Aus dem Gericht

Schongauer Dieb (20) muss noch länger in Haft

Zum wiederholten Mal saß ein 20-Jähriger wegen Diebstahls auf der Anklagebank. Er wurde direkt aus der Justizvollzugsanstalt (JVA) Neuburg in den Gerichtssaal des Weilheimer Amtsgerichts geführt. Denn er sitzt derzeit wegen einschlägiger Vergehen eine zweijährige Gesamtjugendstrafe ab, verhängt vom Amtsgericht Landsberg. Diese Strafe verlängerte das Weilheimer Schöffengericht um weitere vier Monate.

Schongau Sein letztes Urteil war gerade rechtskräftig geworden. Die Aussicht, für zwei Jahre ins Gefängnis zu kommen, hielt den damals 19-Jährigen nicht davon ab, noch einmal einen Diebstahl zu begehen. So entwendete er in einem Einkaufsmarkt in Schongau zwei Playstation-Spiele und zwei Schachteln Zigaretten. Das Diebesgut hatte einen Gesamtwert von rund 70 Euro.

Recht erklären konnte der junge Mann seine Tat, die er sofort in vollem Umfang zugab, nicht. „Ich musste erst in den Bau kommen, um zu wissen, wie dumm ich jedes Mal gewesen bin“, erklärte er der Vorsitzenden Jugendrichterin Claudia von Hirschfeld und ihren beiden Schöffen. Die Haftstrafe scheint dem bis dahin unbelehrbaren, mit sieben meist einschlägigen Vorstrafen behafteten jungen Mann zu einer gewissen Einsicht gebracht zu haben. Seit August letzten Jahres befindet er sich in Haft, machte dort einige Lehrgänge und integriert sich laut vorgelesenem Haftbericht positiv in den Tagesablauf.

Die Beweisaufnahme, wie auch die jeweiligen Plädoyers von Staatsanwalt und Verteidiger, fielen in diesem Fall kurz aus. Man war sich einig, dass der junge Mann aufgrund seiner kriminellen Vorgeschichte keine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe auf Bewährung erhalten könne. Zusammen mit dem Jugendgerichtshelfer stimmte man auch überein, dass der Angeklagte wegen seiner Reifeverzögerung noch nach dem Jugendstrafrecht verurteilt werden sollte. Eine Gesamtfreiheitsstrafe unter Einbeziehung der schon verhängten Jugendstrafe stand somit im Raum.

Das Schöffengericht beriet sich nur kurz. Der junge Mann, der bis zu seiner Verurteilung in einem kleinen Ort im westlichen Schongauer Land wohnte, wurde zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von zwei Jahren und vier Monaten verurteilt. „Nutzen Sie die Zeit in der Haft, um daraus etwas zu lernen“, gab ihm die Richterin mit auf den Weg. Der 20 Jährige nahm das Urteil sofort an. Es ist somit rechtskräftig.

Regina Wahl-Geiger

Rubriklistenbild: © dpa

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