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Nicht mehr farbig, sondern weiß und fest verankert sind die neuen Zelte für den Schongauer Sommer

Historischer Markt am Volksfestplatz

Mit Schirmen, aber ohne „Furunkulus“

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Die ersten von rund 85 Buden wurden bereits am Montag aufgestellt, am gestrigen Mittwoch erfolgte die TÜV-Abnahme der im vergangenen Jahr so heiß vermissten Schirme beim Historischen Markt des Schongauer Sommers. Das Programm für den 9. bis 18. August steht, Wegezoll muss auch diesmal nicht entrichtet werden.

Schongau – Wer sich an den Schongauer Sommer im vergangenen Jahr erinnert, denkt möglicherweise an sengende Hitze auf ungeschützter Teerfläche mit zugeklappten Fallschirmen beim Gastrobereich. Beim Abnahmetermin der Partyschirme kurz vor Start des historischen Marktes waren fehlende Dokumente bemängelt worden wie Prüf- und Abnahmeberichte. Die Schirme sind zwar in Österreich zugelassen, aber ohne Prüfbuch kein Haken im Sinne der Bayerischen Bauordnung.

Marktbesucher können gemütlich Platz nehmen

Heuer können die Marktbesucher am Volksfestplatz gemütlich Platz nehmen unter zwei Zelten in Fallschirmform, denn am gestrigen Mittwoch gab es das Go seitens des TÜV Süd. „Freigabe für Schongau“, konnte Manfred Wodarczyk (Schongauer Sommer) vermelden. Die Konstruktion sei seitens des Herstellers deutlich verstärkt worden. Damit fällt eine große Last von den Schultern des Organisations-Teams rund um Wodarczyk.

Bereits seit Anfang der Woche wird am Volksfestplatz aufgebaut. Im Bild der Keppeler-Stand.

Der Verein, der im kommenden Jahr sein 20-jähriges Jubiläum feiert, hat inklusive gastronomischer Angebote zwischen 80 und 85 Buden und Stände am Start. Der Markt ist mittlerweile fast ein Selbstläufer, deutet der Schongauer-Sommer-Chef an. „Ich muss mich gar nicht mehr groß um die Stände kümmern, die Anfragen trudeln übers Jahr hinweg von alleine ein.“ Gesetzt wird auf Altbewährtes, aber auch neue Standbetreiber sind dabei wie Schuhe aus Seegras oder punzierte Lederwaren.

Neue Buden auch im Gastrobereich

Neues gibt es auch bei Speis und Trank: Für die veganen Gäste gibt es beispielsweise einen neuen Anlaufpunkt mit vielen feinen Leckereien ohne tierische Inhaltsstoffe. Eher etwas rustikaler ist da schon das Angebot im Wikinger- Schiff unter anderem mit Fleischfladen oder belegten Vinschgerln, auch Wildschwein kommt auf den Grill. Und natürlich sind die heimischen Wirte mit Essensbuden wieder vertreten, darunter etwa der Peitinger Gasthof Zum Keppeler oder Indische Spezialitäten des Schongauer Restaurants Namaste. „Bei uns sind die wahren Schmankerltage“ witzelt Wodarczyk in Richtung gleichnamiger Veranstaltung am Marienplatz oder Schmankerlfest in Peiting.

Wieder großes Unterhaltungsprogramm

Natürlich darf das Unterhaltungsprogramm nicht fehlen, das viele Besucher sehr schätzen. Auch in diesem Jahr werden wieder zwei Bühnen bespielt, die bereits Anfang der Woche aufgebaut wurden. Die Spielleute „Furunkulus Bladilo“ mussten recht kurzfristig absagen, aus gesundheitlichen Gründen eines Bandmitglieds, der derzeit nicht auftreten kann. Dafür sind „Phoenexx“ neu dabei, die Wodarczyk bei einem Hexentreiben kennengelernt hat. Vor zwei Jahren traten Bohemian Bards schon einmal als Vorgruppe auf, nun sind sie neben den „Weltenkriegern“ und „The Sandsacks“ fest im Programm. Damit auf Bühne eins keine „Zwischenräume“ entstehen, wie Wodarczyk es formuliert, spielen dort auch mal die Straßenmusiker, die sonst eigentlich Bühne Nummer Zwei bevölkern. Neu sind „Sphärenschmiede“, die anderen Straßenmusiker aus Augsburg – Attila & Friends, Mandara, Riccardo Ferrara und Musique in Aspik – sind wohlbekannt.

Auch für Kinder viel geboten 

Zu schauen gibt es für Groß und Klein immer etwas, ein Rahmenprogramm ist ganztägig geboten. Wer das Feuer liebt, kann bei Fakir Lubo mit seiner Feuershow staunen oder bei Kael Narez aus Brasilien „Spiel mit dem Feuer“. Gaukler kommen nach Schongau, es wird gefilzt, man kann Haar- und Fischernetze anfertigen, Kinder können sich schminken lassen, Papier schöpfen, Seile machen und dem Puppenspieler zusehen, man kann Quarz-Geoden knacken, dem Schmied über die Schulter schauen oder sich informieren, wie eine Drehleier funktioniert. Nicht zuletzt gibt es wieder ein Lagerleben.


Info: Geöffnet ist der historische Markt am Festplatz Schongau ab Freitag, 9. August, bis Sonntag, 18. August, täglich zwischen 12 und 24 Uhr. Weitere Infos online unter www.schongauer-sommer.de.

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Der Ärger mit den großen Schirmen überschattete letztes Jahr den historischen Markt.

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