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Ein Stückchen vom Paradies ist Schongaus Lido für viele Badegäste.

Schongauer Lido

Wo man die Seele baumeln lassen kann

Es ist ein Platz zum Genießen. Ein Naherholungsgebiet mit unverwechselbarem Charme. Seit Jahrzehnten kommen Sonnenanbeter und Freunde erfrischender Wassertemperaturen zum Schongauer Lido, um auf den zum Wasser leicht abfallenden Grasflächen ihre Badetücher auszubreiten. Dieses Wochenende waren wettermäßig wieder ideale Voraussetzungen, dem beliebten Plätzchen einen Besuch abzustatten.

Schongau – Die Nachrichtensprecherin nennt es Götterwetter, Temperaturen bis 28˚ sind angesagt. Also Badesachen einpacken und ab zum Schongauer Lido. Denn dort ist einer der schönsten Plätze der Welt. Auf alle Fälle für Ana, für die es „mein Lieblingsplatz in Schongau“ ist. Mit dabei Franco, Goga und Silvester, die sich den blauen Steg zum Entspannen ausgesucht haben.

„Einfach die Füße ins Wasser baumeln lassen und entspannen, das ist wunderbar“, beschreibt es Ana. Natürlich dabei ist Söhnchen Leonardo, der hier am Lido seine ersten Erfahrungen mit dem kühlen Nass macht.

Schongaus Lido. Es ist ein kleines Stück vom Paradies. Gut, der Apfelbaum mit den rotbackigen Früchten fehlt hier, aber dafür spendet der große Kirschbaum viel Schatten. Darunter genießt Georg die Stille in der Natur. Bestimmt dreimal die Woche liegt er hier, um sich mit Freunden zu treffen. Georg 2, Carola und Hermine sind mit von der Partie. Inklusive Mischlingshundedame, die sich hier frei bewegen darf. Ein Vorteil, der an anderen Seen nicht gestattet ist. Und Hermine findet noch einen weiteren Vorteil, hier zu liegen. „Der Weg zum Schultz ist relativ kurz, das muss man ausnutzen“, sieht sie diese angenehme Seite.

Der Lido ist für Ana (links außen) das schönste Plätzchen in Schongau.

Ach ja, Schultz. Der Günter, der mit seinen kulinarischen Kreationen ins Bootshaus lockt. An diesem Abend steht „Rinderkeule Bootshaus Style“ ganz oben auf der Speisekarte. Natürlich mit Gemüse und Rosmarinkartoffeln. Und Sebastian ergänzt noch, dass die gegrillten Calamari unbedingt probiert werden müssen. Die mit den Ofenkartoffeln und frischem Salat. Die müssen Diana und Kresimir bis aus Kempten angelockt haben. Das Pärchen hat dort vom Bootshaus gehört und ist spontan nach Schongau zum Lido gekommen.

„Es ist hier eine traumhafte Location, nur eine vernünftige Beschilderung zum Bootshaus haben wir vermisst“, bemängelt Diana. Aber nur ganz nebenbei. Dann stürzt sie sich ins Wasser. Gefühlte 16 bis 17 Grad. Kresimir verbleibt auf seiner Liege. Weichei.

Einige Meter weiter genießt Christian aus einer Tupper-Dose den Wurstsalat von gestern. „Der muss weg“, so der kurze Kommentar. So wegen der Haltbarkeit und so. Jakob daneben verfolgt das Spielchen mit der Gabel. „So soll eine Unterlage geschaffen werden für das Championslegue-Spiel am Abend“, erklärt er lakonisch. Beide warten auf ihren Kumpel, der nach der Arbeit mit dem Zug nach Schongau kommt und dann bis zum Lido joggt. Respekt.

Zwei Pärchen auf den Badetüchern. Jedoch nach Geschlechtern getrennt. Annika und Sara links, Lukas und Tobi rechts. Auffallend dabei, dass alle dunkle Sonnenbrillen tragen. Annika trinkt auffallend oft aus der großen Wasserflasche. Des Rätsels Lösung. Schongaus Lido als grüne Relaxzone nach einer durchzechten Nacht. Die „Einfach-so-Fete“ in Altenstadt auf der Jacky-Alm zeigt ihre Nachwehen. Also nur ausnüchtern auf der Decke, nichts mit Anbandeln und so.

Der Schongauer Lido als Treffpunkt

Aber war es das nicht, was irgendwie dazugehört? Auf alle Fälle damals, als der Lido absoluter Treffpunkt nach der Schule war. Wo man sich dann auf der Decke möglichst unauffällig auffällig nahe kam? Wo ganz genau aus den Blickwinkeln jeder Annäherungsversuch der Konkurrenz beobachtet wurde? Da war dann einer der absolute König. Der, der einen Telefunken Bajazzo Kofferradio sein Eigen nennen durfte, aus dem die Hits der damalige Zeit herausdudelten. „Listen to me“ von den Hollies oder Manfred Mann’s Mighty Quinn waren die Klassiker am Lido. Wenn dann noch „Mr. Tamburine Man“ von The Byrds gespielt wurde und man von seiner Traumfrau zum Eincremen aufgefordert wurde, war man am Lido fast im siebten Himmel angelangt.

Nicht zu vergessen die Partys am Abend während der Städteverschwisterung, bei denen der Müller Sigi (später Stadtrat) auf seiner Gitarre La Bamba von Trini Lopez rauf- und runterklampfte und es zum zarten Körperkontakt kam, dann war man im Paradies.

Dieses Stückchen Paradies ist es auch bis heute noch geblieben. Ein Platz zum Abschalten, ein Platz zum zu sich finden. So bezeichnet es Angela, die mit dem Fahrrad aus Peiting über die Forststraße zum Lido kommt. Nach der Arbeit, um hier wieder Ruhe zu finden. „Die Farbe des Wassers und der leichte Wellengang beruhigen mich immer wieder“, erzählt sie mit festem Blick in Richtung Wasser. „Alles schaut hier nach Urlaub aus“, ergänzt sie – und genießt.

Hans-Helmut Herold

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