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Ein bis zwei Meter standen die Kunden gestern auf dem Grünen Markt in Schongau voneinander entfernt an. 

Wegen Corona

In Schongau: Einkaufen mit Sicherheitsabstand

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Zu Hause bleiben, das wird in Corona-Zeiten dringend geraten. Dennoch sind am Freitagvormittag einige Menschen in der Schongauer Altstadt unterwegs. 

Schongau – Strahlend blauer Himmel, der Brunnen plätschert vor sich hin, Händler haben auf dem Marienplatz ihre Stände aufgebaut und bedienen die Kunden. Einige, vor allem ältere Menschen, sind am Freitagvormittag in der Schongauer Altstadt unterwegs. Ein Markttag wie jeder andere, könnte man meinen. Zumindest ist so viel los wie immer. Doch einiges hat sich verändert.

Nur noch das Ballenhaus-Café hat am Marienplatz geöffnet. Mit großem Abstand zueinander stehen nur wenige Tische draußen. An ein paar davon sitzen Menschen – allein oder zu zweit – und trinken einen Kaffee.

Grüner Markt in Schongau: Wegen Corona halten die Menschen beim Anstehen Abstand

Besonders auffällig ist aber, dass sich die Schlange vor dem „Eiermann“ an diesem Freitag quer über den gesamten Marktplatz zieht: Weil die Menschen Abstand halten. Mindestens einen Meter, oft auch zwei. „Stehen Sie an?“, wird deshalb immer wieder gefragt. „Ja, aber wir müssen Abstand halten. Corona“, heißt es dann. „Bald geht die Schlange einmal ums Ballenhaus rum“, meint ein Mann.

Das Virus ist selbstverständlich auch auf dem Grünen Markt Thema. Fast in jedem Gespräch wird kurz über Corona und die damit verbundenen Einschränkungen geredet. Viele nehmen es mit Humor, versuchen, darüber zu lachen. Dennoch schwingt auch immer ein bisschen Unsicherheit mit.

Grüner Markt in Schongau: Vorkehrungen, um Ansteckung mit Corona zu vermeiden

„Die Atmosphäre ist schon seltsam“, meint eine Schongauerin, die jede Woche auf dem Grünen Markt einkauft. „Ich hoffe, dass die jetzigen Maßnahmen ausreichen – und es nicht zu einer Ausgangssperre kommt, wie es sie in anderen Städten schon gibt“, sagt sie. Auch viele weitere Kunden und Händler äußern diese Hoffnung. Bereits ein paar Stunden später wird allerdings klar: Es wird in Bayern weitere Ausgangsbeschränkungen geben. Einkaufen bleibt zwar erlaubt, allerdings müsse weiterhin unbedingt auf Abstand zu anderen geachtet werden.

Um den Kundenkontakt zu reduzieren, nimmt Silvia Müller vom Olivenstand am Freitagvormittag keine Behälter mehr entgegen – die Lebensmittel müssen wieder in Plastikverpackungen gekauft werden. Außerdem nimmt sie das Bargeld nicht mehr direkt entgegen, sondern lässt es in eine Box legen. „Wir treffen damit bei allen auf Verständnis“, so Müller.

„Ich bin beeindruckt, wie diszipliniert die Leute hier sind“, sagt Tina Utter vom Käsestand beim Blick auf die Abstandseinhaltung beim Anstehen. „Man muss schon aufpassen. Aber das ist ja nicht so schwer“, meint eine Kundin dazu.

Wegen Corona: Schongauerin kauft lieber auf dem Markt ein

Schlimm sei es vor ein paar Tagen allerdings im Discounter gewesen, erzählt eine andere Schongauerin. Dicht drängelten sich die Menschen durch die engen Gänge, um noch ein paar Vorräte zu kaufen. An Abstand, der so dringend empfohlen wird, war in dieser Situation nicht zu denken. Da sei es ihr lieber, bei frischer Luft und ausreichend Entfernung zu den anderen Kunden auf dem Markt einzukaufen.

Doch auch in der Schongauer Altstadt halten sich nicht alle so vernünftig an die Empfehlungen, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen. Statt nur einzukaufen, haben es sich manche Menschen nebeneinander auf der Bank gemütlich gemacht und genießen gemeinsam die Sonne. Andere stehen in Gruppen zusammen und ratschen. Nun wird solches Verhalten bestraft.

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