Hölzerner Hammer auf Richterbank
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Das Gericht verhängte eine Jugendstrafe. (Symbolbild)

Aus dem Gericht

Schongauer bedrohte Bekannten mit Softairwaffe - jetzt steht das Urteil fest

Ein zur Tatzeit 20-jähriger Schongauer musste sich kürzlich vor dem Weilheimer Amtsgericht verantworten. Er hatte letztes Jahr im Oktober eine Softairwaffe mit sich geführt und damit sogar einen Bekannten bedroht. Die Sache wurde vor einem Jugendschöffengericht verhandelt.

  • Der Vorfall ereignete sich währender Musiknacht in Schongau.
  • Der Angeklagte bestritt, die Waffe mit sich geführt zu haben.
  • Ihm wurde noch eine weitere Tat vorgeworfen.

Landkreis – 13 Streifenwagen und die Bundespolizei waren letztes Jahr Ende Oktober im Einsatz, nachdem ein Hinweis gekommen war, dass während der Schongauer Musiknacht ein junger Mann am Marienplatz mit einer Waffe hantiert und einem Bekannten diese sogar an den Kopf gehalten hatte. Dazu soll er gerufen haben, dass er einem weiteren Bekannten ins Gesicht schießen würde, wenn er ihm nicht sein Geld zurückzahlen würde.

Das alles geschah in einer Gruppe von jungen Leuten, die sich am Marienplatz getroffen hatten. Der Angeklagte war mit seiner Freundin dazugestoßen, hatte die Waffe, die einer echten Pistole nicht nur äußerlich sondern auch vom Gewicht her täuschend ähnelte, gezückt und einem vollkommen perplexen ehemaligen Mitschüler an den Kopf gehalten.

Einem weiteren Bekannten war die Sache mulmig und verständigte die Polizei, nachdem der Angeklagte sich entfernt hatte. Die Polizei traf den jungen Mann zuhause an und fanden die Waffe, diverse Gaskartuschen und Softairkugeln unter dem Bett. Der Besitz dieser Art von Waffe ist nicht strafbar, aber das Mitführen schon. Und das war einer der springenden Punkte in der Verhandlung. Denn der junge Mann gab an, die Waffe an dem Abend gar nicht bei sich gehabt zu haben. „Aber Sie kennen doch die Aktenlage und die belastenden Zeugenaussagen“, wunderte sich die Vorsitzende Richterin Claudia von Hirschfeld.

Zeugen bestätigen, dass der Angeklagte die Waffe bei sich trug

Der Angeklagte blieb jedoch bei seiner Aussage und sah eine Verschwörung seitens sämtlicher Aussagen seiner Bekannten und auch seiner damaligen Freundin, die mit dabei war. Jeder bezeugte, dass der Angeklagte diese Waffe dabei hatte. „Er wollte damit angeben“, vermutete ein Bekannter. Der Angeklagte brachte noch eine fragwürdige Durchsuchung eines Securitybeamten ins Spiel, der ihn und seine Freundin auf dem Weg zu einer Musikkneipe nach den angeblichen Tat auf Waffen kontrolliert haben soll. „Er hat mich und den Rucksack durchsucht, aber nichts gefunden“, sagte der Angeklagte.

Seine Ex-Freundin bestätigte das vor Gericht, hatte die Sache bei der polizeilichen Vernehmung aber nicht erwähnt. So erschien das als eine abgesprochene Sache zwischen den Beiden. Dem Angeklagten wurde noch eine weitere Tat vorgeworfen, die sich drei Tage zuvor ereignet hatte. Ein damals 15-jähriger Schongauer wurde mitten am Tag unvermittelt von einer Softairpistole angeschossen und leicht an der Brust verletzt. Der Jugendliche hatte sich gebückt, um sein Feuerzeug aufzuheben. „Als ich hochschaute kam mir ein maskierter, ganz schwarz gekleideter Mann auf einem Fahrrad entgegen, blieb stehen und schoss“, sagte der Jugendliche aus.

Zweiter Anklagepunkt wurde fallen gelassen

Das nächste Mal werde es eine richtige Waffe sein, soll der Maskierte noch gerufen haben. Der Junge traut sich auf Grund des Schocks seitdem nicht mehr alleine aus dem Haus und hat Schlafstörungen. Die Polizei sah in den beiden Taten mit der Waffe einen Zusammenhang. Somit stand der Angeklagte auch unter Verdacht, diese Tat begangen zu haben. Vor Gericht stellte sich aber heraus, dass der Angeklagte ein Bekannter des Jugendlichen ist. Bei der Gegenüberstellung schloss er aus, dass der Angeklagte der Täter gewesen war. „Von der Größe her könnte es stimmen, aber der Mann war viel breiter“, sagte er. Somit konnte nicht zweifelsfrei bewiesen werden, dass der Angeklagte die Tat begangen hat und die Anklage wurde in diesem Punkt fallengelassen.

Aber für das Mitführen der Waffe und die Bedrohung erhielt der zweifach vorbestrafte junge Mann eine Jugendstrafe von zehn Monaten, die zur Bewährung ausgesetzt wurde. Eine Geldauflage von 1000 Euro kam hinzu und, da auch ein Drogenproblem vorhanden ist, die richterliche Weisung, zwei Jahre den Konsum von Betäubungsmitteln zu vermeiden, nachzuweisen durch drei Drogenscreenings.

VON REGINA WAHL-GEIGER

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