Huber-Moden am Schongauer Marienplatz muss in den nächsten zwei Wochen geschlossen bleiben, erklärte Andreas Huber.
+
Huber-Moden am Schongauer Marienplatz muss in den nächsten zwei Wochen geschlossen bleiben, erklärte Andreas Huber.

Dienstag war letzter Einkaufstag

Wegen Corona-Virus: Geschäfte in Schongau müssen schließen 

  • Elena Siegl
    vonElena Siegl
    schließen

Ab heute bleiben Läden in Bayern geschlossen, um die Ausbreitung des Coronavirus zu vermeiden. Wie Schongauer Geschäftsleuten und Kunden mit der Situation umgehen. 

Schongau – „Wenn es einen richtigen Ort gibt, um Hamsterkäufe zu machen, dann hier“, sagt Susanne Segmihler-Pye von der Büchergalerie in der Schongauer Altstadt. „Man nimmt niemandem etwas weg, und Bücher helfen dabei, die Zeit zu überstehen, in der man möglichst nicht raus sollte.“

Seit Kinder wegen des Coronavirus nicht mehr in Kitas und Schulen gehen dürfen, decken sich viele Eltern in der Büchergalerie mit Produkten ein, um den Nachwuchs auch daheim zu beschäftigen. „Rätsel, was zum Basteln und Spiele werden zur Zeit vermehrt nachgefragt“, so Segmihler-Pye. Doch auch viele Erwachsene haben in letzter Zeit viele Bücher für sich gekauft.

Geschäftsschließung wegen Corona: Stapelweise Bücher wurden davor gekauft 

Am vergangenen Wochenende war noch einmal besonders viel los. „Da wurden ganze Stapel herausgetragen.“ Was Segmihler-Pye auch aufgefallen ist, ist dass Erwachsene jetzt öfters auch zu sehr dicken Büchern greifen. „Sie haben nicht mehr nur am Abend Zeit zu lesen.“

Am Wochenende war in der Büchergalerie von Susanne Segmihler-Pye besonders viel los. Vor allem Unterhaltungsprodukte für Kinder waren gefragt.

Während auch am Montag, als die bevorstehende Schließung verkündet wurde, noch einmal viel los war, blieb es am Dienstag eher ruhig in der Büchergalerie. Vor allem bestellte Bücher wurden noch abgeholt. „Man merkt, dass die Leute vorsichtiger werden“, so Segmihler-Pye.

Geschäftsschließung wegen Corona: Büchergalerie bleibt erreichbar

Trotz Schließung will sie weiterhin für Kunden da sein. Vormittags ist sie telefonisch in der Büchergalerie erreichbar. „Wir können weiterhin bestellen. Allerdings gibt es bei uns nur die Option ’zur Abholung im Laden’.“ Weil eine Abholung durch Kunden allerdings nicht mehr erlaubt ist, hat Segmihler-Pye überlegt, nachmittags einen Lieferdienst einzurichten. „Das geht aber nur in Einzelfällen, wenn mir glaubhaft versichert wird, dass Bedarf besteht.“

Bis einschließlich 30. März sollen alle Geschäfte in Bayern geschlossen bleiben. Wie es danach weitergeht, ist noch ungewiss. Markus Scherrer vom Expert-Technomarkt in Schongau-West befürchtet allerdings, dass die Schließungen noch länger andauern werden.

Geschäftsschließung wegen Corona: Kunden rüsten sich fürs Home-Office

Auch hier wurde vor allem am Wochenende und Montag noch eingekauft. „Wir haben ein bisschen mehr Tintenpatronen für Drucker, Batterien und Papier verkauft“, erzählt Scherrer. Die Leute rüsteten sich für den Fall, von zuhause arbeiten zu müssen, wie es in vielen Firmen bereits der Fall ist. Ansonsten sei „ganz normal“ eingekauft worden, so Scherrer.

Erst steht noch die Inventur an, dann bleibt der Expert in Schongau komplett zu, sagt Markus Scherrer.

In den nächsten Tagen, wenn Expert geschlossen bleibt, bereiten die Mitarbeiter die Inventur vor, die ohnehin für diese Woche geplant war. Doch nach der Inventur am Freitag bleiben die Mitarbeiter wohl daheim. Auch Bestellungen sind nicht mehr möglich. Es wird gar nichts mehr geliefert, erklärt Scherrer.

Wegen Corona: Hinweisschild informiert über Geschäftsschließung

Wie bei den meisten Geschäften in der Schongauer Altstadt ist auch an der Eingangstür von Huber-Moden am Marienplatz ein Hinweiszettel angebracht, der die Kunden über die angeordnete Schließung informiert. Den letzten Öffnungstag nutzen Kunden vor allem, um bereits bestellte Kleidungsstücke abzuholen, erzählt Andreas Huber. Ansonsten sei nicht mehr ganz so viel los wie in den vergangenen Tagen. Besonders am Montag, als die Entscheidung, die Läden zu schließen, bekannt wurde, hätten sehr viele Leute bei Huber-Moden sowie dem Tom-Tailor-Laden nebenan vorbeigeschaut. „Da lief es richtig gut.“

Ähnlich sah die Situation bei „Kern Schuhe“ in Schongau-West aus. Am Montag gab es kurzzeitig einen Ansturm auf das Geschäft, erzählt Daniel Hauch. „Vor allem Familien mit Kindern und Rentner waren da, obwohl sie ja zur Risikogruppe zählen“, so Hauch. Ihm ist außerdem aufgefallen, dass, anders als sonst, vor allem mit großen Scheinen bezahlt wird. Er fragt sich, wie es nach der angeordneten Schließung weitergeht, da es dem Einzelhandel jetzt schon nicht sonderlich gut gehe, so Hauch.

Alle Entwicklungen zum Corona-Virus im Landkreis Weilheim-Schongau gibt es in unserem Newsticker

Außerdem interessant: Wahlplakate gehen in Flammen auf - Schongauer Feuerwehr muss ausrücken

Hier gibt es weitere Nachrichten aus Schongau und Umgebung

In den Seniorenheimen in Bayern gilt derzeit eine Null-Besuch-Regelung. Mit einer rührender Bitte wenden sich die Bewohner und die Mitarbeiter des Schongauer Heiliggeist-Spitals in der Corona-Krise nach draußen.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Peitinger Postagentur weiter geschlossen
Peitinger Postagentur weiter geschlossen
„Wir alle müssen die Stimme der Angehörigen sein“
„Wir alle müssen die Stimme der Angehörigen sein“
Polizeipräsident ist fassungslos: Gewalt gegen Polizisten nimmt zu - auch im Landkreis Weilheim-Schongau
Polizeipräsident ist fassungslos: Gewalt gegen Polizisten nimmt zu - auch im Landkreis Weilheim-Schongau
Die Königsdisziplin der Klassik
Die Königsdisziplin der Klassik

Kommentare