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Die Freude war groß, der Fasching kann kommen: Mit dem neuen Prinzenpaar Lukas Häußrer und Bianca Haseitl, eingerahmt von SFG-Präsident Andreas Mock (li.) und Hofmarschall Christian Schamper (re.).

Schongauer Prinzenpaar vorgestellt

„Fasching geht vor“

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Einen ganz besonderen 11.11 erlebten gestern die Schongauer Faschingsnarren. Überpünktlich um 11.11 Uhr wurde der Fasching eingeläutet – begeisterte Faschingsnarren formierten sich zur spontanen Polonaise durch das Trachtenheim. Unter viel Beifall hat dann das Prinzenpaar seinen ersten Walzer absolviert.

Schongau Das Geheimnis ist gelüftet: „Prinz Lukas I Musikmarschall vom Schongauer Hofstaat“ und „Prinzessin Bianca I vom Wald der geselligen Leut“ geben sich heuer die Ehre und sind das neue Prinzenpaar. Hinter den Kulissen stand das Prinzenpaar schon lange fest, eigentlich schon seit dem letzten Fasching, wie Andreas Mock, Präsident der Schongauer Faschingsgesellschaft, verrät. „Er kam zu mir und meinte, er hätte schon alles, eine Prinzessin und auch eine Hofdame“, erinnert sich Mock. Der Präsident spricht von Lukas Häußrer, 25 Jahre alt und Kfz-Mechatroniker aus Schongau. Als Prinzessin hat sich „Prinz Lukas“ Bianca Haseitl erwählt, 26 Jahre alte Zahnarzthelferin aus Kinsau.

Häußrer ist kein Faschingsanfänger, sondern gefühlt schon immer dabei. „Am Anfang musste er noch um 12 heim“, erinnert sich Mock lachend. Nachwuchsprobleme hat man derzeit nicht, gerade die letzten Jahre sei es einfach gut gelaufen in der Schongauer Faschingsgesellschaft. „Es hat sich herumgesprochen, dass es bei uns eine ganz nette Sache ist“, so Mock, „anstrengend, aber man nimmt mehr mit, als man einbringen muss.“

Häußrer rechnet nach, dass es sein zehnter 11.11 ist, er also jetzt als Prinz ein kleines Jubiläum feiern darf. Mit 15 habe er das erste Mal mitgeholfen. Die Initialzündung, irgendwann einmal Prinz werden zu wollen, liegt ein klein wenig in der Familie, denn Tante und Onkel Simone und Peter Echter, machten es bereits vor. Damals half er Tobi Arnold mit der Technik, genauer gesagt Musik, Ton, Licht und Technik, „jetzt lasse ich mir die Musik spielen“, schmunzelt Häußrer. Beruflich passe das gerade ganz gut, er habe noch genügend Freiräume.

Die wird jetzt bereits mit Vorbereitungen gefüllt, denn Prinz und Prinzessin üben schon ihre Tänze. „Wir wollten genügend Zeit haben, nicht alles auf den letzten Drücker machen“, erzählt Bianca Haseitl. Dabei bleibt ihr nebenher gar nicht so viel Luft, da sie abends auch noch im Löwenhof arbeitet. „Aber das mach ich gerne, das ist weggehen und dafür bezahlt werden.“

Sie ist schon lange in der Faschingsgesellschaft aktiv, seit zwei Jahren nun im Elferrat. Für die eigene Regentschaft soll alles Hand und Fuß haben, vor allem auch die Schneiderinnen sollen ausreichend Zeit haben für besonders prachtvolle Kleider. Karoline Sepp aus Untersöchering heißt die Schneiderin von „Prinzessin Bianca“, die sie, ohne zu viel preiszugeben, „wirklich sehr gut kennt“. Die Schneiderin des Prinzen heißt Monika Schwarz und kommt aus Mauerstetten. Die fünfte Jahreszeit ist fest eingeplant: Beide nehmen sich frei, die Kinsauerin noch zwei Tage über den Aschermittwoch hinaus – „damit man den Donnerstag und Freitag noch zum Regenerieren hat“. Der Schongauer gönnt sich bis zu zehn Tage – „das habe ich immer schon gebraucht“.

Auf die tollen Tage freuen sich alle, es ist ein eingeschworenes Team, wie Mock sagt. Häußrer: „Man muss sich einen Monat lang nicht überlegen, wo man hingeht.“ Wenn man einen Abend hat mit vier bis fünf Auftritten, geht man hinterher dort zum Feiern, wo es am Schönsten war. Seine Freunde würden jedes Mal eine Vermisstenanzeige aufgeben. Und die Freundin? Über die aktuelle Liebe verrät er (noch) nichts. Dafür muss der Freund von Bianca sich seinem Schicksal ergeben, seine Liebe, seine Prinzessin, in der fünften Jahreszeit mit einem anderen, auch noch einem Prinzen, zu teilen. Sie hat ihre Prioritäten ganz klar gesetzt: „Mein Freund muss sich fügen, die Idee mit dem Prinzenpaar kam zuerst – der Fasching geht vor.“

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