Aus dem Bauausschuss Schongau

Verbarrikadiertes Haus in der Münzstraße soll endlich glänzen

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Eine unendliche Geschichte in der Schongauer Hauptachse scheint sich nun doch noch zu lösen. In den ehemaligen Räumen der Firma Klauser in der Münzstraße 42 wird weiter renoviert und umgebaut, zumindest ein Geschäftsraum zur Straße hin bleibt, wenn auch deutlich verkleinert.

Schongau– „Das Haus mit seinem Holzverschlag ist ein Schandfleck“ hatte Anfang des Jahres Roland Heger (UWV) moniert und hinterfragt, ob man den Eigentümer nicht dazu zwingen könne, das Gebäude an der Hauptgeschäftsstraße optisch aufzuwerten. Und dies war nicht das einzige Mal, dass das Gebäude an der Münzstraße in die Schlagzeilen geriet, 2013 hatte das Landratsamt den begonnenen und noch nicht genehmigten Umbau des Hauses wieder eingestellt. Der damalige Stadtbaumeister Ulrich Knecht war es, der davor gewarnt hatte, in Kernlagen weitere Geschäftsräume in Wohnungen umzuwandeln – selbst wenn diese besser seien als Leerstand. Die Umnutzung in reinen Wohnraum wurde damals verwehrt.

Nun scheinen die Verhandlungen der Stadt auf fruchtbaren Boden gefallen zu

sein. Während der Bauherr ursprünglich die Geschäftsräume in den zwei nebeneinanderliegenden Gebäuden im Erdgeschoß in zwei Wohnungen und zwei Büroräume umgestalten wollte, können nun sogar vier Wohnungen gebaut werden.

Entlang der Münzstraße soll es im Erdgeschoss keine Wohnungen geben

„Entlang der Münzstraße bleibt weiter Gewerbe, allerdings kleiner als vorher“, erläuterte Stadtbaumeister Sebastian Dietrich das Vorhaben im Bauausschuss. Die beiden Gebäude werden gemeinsam überplant, die Wohnungen auch von der Straße her erschlossen. Zur besseren Belichtung der sehr tiefen Räume wird innen ein Lichthof eingebaut, ausreichend Parkplätze werden nachgewiesen. Und auch die Nachbarschaft ist wohl mit den Planungen einverstanden, wie Dietrich informiert, sämtliche Unterschriften seien eingeholt worden.

„Mit den Planungen gibt es zumindest eine Gewerbeeinheit an der Hauptachse, wir sind froh, dass diese erhalten bleibt“, so Dietrich. Der Geschäftsraum von rund 50 Quadratmetern soll künftig von einer Versicherung genutzt werden, hieß es im Bauausschuss.

Räte sind froh, wenn die Spanplatten endlich aus dem Haus sind 

„Wir sind alle froh, wenn die Spanplatten endlich aus dem Schaufenster raus sind und Wohnungen genutzt werden können – tipptop“, lobte Stephan Hild (UWV). Mit mittlerweile sehr unansehnlich gewordenen Holzplatten ist das linke der beiden Häuser schon mindestens seit fünf Jahren verbarrikadiert, zwischendurch war auch immer wieder mal am Haus gearbeitet worden, dann aber herrschte wieder für lange Zeit Stillstand. Jetzt wurden Fenster erneuert, auch im rückwärtigen Teil. Ilona Böse (SPD), die zwar auch für gut befand, dass es nun endlich vorwärts geht, hatte diesbezüglich ihre Bedenken. Es würden unterschiedliche Fenster eingebaut, „da müssen wir ein bisschen drauf schauen“, mahnte sie mit Blick auf den Denkmalschutz speziell an der Münzstraße und den Ensembleschutz in der Altstadt. „Die Denkmalschutzbehörde ist beteiligt, alle Themen, die den Denkmalschutz betreffen, müssen eingehalten werden“, so Dietrich. Gegen eine Stimme wurde der Umnutzung mit samt den Umbauplänen zugestimmt.

Gegenüber wurde Wohnnutzung genehmigt

Das Gebäude an der Münzstraße 49 genau gegenüber, für das 2017 die Gewerbeeinheit komplett weggefallen und eine Umnutzung in Wohnen genehmigt worden war, könne als Beispiel nicht herangezogen werden, erklärt Dietrich auf Nachfrage der Schongauer Nachrichten, es werde eher der Bauerngasse zugeordnet. In jenem Haus war früher die „Wellness Oase“ beheimatet gewesen. „Damals wurde kein Präzedenzfall geschaffen.“


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