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Die besten Abiturienten mit einem Schnitt von 1,5 und besser. Rechts Oberstufenkoordinator Klaus Priewich, links daneben Schulleiter Bernhard O’Connor.

Welfen-Gymnasium

Schongauer Abiturfeier: Die nächsten Gipfel warten schon

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Nach dem Vorjahres-Rekord mit 141 Absolventen ist der diesjährige Abiturjahrgang am Schongauer Welfen-Gymnasium mit 121 Absolventen deutlich kleiner, doch dafür mit einer Durchschnittsnote von 2,25 der beste seit Jahren. Für den neuen Schulleiter Bernhard O’Connor war es eine gelungene Premiere, sein Vorgänger Wolfgang Gebler erlebte dagegen eine bittere Stunde.

Schongau – Viele Tipps hatten die Festredner für die Abiturienten parat. Schulleiter Bernhard O’Connor riet den ehemaligen Schülern, den Zauber des Neuen auszukosten. Es sei eine Verantwortung, das Leben in die eigene Hand zu nehmen, „das werden Sie deutlich spüren“. Andererseits könne man sich auf die neue Lebensphase freuen, fern von elterlicher Fürsorge, in einer eigenen Wohnung lebend – „in Letzterem liegt auch für die Eltern ein gewisser Zauber“, sagte O’Connor unter dem Gelächter des Publikums in der Lechsporthalle. Auf die großartige Leistung, das Abitur geschafft zu haben, dürften die Schüler stolz sein. Immerhin haben 83 Prozent der 146 Schüler, die 2009 ans Gymnasium gekommen sind, den Abschluss geschafft, davon sogar 39 mit einem Einser-Abitur.

Dreimal 1,0: (v.l.) Lea Erhard, Rebecca Hoffmann und Moritz Kraus.

Auch Bürgermeister Falk Sluyterman hatte Ratschläge parat. „Feiern Sie, Sie haben es sich verdient“, sagte er. Nach rund 4500 Tagen Schule mit Höhen und Tiefen verlasse man das Elternhaus, das sei auch für Väter und Mütter ein Einschnitt. Er schaue in seinem Arbeitszimmer oft eine Collage an, die aus Bildern von seinem letzten Schultag entstanden sei, und denke an die unbeschwerte Zeit damals zurück – die so nicht wiederkomme, wie er mittlerweile weiß. „Gehen Sie Ihren eigenen Weg und lassen sich von Eltern, Freunden und Bekannten nur beraten, nicht bevormunden. Und geben Sie unserer Region eine Chance, wir haben viele interessante Betriebe hier.“

Vize-Landrat Karl-Heinz Grehl wiederum forderte die Abiturienten auf, in die Welt hinauszugehen. „Das Abizeugnis spielt bald keine Rolle mehr, es wird andere Abschlüsse geben“, sagte Grehl, der selbst an einer Hochschule in München arbeitet und sich schon auf Nachwuchs freut. Er sehe in der Uni-Bibliothek oft bis spät in die Nacht das Licht brennen, „das war zu meiner Zeit nicht so – die Ergebnisse werden immer besser.“

Für Englisch- und Sportlehrerin Veronika Dietzel dagegen war es eine Premiere, vor so vielen Menschen zu sprechen – sie, die erst vor 13 Jahren selbst den Abitur-Gipfel erklommen hatte, wurde von den Schülern für die Lehrer-Rede ausgewählt. Sie blieb in der Berg-Sprache – kein Wunder, hat sie doch mit dem P-Seminar eine Reise nach Nepal absolviert. Das Leben sei wie Bergsteigen, sagte sie, und verglich unter anderem das Festklammern an einem Felsvorsprung mit einem Spickzettel. „Das Abitur ist eine tolle Leistung, aber oben angekommen seht ihr, dass dahinter viel höhere Gipfel warten“, so Dietzel. „Dazu braucht man Mut und Durchhaltevermögen, man muss Angst und Zweifel überwinden, wenn man gewohnte Pfade verlässt.“ Man werde auch einmal falsch abbiegen, das gehöre dazu. Aber: „Wichtiger als der Gipfel ist der Weg dorthin.“

Harte Worte: Paul Kutzner und Johanna Schöner.

Anschließend folgte die Zeugnis-Übergabe, wobei zahlreiche Schüler für ihre guten Leistungen extra geehrt wurden – allen voran Lea Erhard, Rebecca Hoffmann und Moritz Kraus, die alle mit 1,0 bestanden hatten. Da ließ sich die Frank-Hirschvogel-Stiftung, die traditionell den besten Abiturienten mit 1000 Euro belohnt, nicht lumpen und spendete zum ersten Mal drei Hauptpreise. Die Firma Hoerbiger zeichnete mit Tobias Lahner, Daniel Sandner, Pia Nath und Dennis Kugelmann die besten Schüler in den naturwissenschaftlichen Fächern aus, und Herzogsägmühle ehrte Nadine Rößle und Rene Wieland, die sich vor allem in der SMV besonders engagiert hatten, mit einem Gruppen-Wochenende auf einer Berghütte.

Nach einem erneuten Stück der Big Band von Musikschule und Gymnasium unter der Leitung von Andreas Immler, die zwischendurch für tolle Unterhaltung sorgten, hielten Johanna Schöner und Paul Kutzner als letzter Punkt die Abschiedsrede der Abiturienten – und die hatte es in sich. Nach lustigen Episoden, unter anderem über die Nacktbade-Aktion im Freibad Altenstadt, bedankten sie sich bei Schulleiter O’Connor, „der uns schon in seinem halben Jahr an der Schule näher war als sein Vorgänger“ – eine harte Attacke auf Wolfgang Gebler, der in der ersten Reihe saß. Diese Aussage war nachher Gesprächsthema Nummer eins unter den Besuchern.

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