell Gemeinwohl-Ökonomie (GWÖ) ernsthaft auseinandersetzt, ist das Anliegen der UWV.

Schongau –Wie Ralf Schnabel in der jüngsten Stadtratssitzung erläuterte, solle eine Delegation der Stadtverwaltung und der Stadtratsfraktionen zur nächsten Veranstaltung der GWÖ--Gruppe Weilheim fahren, die für Mittwoch, 15. Mai, geplant ist. Hans-Jörg Birner, Bürgermeister von Kirchanschöring, erläutert den Prozess der Gemeinwohl-Bilanzierung: „Was ist das?“, „Wie geht das?“, „Was kommt auf die politischen Mandatsträger und Verwaltungen zu?“. Kirchanschöring im Landkreis Traunstein war die erste Kommune in Deutschland, die eine GWÖ-Bilanz mit Testat erfolgreich absolvierte. 

Auch Wilfried Knorr, Leiter der Herzogsägmühle, berichtet bei diesem Termin über eigene Erfahrungen bei der Gemeinwohl-Bilanzierung (Gasthof Eibenwald, Beginn ist um 20 Uhr). Das Diakoniedorf geht bereits mit gutem Beispiel voran und wirtschaftet nachhaltig und verantwortungsvoll nach diesem Modell. 

Diese Gemeinden im Landkreis Weilheim-Schongau wirtschaften bereits nach Gemeinwohl-Ökonomie-Modell

Und auch im Landkreis Weilheim-Schongau haben bereits drei Gemeinden einen Ratsbeschluss zum Thema Gemeinwohl-Ökonomie: Wielenbach, Peißenberg und Wessobrunn. Die Gemeinde Wielenbach wurde 2017 die erste GWÖ-Gemeinde im Landkreis.

„Das Thema liegt mir sehr am Herzen“, so Schnabel. „Wir erleben in unserer Gesellschaft einiges, was nicht so gut läuft – zu guter Letzt ist es die „Fridays for Future“-Bewegungen der Schüler, die uns dazu veranlasst, uns zu engagieren.“ Der Antrag der UWV: Eine Abordnung aus Schongau soll sich näher informieren bei der Veranstaltung. Die Stadt Schongau solle als kommunale Verwaltung Pionier und Vorreiter für wichtige Themen sein, schreibt Schnabel in dem UWV-Antrag. Man könne als Vorbild für Unternehmen, Vereine und Institutionen fungieren und die eigene Verwaltung und/oder die wirtschaftlichen Betriebe mit städtischer Beteiligung nach der GWÖ bilanzieren. „Das Wohl von Mensch und Umwelt wird zum obersten Ziel des Wirtschaftens“, so Schnabel.

Stadt Schongau will sich mit Gemeinwohl-Ökonomie beschäftigen

Die Weilheimer GWÖ-Gruppe wird geleitet von Brigitte Gronau. Zur Veranstaltung lädt außerdem Helmut Dinter ein, Bürgermeister der Gemeinde Wessobrunn. „Wir werden uns mit dem Thema beschäftigen“, versprach Bürgermeister Falk Sluyterman. Er habe bereits einen Termin abgesagt, um selbst an der Veranstaltung teilnehmen zu können. 

Auch Siegfried Müller (ALS) findet die Gemeinwohl-Ökonomie „ein ganz tolles Thema“, wunderte sich aber, dass es von der UWV aufgegriffen werde, „denn es ist eher Thema der Linken“. Schnabel plädierte dafür, über Parteigrenzen hinweg zu arbeiten. „Wir müssen bei der Sache bleiben und nicht nur reden, sondern handeln und Taten folgen lassen.“

Der UWV-Antrag, sich näher zu informieren, wurde in der Stadtratssitzung bei zwei Gegenstimmen angenommen.

Außerdem interessant: Schongauer Mittagsbetreuung: Ehemalige Hausmeisterwohnung wird zur„Wohlfühloase“

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