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In Schongau-West soll ein Boardinghouse gebaut werden – mit 40 Betten. Schongauer Hoteliers befürchten massive Einbußen, vielleicht sogar Betriebsschließungen.

Aus dem Bauausschuss

Schongauer Hoteliers fürchten Konkurrenz

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Die Pläne für das Boardinghouse in Schongau-West bringen die Schongauer Hoteliers in arge Bedrängnis: „Es kann passieren, dass ortsansässige Betriebe schließen müssen“, so Alexander Holl im Namen aller. Der Stadt Schongau sind die Hände gebunden. Auch sieht man das Angebot in Schongau-West als belebende Konkurrenz.

Schongau Die Schongauer Hoteliers haben sich zusammengetan und traten in gemeinsamer Initiative an den Stadtrat heran. Die vier Hotels in Schongau – Hotel Blaue Traube, Hotel Alte Post, Hotel Rössle und Hotel Holl – befürchten massive Einbußen durch das erst kürzlich genehmigte Boardinghouse in Schongau-West. 40 Zimmer sollen in dem neuen Beherbergungsbetrieb über Fressnapf und Pennymarkt entstehen im eher günstigen Preissegment als Unterbringung für Monteure oder auch Radfahrer.Der Bauausschuss hatte Mitte Januar grünes Licht gegeben.

Nun war es erneut der Bauausschuss, der sich mit der Eingabe der Hoteliers befasste – an der Entscheidung ändert dies aber nichts. Stadtbaumeister Sebastian Dietrich machte nochmals deutlich, dass man baurechtlich gesehen auch gar nicht habe anders entscheiden können. Das Vorhaben liegt im rechtskräftigen Bebauungsplan, nach dem vorliegenden Nutzungskonzept habe die Stadt „keinen Ermessensspielraum“, sonst werde das gemeindliche Einvernehmen ersetzt. Unzulässig seien lediglich Betriebe, bei denen die Gäste länger, also mehr als ein paar Tage verweilen, wie bei einem Kurhotel, einer Werksunterkunft für Mitarbeiter oder Firmengäste. „Übernachten geht, wohnen nicht“, war nach der Januarsitzung Dietrichs Kurzerklärung gewesen.

Der Argumentation der Initiative, die Genehmigung für das Boardinghouse wieder rückgängig zu machen, wollte der Bauausschuss aber auch aus anderen Gründen nicht folgen. Deutlich klang an: „Konkurrenz belebt das Geschäft“, so Ilona Böse (SPD). „Die Leute wollen die Auswahl und die Vielfalt.“ Sie habe sich mit Ursula Diesch von der Tourist Info Schongau in Verbindung gesetzt als „1. Fachfrau“ in diesem Bereich. Alternativen gebe es in Schongau gerade im Lowbudgetbereich sonst keine.

Im Sommer käme es immer wieder vor, dass Gäste nach Peiting geschickt werden müssten, so der Hinweis von Kornelia Funke (CSU). Zwar werde natürlich erst geprüft, ob in Schongau noch Betten frei seien, aber einfache Pensionen für den Fahrrad- oder Rucksacktouristen gebe es bisher in Schongau nicht. „Egal, wo wir ansetzen, da müssen wir gemeinsam an einem Strick ziehen“, so der Aufruf Funkes auch in Richtung Hoteliers.

Stephan Hild (UWV), der die Argumente der Hoteliers nachvollziehen konnte, betrachtete die Thematik eher von einer anderen Warte aus: „Haben wir genug Gäste in Schongau, haben wir genügend Tourismus?“ Mit dem Baustein Tourismus und Naherholung beschäftige man sich derzeit intensiv, so der Hinweis des Stadtbaumeisters in Richtung Städtebauliches Entwicklungskonzept (ISEK). Nächste Woche gebe es hierzu eine Planungswerkstatt im Ballenhaus (18. Februar, 19 Uhr). Auch ein paar Zahlen hatte Dietrich im Gepäck „um zu beruhigen, dass da keine Gefahr auf Schongau zukommt“: In der Lechstadt gebe es vier Beherbergungsbetriebe mit mehr als neun Betten, in Peiting mehr als doppelt so viele. Bei den Betrieben mit weniger als neun Betten zähle man in Schongau jährlich 1600 Übernachtungen, in Peiting fast 10 000. „Von den Zahlen her im Vergleich zu Peiting besteht keine Gefahr.“

In Sachen Tourismus ließ Hild nicht locker, Schongau sei diesbezüglich nicht aktiv genug. Wie er nun bereits im Monatsrhythmus anmahne, müsse dringend das „Feld Tourismus beackert werden“. Dafür habe man bei der Stadt auch eine hauptamtliche Stelle, wetterte Hild. „Das geht mir so gegen den Strich, da wird jemand Vollzeit bezahlt, aber es ist nicht mal eine Teilzeitleistung.“ Ins gleiche Horn blies Bettina Buresch (ALS), die es als regelrecht „erschreckend“ bezeichnete, dass es in Schongau auch keinen Raum für größere Feiern gebe. „Und es hat mich immer gewundert, dass in Schongau der Tourismus so auf Eis liegt, die Stadt dümpelt vor sich hin und ist weniger bekannt als kleine Nester am Ammersee.“

Die Kritik in Richtung Tourismus sei angekommen. Das „Dahindümpeln“ wollte Bürgermeister Falk Sluyterman aber so nicht stehen lassen. „Da müssen wir aufpassen, dass wir keinen falschen Zungenschlag in die Diskussion bekommen – auch in Schongau gibt es angemessene Möglichkeiten für größere Feiern.“ In Sachen Boardinghouse wolle man sich aber nochmal zusammensetzen. „Wir schauen, dass wir eine Ergänzung schaffen, keine Konkurrenz“.

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