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Schongauer Faschingsumzug

Faschingsgaudi mit mobilem Klohäusl

Hoch her ging es am Sonntag in der Schongauer Innenstadt, die ihrem Namen als Narrenhochburg alle Ehre machte. Tausende von Besuchern hatten ihren Spaß: Sie lachten zum Beispiel über Landrätin Andrea Jochner-Weiß, die auf einer Abrissbirne saß, und auch über Stadtrat Paul Huber, der in einem nachgebauten Klohäusl eine dringende Sitzung hatte.

Schongau – „Wunderbar, eine super Idee“, bestätigte Bernbeurens Bürgermeister Martin Hinterbrandner, der sich als Jedi-Ritter vom Auerberg verkleidete und wie die vielen anderen Zuschauer schmunzelnd verfolgte, was die Narren so alles an den Pranger stellten. Das Thema Schnitzer-Stadel in Bernbeuren und der Denkmalschutz wurde gleich zweimal humorvoll dargestellt – einmal vom Faschingsclub Burggen mit Vorstand Lukas Schuster und ebenso von der Altenstadter Landjugend, die der Landrätin deutlich aufgezeigte: „Denkmalamt-Episoden werden zum Fass ohne Boden.“

Auch das Desaster um den Berliner Flughafen fand beim Schongauer Faschingszug mehrfach seinen Niederschlag: Die Reichlinger Landjugend griff dieses Thema auf, ebenso die Faschingsgesellschaft Epfach, die den neugewählten Bundestagsabgeordneten Michael Kießling aufrufen ließ: „Air Berlin ist nimmer vorhanden, am Flughafen ko i it landen, die Bahn kommt zu spät erst an, do bin i mit dem Auto besser dran.“

Und die Birkländer Narren stellten für Air Berlin ein nachgebautes Flugzeug mit einem Piloten (Michael Zöpf aus Apfeldorf) zur Verfügung und dazu noch eine fesche rotgekleidete Stewardess (Veronika Metz aus Dettenhofen, die ihren Freund aus Birkland begleitete).

Die Peitinger Landjugend mit Tobias Magg hatte ihren Faschingswagen zu einer blauen Tonne umdekoriert – quasi ein kostenloser Abholservice für das Schongauer Altpapier. „Wer die Pappe nicht ehrt, ist des Euros nicht wert“, so die Peitinger Landjugend.

Mit ihren mobilen WC sorgten die Altenstadter Faschingsfreunde für viel Heiterkeit. „Bei jedem Fest, da braucht’s a Klo, nur beim Schongauer Faschingszug geht’s auch so“, stellte Claudia Kögl fest und präsentierte ein fahrbares Klohäusl, in das für längere Zeit der Schongauer Stadtrat Paul Huber verschwand, um sein Geschäft zu verrichten. Als Alternative für das Mobil-WC wurde noch die Schongauer Faschingswindel vorgestellt.

Hochbetrieb hatte auch die Hohenfurcher Landjugend mit ihrer Altweibermühle, die ununterbrochen im Einsatz war. „Bereits beim Faschingszug in Schwabsoien haben wir mindestens 100 Frauen verjüngt, und in Schongau war es nicht anders“, verkündete ganz stolz Landjugend-Chef Philipp Egger. Wenn die rund 20 Helfer der Altweibermühle zupackten, johlten die Frauen. „Manche wollten sogar mehrmals verjüngst werden“, erzählte Egger.

Das Bienensterben war ein Thema für die Faschingsfreunde Schwabniederhofen. „Die Bienen sterben immer mehr, ohweh, dann gibt’s aber koan Honig mehr“, stand auf ihren Plakaten geschrieben. Zum Kreis der Bienen hatte sich Andrea Nocker in Verkleidung einer Blumenwiese gesellt.

„Jamaika war nur Schall und Rauch, jetzt ist es bald im Groko-Bauch“, machte sich die Junge Union Schongau über die langwierige Regierungsbildung in Berlin lustig. Für einen Heidenlärm sorgt die Landjugend Schwabbruck mit ihrer Retro-Musik, ebenso die Trommler von Pura Vida. Und dass ganz Rott im Dartfieber steckt, konnten die Besucher ebenfalls hautnah miterleben.

Nicht zu vergessen die vielen Fußgruppen, unter ihnen die geriatrische Reha des Krankenhauses Schongau. „Wir machen Senioren wieder fit“, versprach Regina Zöpf. Besonders im Blickpunkt standen auch vier rotgekleidete Närrinnen. „Wir sind das Herzbeben von Schongau und wollen was erleben“, flüsterten sie.

Angeführt worden ist der Gaudizug von der Stadtkapelle Schongau. Das Kommando für den erkrankten Stadtkapellmeister Marcus Graf hatte Alexandra Schedel übernommen. Auch sämtliche Prinzengarden aus Schongau und Umgebung hatten noch einmal einen großen Auftritt.

„Alles ist sehr schön anzuschauen“, bestätigte Andreas Hübinger aus Böbing, der mit Kind und Kegel zum Faschingszug nach Schongau gekommen war. Übrigens: Auch eine Königin aus Peiting, Alexa I., mit goldener Krone auf dem Kopf, wurde unter den vielen Besuchern gesichtet.

„Am besten hat mir der Festwagen mit der Landrätinund der Abrissbirne sowie das Klo-Häusl mit Paul Huber gefallen“, erzählte Hans Loth aus Schongau, der in der Verkleidung als ausrangierter Eisenbahner dem Forster Heini Konkurrenz machte.

Michael Gretschmann

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