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Das erste ist schon weg, das zweite bald: Der Abriss der Haindl-Häuser schreitet voran. Aus Sicherheitsgründen muss ab Montag die Abbiegespur zum UPM-Werk gesperrt werden, die Zufahrt ist dann nur noch aus Richtung Schongau möglich.

Heißer Herbst steht bevor

Schongau wird zur Baustelle – nur wann?

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Der Stadt Schongau und vor allem den Autofahrern steht ein heißer Herbst mit vielen Baustellen auf den Hauptstraßen bevor – wenn alles klappt. Denn ansonsten droht nächstes Frühjahr das totale Chaos.

Schongau– Stetig wie ein hungriger Käfer hat sich der Abrissbagger in den vergangenen Wochen in das erste der beiden Haindl-Häuser vorgefressen, die an der Peitinger Straße abgerissen werden. Das grüne Haus ist mittlerweile Geschichte, jetzt geht’s beim gelben Eckhaus direkt an der UPM-Einfahrt weiter – im hinteren Bereich klaffen schon große Lücken in der Hausfassade. Doch während der Abriss des ersten Hauses keine Auswirkungen für die Autofahrer hatte, wird das beim Eckhaus anders sein. Denn dort gibt es keinen Grünstreifen, es steht näher an der Straße. Deshalb müssen die riesigen Schutzwände direkt auf die Fahrbahn gestellt werden.

Das bedeutet laut dem zuständigen UPM-Sprecher Helmut Hunger, dass die Linksabbiegespur zu UPM aus Richtung Peiting ab Montag voraussichtlich bis Mittwoch, 9. August, gesperrt werden muss. Autofahrer, die aus Richtung Peiting kommen und zu UPM wollen, müssen also geradeaus weiterfahren und die Runde über die Bahnübergänge machen, um in Gegenrichtung dann rechts abbiegen zu können. Lkw müssen sogar bis zum Europa-Kreisel unterhalb des Krankenhauses fahren, um zu wenden. Hunger hofft, dass die Hinweise befolgt werden – sonst sorgen Linksabbieger auf der Peitinger Straße für Staus.

Diese Baustelle ist nur ein kleiner Vorgeschmack auf das, was im weiteren Verlauf des Jahres noch geplant ist. Martin Blockhaus vom Stadtbauamt warnte im Stadtrat: „Wir erwarten große Verkehrsbehinderungen und bitten jetzt schon um Verständnis.“

- An erster Stelle stehen die Pläne für die sogenannten intelligenten Ampeln, die das Staatliche Bauamt an der Bahnhofstraße für die veralteten Exemplare baut. Die Stadt ist dabei quasi nur als Anlieger mit im Boot. Allein schon der Ampel-Austausch an der Spinne, am Münztor und der Butterwerks-Kreuzung ist umfangreich. Dazu kommen noch zahlreiche Kreuzungs-Umbauten mit Verkehrsinseln etwa an der Münztor-Ampel oder neue Querungshilfen auf Höhe Jugendheimweg und beim Lidl.

Nicht direkt in diese Maßnahme involviert, aber parallel miterledigt wird vom Bauamt eine weitere Querung auf Höhe des Dänischen Bettenlagers und ein sogenannter Tropfen weiter südlich in der Einfahrt zur Hermann-Ranz-Straße, der seit Jahren überfällig ist und Fußgängern das Überqueren dieser riesigen Asphaltfläche erleichtern soll. Interessant: Zwischen Butterwerks-Ampel und Spinne wird ein sogenannter Flüsterasphalt aufgebracht.

Die Stadt will gleichzeitig noch die marode Straße hoch zum Maxtor sanieren. „Die Zufahrt zur Altstadt über das Münztor wird aber immer gewährleistet sein“, verspricht Blockhaus. Die erste Verbesserung soll bereits in zwei Wochen kommen, nämlich eine sogenannte Vorschaltampel an der Marktoberdorfer Straße stadteinwärts nahe des Schulzentrums, die anspringt, wenn es großen Rückstau in der Fanschuhstraße gibt.

Drei Monate dürften die Arbeiten dauern, schätzt Blockhaus, geplant ist von September bis November. Doch es gibt – abgesehen vom unberechnbaren Wetter – noch ein weiteres großes Fragezeichen: die gute Baukonjunktur. „Wir haben am 10. August Submission und hoffen, dass wir ein passendes Angebot bekommen“, so Blockhaus. Denn wenn nur völlig überteuerte Summen gefordert werden, muss die Ausschreibung im Winter wiederholt werden, dann kann erst nächstes Frühjahr gebaut werden – mit fatalen Folgen.

-Denn dann ist eigentlich die extrem aufwändige Sanierung des Lechbergs vorgesehen, dessen Untergrund abgesackt ist. Das ist dringlich, kann nicht verschoben werden – und wird Monate dauern, weil die Arbeiten sehr kompliziert sind mit Bohrpfahl-Stabilisierung und ähnlichem. Doch parallel Maxtor und Lechberg zu, Münztor eventuell nur eingeschränkt befahrbar – dann kann man die Altstadt gleich zusperren. „Deshalb wollen wir die Ampel-Maßnahme ja unbedingt noch dieses Jahr durchführen“, so Blockhaus.

-Damit nicht genug der Baustellen. Eng könnte es ab Herbst auch am Ortseingang von Richtung Peiting kommen. Dort muss das Staatliche Bauamt die mehr als 60 Jahre alte Kanalbrücke ersetzen, die nicht mehr saniert werden kann. Dazu wird zwischen bestehender Brücke und Bahngleis eine einspurige 61 Meter lange Ersatzbrücke erstellt, die bestehende Brücke in der Mitte durchgesägt und erst eine, dann die andere Seite neu gebaut. Das hat den Vorteil, dass in beide Richtungen immer eine Fahrspur zur Verfügung steht. Doch natürlich wird so eine aufwändige Maßnahme nicht ohne zeitweise Einschränkungen wie Ampeln funktionieren, heißt es im Staatlichen Bauamt. Der Bau der Ersatzbrücke ist ebenfalls ab September eingetaktet, doch noch seien die Ergebnisse der Submission nicht ausgewertet, heißt es.

Bedeutet: Es wird viel gebaut werden in Schongau, doch wann genau, ist noch unklar. Zumindest von Westen her über die Marktoberdorfer Straße ist die Zufahrt stets problemlos möglich. Die soll zwar auch schon seit Jahren saniert werden, ist aber frühestens 2019 dran.

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