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Susanne Becker (l.) und Petra Anderl auf dem Schongauer Marienplatz, wo sie am Samstag demonstrieren.

Am Samstag

Schongauer demonstrieren gegen die Strabs

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Der Protest gegen die Einführung der umstrittenen Straßenausbau-Beitragssatzung (Strabs) in Schongau nimmt immer größere Ausmaße an. Jetzt haben zwei Schongauerinnen für kommenden Samstag um 11 Uhr eine Demonstration auf dem Marienplatz angemeldet.

Schongau – Kein Thema bewegt die Schongauer derzeit so wie die Satzung, bei der auf Anwohner von grundsanierten Straßen mehrere tausend Euro zukommen können. Am Freitag wurden bereits in der dritten Woche in Folge von Ursula Ritter, Irmgard Schreiber-Buhl und Mitstreitern Unterschriften gegen die Einführung der Strabs im Rathaus abgegeben, dieses Mal 456 – damit sind es in Summe bereits 1782 Unterschriften. „Weitere werden folgen“ kündigen die Strabs-Gegner an.

Doch Unterschriftensammeln ist manchen Gegnern nicht genug. „Viele haben beim Unterschreiben gesagt, sie möchten gerne noch mehr tun“, sagen Petra Anderl und Susanne Becker. Deshalb haben sich die beiden Schongauerinnen entschlossen, nicht länger still und leise Unterschriften zu sammeln, sondern eine Demonstration auf dem Marienplatz zu veranstalten. Die Idee wurde schon vor einigen Wochen geboren, jetzt wurden die Pläne aktuell, „nachdem sogar 80-Jährige uns gesagt haben, dass sie dort dabei wären“, sagt Anderl lachend.

Für die beiden Organisatoren ist das völliges Neuland. Becker hat einmal als Jugendliche für den Frieden demonstriert, mehr nicht, und als Protest-Organisatorinnen sind sie natürlich auch noch nie aufgetreten. Doch die gefühlte Ungerechtigkeit, die die Strabs für sie darstellt, hat sie zu diesem Schritt getrieben, sagen sie. „Wir wussten gar nicht, was man alles machen muss“, sagt Becker. Im Rathaus verwies man sie ans Landratsamt, gab ihnen aber vorher einen Anmeldezettel an die Hand. Da wird gefragt, wo die Demo geplant ist, wie viele Personen erwartet werden, ob ein Megafon benutzt wird, ob es Flugblätter und Transparente geben wird und wie viele Ordner vorgeschrieben sind. „Wir haben einfach alles mit Ja angekreuzt“, sagt Becker. Die Genehmigung aus dem Landratsamt liege bereits vor, die der Stadt dürfte nur noch Formsache sein.

Wie viele an der Demonstration teilnehmen, können die beiden nicht abschätzen. Doch geht es nach den abgegebenen Unterschriften, könnte es auf dem Marienplatz voll werden. „Ab 250 Teilnehmern brauchen wir acht Ordner, die werden wir stellen“, sagt Becker. Ausdrücklich sind auch Strabs-Gegner aus anderen Gemeinden eingeladen.

„Wir werden Flugblätter verteilen und einige Bürger sprechen lassen, die sagen sollen, warum sie gegen die Strabs sind“, sagt Becker. Dazu werden Lieder gesungen unter anderem nach der Melodie von „Jetzt fahrn wir übern See“, nur umgedichtet in einen Anti-Strabs-Text.

„Die Bürger wollen nicht alles mit sich machen lassen“, sagt Anderl zu den Beweggründen, die sie und viele andere Schongauer haben. Oft schweige man, aber bei diesem Thema sei das vorbei: „Die Bürger werden resoluter“, hat Anderl bemerkt. Spätestens am Samstag wird sie wissen, wie viele Schongauer genauso denken.

Die Demonstration

gegen die Straßenausbau-Beitragssatzung findet am Samstag, 7. Oktober, von 11 bis 12 Uhr am Schongauer Marienplatz statt.

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