Eine Kamera zur Verkehrszählung
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Mit diesen Kameras wird der Verkehr im Umfeld des geplanten Wohnhauses gezählt.

24-Stunden-Messung am Mittwoch

Verkehrszählung per Kamera im Schongauer Bahnhofareal: Das steckt dahinter

  • Christoph Peters
    vonChristoph Peters
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Per Kamera wird im Umfeld des Schongauer Bahnhofareals am heutigen Mittwoch der Verkehr gezählt. Grund dafür ist ein großes Neubauprojekt auf dem Gelände eines früheren Autohauses an der Hermann-Ranz-Straße. Die Daten dienen einem wichtigen Zweck.

Schongau – Wo früher das Schongauer Autohaus Hintermeyer seinen Sitz hatte, sind nur noch einige Mauerreste auf einer ansonsten leeren Kiesfläche zu sehen. Die alten Gebäude auf dem Gelände zwischen der Hermann-Ranz-Straße und der Frühlingsstraße sind verschwunden, die Abrissbagger haben ganze Arbeit geleistet. Doch schon bald soll das brachliegende Grundstück mit neuem Leben gefüllt werden. Ein Mehrfamilienhaus mit 13 barrierefreien Wohneinheiten will ein privater Bauherr errichten, dazu eine Tiefgarage mit zehn Stellplätzen, 14 weitere werden auf dem Grundstück nachgewiesen. Den entsprechenden Bauantrag hatte der Bauausschuss der Stadt Schongau im vergangenen Sommer mit großer Mehrheit abgesegnet, auch wenn manches Gremiumsmitglied damals die kurzfristige Vorstellung in der Sitzung monierte und für ein derart großes Bauvorhaben an markanter Stelle mehr Zeit für eine gründliche Betrachtung forderte (wir berichteten).

Doch warum jetzt eine Verkehrszählung? Das hänge mit der sensiblen Lage des geplanten Mehrfamilienhauses zusammen, erklärt Stadtbaumeister Sebastian Dietrich auf Nachfrage der Schongauer Nachrichten. Das Grundstück liegt in einem Mischgebiet, in dessen unmittelbarer Nähe sich nicht nur der Bahnhof befindet, sondern auch die vom RVO für die Abstellung der Busse genutzte Fläche. Weil die von dort ausgehende Geräuschentwicklung das geplante Gebäude und damit die künftigen Bewohner direkt betreffe, müsse diese genau untersucht werden, so Dietrich. Der technische Umweltschutz im Landratsamt habe deshalb ein entsprechendes Schallschutzgutachten gefordert, in das auch der von vorbeifahrenden Fahrzeugen verursachte Lärm miteinfließe. Um diesen bestimmen zu können, braucht es valide Daten über den Verkehr, die nun die Zählung liefern soll.

Das Gebäude eines früheren Autohauses an der Hermann-Ranz-Straße ist bis auf ein paar Mauerreste abgetragen. Hier soll ein Mehrfamilienhaus mit 13 Parteien entstehen.

Dafür wurden am gestrigen Dienstag zum einen an der Kreuzung Bahnhofstraße/Kastanienweg und zum anderen an der Einmündung Hermann-Ranz-Straße/Frühlingsstraße spezielle Kamerasysteme von den Mitarbeitern des beauftragten Ingenieurbüros installiert. Sie zählen am heutigen Mittwoch in 15-Minuten-Intervallen alle Fahrzeuge, die die beiden Bereiche binnen 24 Stunden passieren. Sorgen, als Passant unfreiwillig von den Kameras aufgezeichnet zu werden, braucht laut dem Stadtbauamtsmitarbeiter Martin Blockhaus dabei niemand zu haben. „Der Datenschutz bleibt durch Verpixelung der Nahbereiche gewahrt“, versichert er.

Erst wenn das fertige Schallschutzgutachten vorliegt, steht auch fest, ob sich das Wohngebäude wie vom Bauherrn im Bauantrag gewünscht umsetzen lässt oder ob dieser noch Änderungen an der Planung vornehmen muss, um die künftigen Bewohner vor zu viel Lärm zu schützen. Sollte dies der Fall sein, wäre erneut der Bauausschuss gefragt. Dietrich: „Dann wird sich das Gremium nochmal mit dem Vorhaben beschäftigen.“

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