Manfred Schratt auf dem Gipfel der Lechtaler Wetterspitze. Sein Blick schweift in die Ferne...

Manfred Schratt startet heute zu Himalaja-Expedition

Ein Schongauer auf Weg zum Mount Everest

Schongau - Ein hohes Ziel hat sich Manfred Schratt aus Schongau gesetzt. Der 54-jährige Heizungstechniker bricht heute nach Nepal auf, wo er den Mount Everest (mit 8848 Metern der höchste Berg der Erde) bezwingen will. Der frühere Peitinger Höhenbergsteiger Michel Dacher hat das nicht geschafft.

„Ursprünglich war ein anderer Achttausender geplant, nämlich der Broad Peak“, berichtet Manfred Schatt. Dies sei aber derzeit aufgrund der politischen Lage in Pakistan nicht möglich. Deshalb hat sich der 54-jährige selbstständige Heizungstechniker entschlossen, heuer auf den Mount Everest zu gehen – auf einer neuen Route, denn der bisherige Anstiegsweg ist durch das Erdbeben im vergangenen Jahr nicht mehr begehbar.

„Nachdem im vergangenen Jahr niemand auf dem Gipfel stand, wurde für heuer ein Massenansturm erwartet“, erzählt Manfred Schratt. Doch genau das Gegenteil sei der Fall. So wenig Permits wie dieses Jahr seien schon lange nicht mehr ausgegeben worden. Für die Gruppe ein Glücksfall, denn bei einem Massenansturm ist das Vorwärtskommen am Berg immer schwierig.

Expedition wird gefilmt

Die Expedition unter der Leitung des Tirolers Lukas Furtenbach (von Furtenbach Adventures) besteht aus sechs internationalen Bergsteigern und zwei Kameraleuten eines Fernsehteams, die die Expedition begleiten und den Aufstieg filmen. Derzeit leisten Sherpas bereits Vorarbeit. Sie tragen die Verpflegung hoch und bringen Fixseile an der Aufstiegsroute an.

An Erfahrung am Berg mangelt es Manfred Schratt nicht. Als Fachübungsleiter der Alpenvereins-Sektion Schongau führt er im Winter Skitouren und im Sommer Hochtouren durch. Außerdem spielt er Eishockey und geht Mountainbiken, um sich fit zu halten. Seine gute Grundkondition und sein Durchhaltevermögen hat er schon während seiner achtjährigen Zeit als Fallschirmjäger in der Luftlande- und Lufttransportschule Altenstadt erlangt.

In den vergangenen Jahren hat der 54-jährige Schongauer bereits namhafte Berg bestiegen, z.B. den Elbrus (im Kaukasus), den Aconcagua (mit rund 7000 Metern höchster Gipfel Südamerikas) und den Kilimanjaro (Afrikas höchsten Punkt), sowie einige Viertausender in der Schweiz.

Der Mount Everest ist sein nächstes Ziel. Im Mai soll der 8848 Meter hohe Gipfel erreicht werden.

Daneben hat sich Manfred in den vergangenen sechs Wochen in einem Höhenzelt auf die Expedition vorbereitet. „Das Zelt simuliert die Höhe und verlagert die Akklimatisation in das heimische Schlafzimmer“, schildert er. Der Körper passe sich somit im Schlaf an die Höhe an. „Dadurch spart man vor Ort Zeit sowie aufwendige und gefährliche Aufstiege“, weiß der 54-jährige. Der Schongauer Arzt Dr. Detlef Adelt hat ihm bereits „Höhentauglichkeit“ bescheinigt und aus medizinischer Sicht grünes Licht gegeben.

In den ersten Tagen wird die Gruppe den 6189 Meter hohen Island-Peak besteigenund anschließend in das Base-Camp (auf 5150 Meter Höhe) marschieren. Dort werden die Teilnehmer nach und nach die Höhenlager einrichten und auf ein günstiges Wetterfenster hoffen.

Manfred Schratt hofft auf gutes Wetter

„Mit dem Wetter steht und fällt die ganze Expedition“, weiß Manfred Schratt nur zu gut. Am ungünstigen Wetter lag es einst auch, dass der Peitinger Höhenbergsteiger Michel Dacher, der zehn Achttausender bezwungen hat, den Mount Everest nie geschafft hat und dort immer wieder kurz vor dem Ziel umkehren musste.

Die Expedition mit Manfred Schratt (mit Flug von München über Dubai nach Katmandu) kann auf der Facebook-Seite „Furtenbach adventures“ mitverfolgt werden. „Dort wird alle zwei bis drei Tage Bericht erstattet“, kündigt der 54-jährige Schongauer an. Mitte bis Ende Mai soll der Gipfel des Mount Everest erreicht werden – vorausgesetzt das Wetter passt!

Michael Gretschmann

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