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Kann eine Begrüßung gestenreicher sein? Dieses Quartett um Barbara Niese (2.v.re.) zeigt „Ich liebe Dich“ in Gebärdensprache am „Wundverbandsplatz“ von Herbert Zimmert. 

Schongauer Sommer

Drei Finger sagen „Ich liebe Dich“

Man kann viel erleben auf diesem „Schongauer Sommer“. Während des Tages, aber vor allem am Abend und in der Nacht. Da kommen die Gäste aus allen Richtungen, um zu sehen und gesehen zu werden – und zu reden. Auch ohne Worte.

Schongau – Um auf dem Schongauer Sommer zu beobachten und beobachtet zu werden, ist der „Wundverbandsplatz“ von Herbert Zimmert ein beliebter Ort. Schon von Weitem zu erkennen durch die gehisste weiße Fahne mit dem unverwechselbaren roten Kreuz.

Eigentlich hat sich Zimmert auf Mineralien, Traumfänger und Wurzelkreationen spezialisiert. Aber man kennt ihn auch als charmanten und spendierfreudigen Gastgeber für Flüssiges in kleinen Zinnbechern. Da trifft man sich gerne, um über alles Mögliche und Unmögliche zu quatschen.

So ist es auch nicht verwunderlich, dass bei Herbert’s Notfallstation eine besondere Gruppe einen Boxenstopp eingelegt hat. Sie hat richtig Spaß an ihrer Unterhaltung, zeigt sich bestens gelaunt. Für den Betrachter sicherlich ungewöhnlich. Das Gespräch gestenreich, aber ohne viel gesprochene Worte.

Das macht natürlich neugierig, man gesellt sich zu diesem lustigen Quartett. Und bekommt nach verwunderter Nachfrage von Margot, Heinzi, Barbara und Anna ganz spontan die Hände mit teilweise gespreizten Fingern entgegengestreckt.

„Böhmische Dörfer“, so der erste Gedanke, dann ein Gedankenblitz: Gebärdensprache. Richtig geraten. Und zwar eine ganz liebevolle Geste, muss am Flüssigen von Herbert liegen. „Ich liebe Dich“, bedeutet das, was die übermütige Gruppe dem Betrachter zeigt. Das macht neugierig, man gesellt sich dazu. Des Rätsels Lösung ist von Anna schnell erklärt: Die Gruppe um Barbara Niese hat an diesem Tag ihren monatlichen Stammtisch vom Schongauer Lagerhaus zu Zimmerts „Wundverbandplatz“ verlegt.

Barbara Niese ist Vorstandsmitglied im Beirat für Menschen mit Behinderung und hat diesen Stammtisch ins Leben gerufen. Und sie gibt auch gleich vor Ort die erste Lektion. Niese spreizt Daumen, Zeige- und Mittelfinger ihrer Hände aus wie die Fühler eines Maikäfers. Dabei berührt der Daumen ihre Stirn. Eine kurze Bewegung der Hände nach außen, dann eine neue Formung der Finger.

Niese hält die Fingerkuppen der drei Finger beider Hände zusammen und klopft diese aneinander. Oh Mann, was meint die gute Frau? Einer, der sofort reagiert, ist Herbert Zimmert. Der Spezialist für Wundverbände und Flüssiges hat diese Lektion auch schon gelernt. Zimmert erscheint mit einer ganz besonderen Bügelflasche, die die Lösung des Rätsels enthält. Niese hat eine Runde „Hirschkuss“ bestellt, ein unverwechselbares Getränk am Zimmert-Stand.

Gut, kapiert. Aber die andere Geste ist dem Betrachter noch lieber: Die „Ich liebe Dich“ zeigt.

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Hans-Helmut Herold

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