Die Taxifahrerin wol lte ihn nicht nach Hause bringen: „Sir Florian Prinzregent vom Schongauer Narrenreich“.

Geschichten, die der Fasching schreibt

Weil Taxi ihn nicht mitnehmen wollte: Nächtliches Polizei-Geleit für Prinz Florian

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Geldbeutel leer, EC-Karte daheim, Taxifahrerin streikt, Polizei-Eskorte: Schongaus Faschingsprinz Florian Igl war gerade mal eben so nach einem schweren grippalen Infekt auf die Beine gekommen, da hatte ihn das Unglück schon wieder eingeholt. Die ganze Geschichte einer irren Nacht.

Schongau Eines ist klar: „Sir Florian Prinzregent vom Schongauer Narrenreich“ ist einer der feinsten Kerle, die Schongau je als Tollität beehrt haben. Aber irgendwie meint es das Schicksal trotzdem nicht gerade gut mit ihm. Erst fällt er wegen einem schweren Infekt aus und muss sich vertreten lassen (wir berichteten). Und dann auch noch das: Beim ersten offiziellen Auftritt nach der Erkrankung im Peitinger „Bergwerk“ geht dann noch irgendwie nach dem Auftritt alles schief.

Auftritt prima, alles gut. Ein bisschen Feierei muss auch sein nach dem ganzen überstandenen Siechtum. Als Prinz Florian dann zu vorgerückter Stunde mit dem Taxi nach Hause fahren möchte, durchfährt ihn der Schreck: Geldbeutel leer, EC-Karte – natürlich – daheim.

Taxifahrerin verweigert Heimfahrt

Die Taxifahrerin indes findet das gar nicht lustig. Dass der in vollem Prinzen-Aufzug berockte junge Mann durchaus Geld hat und die Fahrtkosten sofort noch zu Hause begleichen möchte, imponiert der Taxifahrerin wenig. Eine Heimfahrt verweigert sie unter diesen Bedingungen – und ruft dann sogar noch die Polizei.

Die rückt auch tatsächlich zum „Tatort“ aus. Findet dort den traurigen Prinzen vor, der eigentlich nur noch eines will: endlich heim ins Bett.

Tatsächlich bekommt ihre Tollität Unterstützung von den Polizeibeamten. „Das ist doch der Prinz von Schongau! Das können Sie doch nicht machen, dass Sie den nicht heimfahren!“, ergreift einer der Beamten Partei für den glücklosen Herrscher. Die Taxifahrerin bleibt standhaft. Nein: Sie fährt den jungen Mann nicht nach Hause.

Prinz voraus, Polizei hinterher

Es wird viel diskutiert. Und schließlich findet sich doch noch ein Kompromiss: Prinz Florian darf im Taxi nach Hause fahren. Allerdings nur, wenn die Polizei mitfährt und kontrolliert, dass die Fahrt am Ende auch tatsächlich bezahlt wird. Die Polizisten lassen sich dazu überreden, auch wenn sie sicherlich anderes zu tun gehabt hätten. Schließlich muss der Schongauer Prinz schnell ins Bett. Bis zum nächsten Auftritt an der Schongauer Grundschule sind es nur noch wenige Stunden.

„Ja, Polizei-Geleit: Das hat nicht jeder“, erklärt Florian Igl auf Anfrage der Schongauer Nachrichten. Tatsächlich fand er den nächtlichen Polizei-Einsatz gar nicht so lustig. „Wegen so einer Lappalie“, meint er kopfschüttelnd. Zumindest dürfte „Sir Florian Prinzregent vom Schongauer Narrenreich“ als erster Schongauer Faschingsprinz in die Vereinsgeschichte der SFG eingehen, der unter Geleitschutz der Polizei heimgefahren wurde.

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