Schongauer Einzelhandelskonzept

Jetzt soll es konkret werden

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Das Einzelhandelskonzept der Stadt Schongau ist im Mai 2017 fertig geworden, bisher sind vereinzelt kleinere Maßnahmen angelaufen. Jetzt fließen die Ergebnisse erstmals auch in die Bauleitplanung der Stadt Schongau ein. Weil eine Bauvoranfrage vorliegt für Schongau-West, soll für diesen Bereich jetzt ein neuer Bebauungsplan aufgestellt werden.

Schongau – Der Schongauer Stadtrat entschied in seiner jüngsten Sitzung mit einer Gegenstimme, den Bebauungsplan „Einzelhandel in den Gewerbegebieten nördlich der Marktoberdorfer Straße“ aufzustellen. Konkret wird es dann im nächsten Bau- und Umweltausschuss, der mit der Umsetzung beauftragt ist und sich bereits am heutigen Dienstag, 25. September, in seiner Sitzung erstmals damit befassen wird (17 Uhr).

Überplant werden soll der Bereich zwischen Obi und ATU an der Marktoberdorfer Straße bis zu den Grundstücken nördlich der Ingenrieder Straße. „Ziel des Einzelhandelskonzeptes ist, den Einzelhandel vor Ort zu stärken“, so Meike Petro, bei der Stadt für die Wirtschaftsförderung und Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Das Konzept, speziell die Sortimentsliste für Schongau, solle Grundlage für die weitere Entwicklung darstellen, so Stadtbaumeister Sebastian Dietrich. „Sie ist in die Zukunft gerichtet, bestehende Bereiche haben aber Bestandsschutz und werden natürlich auch nicht behindert, dürfen sich weiter entwickeln“, stellt Dietrich klar.

Für das Konzept – das Papier ist 150 Seiten stark – wurde der Bestand in Schongau erfasst und grob in die Bereiche Altstadt und die beiden Versorgungsbereiche Gewerbe Schongau-West und An der Leite sowie einen Nahversorgungsbereich eingeteilt. Die Sortimentsliste legt – zukunftsweisend – fest, was in welchem Bereich überwiegend angeboten werden soll. Bei einem Blick in die Schongauer Sortimentsliste des Einzelhandelskonzepts sind unter „innenstadtrelevant“ etwa Arzneimittel und Baby-/Kinderartikel aufgelistet, Bekleidung, Brillen und Bücher ebenso wie Schuhe, Spielwaren oder Uhren/Schmuck. „Wir versuchen immer auch, die Nahrungsmittel in die Altstadt zu bekommen“, so Petro. Für Berufstätige in der Altstadt kann die Mittagspause schon knapp werden, wenn man sich mit Lebensmitteln versorgen will, weiß sie aus Erfahrung. „Das scheitert aber auch an der Verkaufsfläche, die meisten Anbieter brauchen wesentlich mehr Fläche, was für die Innenstadt auch wieder nicht sinnvoll ist.“

Ein ausreichendes Angebot von Nahrungs- und Genussmitteln fehlt auch in Schongau-West. Bauplanungsrechtlich hat man zunächst die Möglichkeit, Vorgaben zu machen. In enger Zusammenarbeit können Dietrich und Petro dann versuchen, den Bauwerber in die relevanten Bereiche zu lenken. Petro: „Es ist ein Hand-in-Hand-Arbeiten.“ Zu den nicht-innenstadtrelevanten Sortimenten zählen beispielsweise Autoteile und Kfz-Zubehör, Baumarkt- und Gartenartikel, Leuchten, Möbel oder alles rund um den Tierbedarf. Petro: „Das ist auf Schongau abgestimmt, orientiert sich aber am Landesentwicklungsplan.“

Mit den Details beschäftigt sich nun erstmals der Bau- und Umweltausschuss, „das ist die logische Konsequenz auf den Beschluss des Einzelhandelskonzepts“, so Dietrich. Siegi Müller (ALS) war der einzige, der sich im Stadtrat zum Thema äußerte. Er stimme grundsätzlich zu, befürchte jedoch, dass es sich um einen Papiertiger handele. Er wurde daran erinnert, dass das Einzelhandelskonzept einstimmig beschlossen worden war.

Dieses ist ein Teilbereich des Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzepts (ISEK). Die 3. Steuerungssitzung war erst dieser Tage, „wir arbeiten uns weiter vor“, verrät Dietrich. Einen Zwischenstandsbericht soll es Ende Oktober geben. „Die Ziele und Handlungsfelder werden vorgestellt“, so Petro. Dietrich ist zuversichtlich: „Es geht voran.“

Rubriklistenbild: © dpa / Uwe Anspach

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