Ein Exhibitionist aus Schongau musste sich nun vor Gericht verantworten.
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Ein Exhibitionist aus Schongau musste sich nun vor Gericht verantworten.

Angeklagter war schon vorher aufgefallen

Vor Kindern entblößt: Exhibitionist aus Schongau vor Gericht

  • Angela Walser
    vonAngela Walser
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Ein 58-jähriger Schongauer muss wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern sowie wegen Besitzes und Verbreitung kinderpornographischer Dateien für vier Jahre und neun Monate ins Gefängnis.

Schongau – Für die Mädchen war es ein Schock, für einen 58-jährigen Schongauer vermutlich die pure Erleichterung. Auf offener Straße, völlig unabhängig von der Witterung, zeigte der Mechaniker den Kindern sein Glied. Er forderte sie mitunter auf, zu ihm hinzuschauen. Manche fanden es arg schlimm, manche weniger. Jetzt musste sich der Schongauer vor dem Landgericht München II verantworten. Er hat die Taten gestanden. 

Weil sich die Jugendstrafkammer ein Bild von den geschädigten Schülerinnen machen wollte, ließ sie die Video-Vernehmungen der Mädchen im Sitzungssaal abspielen. Dabei durften die Kinder auf einem dezent rosa-farbenen Zweier-Sofa Platz nehmen. Die Kleineren brachten mitunter ein Kuscheltier mit. Behutsam begann die Ermittlungsrichterin, die Opfer zu befragen. In der Regel konnten sich die Mädchen recht gut an Geschehenes erinnern, die Befragung war ihnen aber sehr unangenehm.

Exhibitionist in Schongau: Kinder werden befragt

Eine Achtjährige hatte zusammen mit ihrer Freundin den Exhibitionisten erlebt und bedauerte, dass sie jetzt nicht mehr so lange draußen spielen konnte und dass ihre Freundin nun den Hort besuchen würde. Eine Zwölfjährige hatte es angesichts des Vorfalls regelrecht gegraust. „Ich hatte einfach nur Angst, dass er mir etwas antut“, sagte sie.

Direkt nach dem Vorfall hatte sie sich mit ihrer Freundin einem Mann mit Kinderwagen anvertraut, der die beiden Schülerinnen nach Hause begleitete. Auch das berichtete die Zwölfjährige, die fortan nicht mehr so gerne rausging. Nicht minder traf es die Schülerin, als sie nach der Festnahme des Mannes erfuhr, dass ihr Peiniger sogar in der gleichen Straße gewohnt hatte.

Angeklagter war polizeibekannt 

Bereits 2015 war der Angeklagte wegen eines Sexualdelikts aufgefallen. Deshalb geriet er rasch in das Fahndungsraster potenzieller Täter. Auf einer Bildvorlage stellten die Mädchen Ähnlichkeiten fest. Identifizieren konnten sie den Angeklagten nicht. Bei einer Hausdurchsuchung stellte die Polizei relevante Kleidung sicher. Außerdem fanden die Beamten eine Vielzahl kinderpornographischer Bilder und Videos sowie Collagen mit ähnlichen Bildern. Rasch räumte er ein, sich vor dem Mädchen entblößt zu haben.

Laut Anklage soll er auch kinderpornographische Videos hergestellt und auf entsprechenden Portalen verbreitet haben. Das bestritt er in der Verhandlung vehement. Er habe das Material lediglich heruntergeladen. Insgesamt fanden die Ermittler 24 000 Bilder und Videos mit einer Gesamtlänge von mehr als zehn Stunden. Ein Teil der Bilder wurden im Gerichtssaal per Beamer an eine Wand geworfen. Der Angeklagte betrachtet sie nicht.

Lesen Sie auch: Schongau-West wird sein Gesicht in den nächsten Jahren deutlich verändern. Nun wird ein weiterer Bereich an der Schönlinder Straße überplant.

Außerdem interessant: Wenn sie im Einsatz sind, geht es oft um Leben und Tod. Knapp 60 Mediziner im Landkreis arbeiten freiwillig nebenbei als Notarzt. Trotz des großen Engagements kommt es vor, dass Schichten unbesetzt bleiben.

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