Wegen Corona

Welfen-Gymnasium Schongau: „Abi-Vorbereitung ist ein Abenteuer“

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Die Schulschließung vor einigen Monaten hat auch Lehrer am Welfen-Gymnasium vor große Herausforderungen gestellt. Vieles musste umgeplant werden. Auch bei der Abitur-Vorbereitung.

Schongau– Trotz Schulschließung wollten die Lehrer am Welfen-Gymnasium die Abiturienten so gut wie möglich auf die Prüfungen vorbereiten. Gar nicht so einfach, denn auf Online-Unterricht war auch das Schongauer Gymnasium nicht richtig vorbereitet. „Wir mussten auf höchstem Niveau umdisponieren“, sagt Oberstufenkoordinator Richard Schwarz. „Es fängt damit an, dass wir von allen Schülern gar keine E-Mail-Adressen hatten“, erklärt Schwarz. Erst als die zusammengetragen waren, konnten Arbeitsaufträge verschickt werden. Später wurde sogar eine eigene Internetplattform entwickelt und auch Videokonferenzen abgehalten.

Oft nächtelang hat Richard Schwarz Arbeitsmaterial für seine Schüler vorbereitet, mit Kollegen und der Schulleitung an der Umsetzung eines Hygienekonzeptes für die Schule sowie die Abiturprüfungen gearbeitet. „Von außen wirkt es so, als hätten Lehrer seit der Schulschließung nichts mehr zu tun“, sagt Schwarz. Das Gegenteil sei der Fall. „Die Vorbereitungen für den Online-Unterricht ist, zumindest für mich, zeitintensiver“, so Schwarz. Auch viele Kollegen haben diese Erfahrung gemacht.

Lehrer und Schüler kommunizierten per E-Mail

Lehrer und Schüler kommunizierten hauptsächlich per Mail. Bei Oberstufenkoordinator Richard Schwarz ploppten den ganzen Tag über Fragen von Abiturienten auf seinem Bildschirm auf. Sowohl zu fachlichen Inhalten als auch zum Ablauf. Er und viele Kollegen hatten ihr Postfach deshalb permanent im Blick.

Viele Fragen allerdings, werden nur von Angesicht zu Angesicht gestellt, sagt Schwarz. Auch der Lehrer merkt im direkten Austausch besser, wo es noch hakt. Deshalb sei es für alle enorm wichtig, dass insbesondere die Abiturienten in den vergangenen Wochen wieder in die Schule durften.

Viel Arbeit für Lehrer trotz Schulschließung

Sie wurden, ebenso wie die Elft-, Fünft- und Sechstklässler in kleinere Gruppen aufgeteilt, um Abstände einhalten zu können. Bedeutet für die Lehrer allerdings auch doppelt so viel Unterrichtszeit. Und „nebenbei“ müssen natürlich auch die Schüler der anderen Jahrgangsstufen beim Lernen daheim betreut werden.

Die Vorbereitungen aufs Abitur sind nicht nur für die Schüler heuer „ein Abenteuer“, so Schwarz. Jeder Schritt wird neu abgesprochen. Die Prüfungen werden in vielen unterschiedlichen Klassenzimmern geschrieben. Mehr Lehrer werden deshalb zur Aufsicht benötigt – etwa doppelt so viele wie üblich, sagt Schwarz. „Fast jeder ist irgendwie miteingebunden.“

„Doch über allen Planungen schwebt das Damoklesschwert Corona“, so Schwarz. Ändern sich die Ansteckungszahlen, kann es passieren, dass wieder alles über den Haufen geworfen werden muss. Zur Zeit wird von Tag zu Tag geplant. Das schlimmste Szenario wäre für Schwarz, wenn die Schule wieder schließen müsste.

Überlegungen zur Abiturfeier am Welfen-Gymnasium Schongau

Ob es heuer eine Art Abiturfeier geben kann, muss zu einem späteren Zeitpunkt entschieden werden. Vielleicht kann den Schülern nur das Zeugnis überreicht werden – schöner wäre es laut Schwarz, wenn klassenweise je eine kleine Feier zusammen mit den Eltern stattfinden könnte. 

Auch andere Gymnasien im Landkreis Weilheim-Schongau mussten ihre Konzepte für die Abiturprüfungen wegen Corona überarbeiten. Außerdem haben wir mit einer Abiturientin aus Weilheim gesprochen, wie sie die Vorbereitung auf die Prüfungen erlebt hat.

Und hier gibt es weitere Nachrichten aus Weilheim und Schongau.

Rubriklistenbild: © Herold (Archiv)

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