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Beim Prüfungsessen – hier ein Archivbild – zeigten die Realschüler aus Schongau, dass sie die Möglichkeiten der modernen Schulküche zu nutzen wissen. 

Kreisausschuss sagt Mittel zu

Schongauer Realschule bekommt zweite Schulküche für 250.000 Euro

  • Sebastian Tauchnitz
    vonSebastian Tauchnitz
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Die Realschule in Schongau hat mit ihrem hauswirtschaftlichen Profil bayernweit Seltenheitswert. Dieses Profil soll künftig mit dem Einbau einer zweiten Schulküche weiter geschärft werden. Das lässt sich der Landkreis eine Viertelmillion Euro kosten.

Schongau – Laut der Statistik des Bayerischen Bildungsministeriums gibt es im Freistaat insgesamt 375 Realschulen. Gerade einmal drei davon haben ein hauswirtschaftliches Profil, eine davon ist die Realschule in Schongau.

„Darauf dürfen wir stolz sein, dass die Jugend Interesse an so ganz normalen Dingen hat“, sagte Landrätin Andrea Jochner-Weiß, als das Thema im Kreisausschuss zur Sprache kam.

Denn die Schule hat beim Landkreis als Sachaufwandsträger die Errichtung einer zweiten Schulküche beantragt. Die erste Schulküche war im Jahr 2012 auf dem aktuellsten Stand der Technik errichtet worden und leistet bis heute hervorragende Dienste. Allerdings reichen die Kapazitäten nicht mehr aus, um allen rund 800 Schülern der Realschule Schongau eine optimale Ausbildung zu ermöglichen. Schulleiter Armin Eder sprach deswegen im Kreisausschuss vor.

Neue Schulküche bietet 16 Arbeitsplätze

Seine Bitte: Das Gremium möge die nötigen Mittel für den Bau einer zweiten Schulküche bereitstellen. Insgesamt soll diese – genau wie die bereits vorhandene Schulküche – 16 Arbeitsplätze für die Schüler bieten, damit diese die Zubereitung von Speisen im Rahmen des Unterrichts erlernen können.

Die Summe, von der die Rede ist, war beträchtlich: Erste Planungen gehen von bis zu 250.000 Euro für die Errichtung der zweiten Schulküche aus. Da wollte so mancher Kreisrat genau wissen, wofür das Geld ausgegeben wird. Michael Asam (SPD/Peiting) witzelte sogar: „So viel hat meine Küche zu Hause nicht gekostet.“

Florian Steinbach, Leiter der Kommunalen Bau- und Liegenschaftsverwaltung beim Landratsamt, berichtete daraufhin, dass für die Errichtung der zweiten Schulküche umfangreiche Umbauarbeiten nötig sind. So sind allein 53 000 Euro für Abbruch-, Estrich-, Maurer-, Bodenbelags und Trockenbauerarbeiten veranschlagt. Weitere 83 000 Euro werden für Heizungs-, Lüftungs-, Sanitär- und Elektroarbeiten geplant, die eigentliche Küchenmöblierung für 16 Arbeitsplätze schlägt mit 95 000 Euro zu Buche. Dazu kommen 5000 Euro für lose Küchenausstattung und 14 000 Euro für Fachplaner und Baureinigung.

Obwohl der Fachbereich Hochbau angesichts der zahlreichen aktuellen Großbaustellen – als Beispiel dafür wäre unter anderem der Bau des neuen Berufsschulzentrums in Weilheim zu nennen – soll versucht werden, die zweite Schulküche an der Realschule in Schongau noch heuer zu errichten, so Steinbach weiter in der Beschlussvorlage.

Beschluss fällt einstimmig

Voraussetzung dafür war allerdings, dass der Kreisausschuss die nötigen 250 000 Euro bereit stellt, damit diese in den Kreishaushalt eingestellt werden können. Diesen Beschluss fällte das Gremium nach kurzer Debatte einstimmig.

Die von einigen befürchtete Retourkutsche blieb damit aus. Ende des vergangenen Jahres hatten Landratsamt und Stadtverwaltung Schongau extrem gereizt auf die Kritik von Schulleiter Eder, Schüler- und Elternrat an der neuen Hol- und Bringzone vor dem Schongauer Schulzentrum reagiert. Diese hatten damals die neue Haltespur für Elterntaxis als „ rückständig, unnötig, unpraktikabel und Steuerverschwendung“ bezeichnet. Die 200 000 Euro hätte man besser in Radwege investiert, hieß es damals weiter.

Die Arbeiten damals galten eigentlich als Schlusspunkt der Erweiterung der Realschule Schongau, in die insgesamt knapp 8 Millionen Euro an Landkreisgeldern flossen. Nun soll dort neben der neuen Schulküche nur noch „Kunst am Bau“ im Wert von rund 60 000 Euro investiert werden.

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