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Entsorgung leicht gemacht: Die U-Baracke in Schongau-West brannte 1963 mit samt seinem Inhalt ab.

Vortrag im Bauausschuss 

Schlummern in Schongaus Boden Altlasten aus Nachkriegstagen?

  • Elke Robert
    vonElke Robert
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Vor unerwünschten Altlasten warnt der Schongauer Werner Schmitt. Der ehemalige Flugingenieur hat sich intensiv mit dem Gebiet des ehemaligen Fliegerhorstes befasst und gab sein Wissen nun im Rahmen eines Kurzvortrages an den Bauausschuss weiter. Hintergrund: Die Stadt überplant derzeit Flächen südlich der Marktoberdorfer Straße.

Schongau – 42 Jahre befasste er sich beruflich mit der Luftfahrt, auch privat ist das Thema für Werner Schmitt immer wichtig gewesen. So liegt das Interesse des Schongauers, der nach seinen Arbeitsjahren wieder in seine Heimat zurückkehrte, am ehemaligen Fliegerhorst Schongau und der heutigen Bebauung dort nahe, zumal er selbst auch im Schongauer Westen wohnt. 

Werner Schmitt befasst sich schon länger intensiv mit dem Thema Fliegerhorst.

Als die Stadt nun die Bauleitplanung „Südlich der Marktoberdorfer Straße“ und „Zwischen Amsel- und Drosselstraße“ auf den Weg brachte, rückte das Thema ganz in den Vordergrund, handelt es sich schließlich auch um direkt angrenzende Flächen. Auf Einladung von Bürgermeister Falk Sluyterman gab Schmitt, der im Laufe der Zeit auch zahlreiche Dokumente zusammengetragen hat, sein Wissen über das Areal weiter.

Zeitgleich mit Flakschule wurde Bau befohlen

Zeitgleich mit der Flakschule am Burglachberg in Altenstadt wurde ab 1938 auch der Bau des Fliegerhorstes in Schongau befohlen. Von der Planung ab 1939 bis zum Einmarsch der Amerikaner im April 1945 hat der Hobbyforscher die Entwicklung des Fliegerhorstgeländes dargelegt – und die in den Nachkriegsjahren bebauten bzw. überplanten Flächen in Schongau West darübergelegt. 

Flächen südlich der Marktoberdorfer Straße werden derzeit von der Stadt Schongau überplant. Auf dem großen Ausschnitt befand ganz im Süden des Fliegerhorstes befand sich u.a. die Gärtnerei Prachthäuser und die Südbayerische Transportgesellschaft. Auch am Areal Langhammer (kleine Markierung im Bild rechts) wird neu gebaut.

„Viel Fläche vom alten Flugplatz ist nicht über“, so Schmitt in der Sitzung. Südlich der Marktoberdorfer Straße ging es ihm im Detail um die Bereiche der ehemaligen Gärtnerei Prachthäuser, um die Südbayerische Transport-Gesellschaft und das Grundstück Lackiererei Langhammer/Schmitt. Speziell im Bereich Langhammer seien noch Fundamente von militärischen Gebäuden zu sehen, zeigte Schmitt anhand von Luftbildaufnahmen. „Ich hoffe, die Häuser bleiben stehen und sacken nicht nach unten weg“, so seine Befürchtung.

Luftbildaufnahmen geben Hinweise

Wie auch im Bereich der Gärtnerei, die ab 1951 betrieben wurde. Die Gebäude wurden ab 1966 teilweise vom Gebrauchtautomarkt Slawik genutzt. Die Halle, das Produktelager, brannte 1980 ab. Schächte würden auf Versitzgruben hinweisen oder Regenwasserbehälter, so der Schongauer. Es gab zwei Tiefgewächshäuser, deren Betonfundamente Schmitt noch immer im Boden vermutet, von Altöl im Erdreich und vergrabenem Autoschrott geht er ebenfalls aus. 

„Das Altöl ist damals ganz legal im Boden entsorgt worden“, so Schmitt. Und nachdem der Gebrauchtautohändler bankrott gegangen sei, blieb in den Augen Schmitts wohl kaum Geld für die Entsorgung von Restbeständen.

Seine Vermutung, dass sich im Gebiet noch diverse Altlasten im Boden befinden könnten, belegt Schmitt anhand von Luftbildaufnahmen, dafür müsse man gar nicht graben. Er verglich eine Aufnahme der ehemaligen Gärtnerei Prachthäuser zu Kriegsende mit einer Aufnahme von 2009. 

Flächen südlich der Marktoberdorfer Straße werden derzeit von der Stadt Schongau überplant. Auf dem großen Ausschnitt befand ganz im Süden des Fliegerhorstes befand sich u.a. die Gärtnerei Prachthäuser und die Südbayerische Transportgesellschaft. Auch am Areal Langhammer (kleine Markierung im Bild rechts) wird neu gebaut.

„Als Luftbildarchäologe kann man die Fundamente noch erahnen, das Gras wächst dort langsamer“, deutet Schmitt die Aufnahmen. Tatsächlich sind farbig abgesetzte Flächen, auf denen der Bewuchs sich offenbar unterscheidet, erkennbar.

Eine große Fläche südlich der Marktoberdorfer Straße gründet auf der alten Abfall- und Kiesgrube der Stadt Schongau. Problematisch der Bereich der ehemaligen Südbayerischen Transportgesellschaft. Dort entstand auch die erste öffentliche Tankstelle in Schongau-West. 

Verbesserungen für Langhammer-Grundstück

Die zugehörige Erdtankstelle ist nach Schätzung Schmitts aber ordentlich entsorgt worden, dort wurde später die Drosselstraße gebaut. Dass Entsorgung aber früher einfach nicht so ernst genommen wurde wie heute, daran lässt Schmitt in seinem Vortrag keinen Zweifel: Als Abschlussbeispiel hatte er ein Foto der brennenden U-Baracke in Schongau-West parat, 1963 angezündet. Problem gelöst.

Neben dem Bebauungsplan 89 ist es der in Aufstellung befindliche Bebauungsplan 91, der Schmitt interessiert, das Grundstück Langhammer. Er hatte diverse Verbesserungen im Gepäck. Als Anwohner regt er an, die Gesamtzahl der Parkplätze für die vielen Wohneinheiten zu überprüfen.

Schon heute sei die Parksituation bedenklich, für große Fahrzeuge sei die Zufahrt oftmals eng, im Winter verschärfe sich diese Situation zusätzlich. Schmitt regte außerdem an, die Tiefgaragenausfahrt nicht auf die Amselstraße zu führen. So könnten für Fußgänger kritische Situationen entstehen, da dort kein Bürgersteig existiert.

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