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„Die Lautstärke reduzieren“, regt der Schongauer Werner Schmitt an, bekennender Mittelalterfan (hinten 2.v.li) und Gründer der Gruppe AHIHR-Spillewt.

Schongauer Sommer

„Mittelalterliches Krawallum“

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Vereinzelt gibt es Beschwerden über die Lautstärke am Historischen Markt. Die Werte werden allerdings eingehalten. 

Schongau – Als „mittelalterliches Krawallum“ bezeichnet der Schongauer Werner Schmitt das Musikprogramm am Schongauer Sommer. „Wir in Schongau-West Forchet 1 brauchen nicht mehr zum Markt gehen, weil wir bereits ab rund 15 Uhr unfreiwillig beschallt werden und somit wissen, was auf Bühne 1 los ist“, kritisiert der Schongauer gegenüber unserer Zeitung. Dabei hat der bekennende Mittelalterfan selbst genügend Erfahrung mit dem Musizieren im historischen Gewand. Wie er erzählt, war er mit seiner Musikgruppe Ahihr viel in der Szene in Süddeutschland unterwegs, davon alleine 15 Jahre beim Ritterturnier in Kaltenberg. „Ich zähle mich zu den ,Urvätern’ der mittelalterlichen Musik auf den ersten Mittelaltermärkten in Schongau noch zu den Zeiten des Hexenspiels auf dem Marienplatz.“

Die aktuelle Lautstärke geht ihm allerdings einen Schritt zu weit. Zwischen der großen Bühne und dem Wohngebiet Forchet im Bereich der Firma Hoerbiger liegen drei ehemalige Lechstufen mit 60 Metern Höhendifferenz, an deren Hängen sich der Schallpegel eigentlich reduzieren müsste, eine Art natürliche Schallschutzwand, meint er. Schmitt: „Herr Wodarczyk, geht es vielleicht auch ein Dutzend Dezibel leiser? Muss die Lautstärke immer die eines startenden Düsenjets sein?“ Sein Tipp: „Die Lautstärke reduzieren, denn das Rahmenprogramm der Gaukler, Handwerker, Unterhalter auf Bühne 2 und die Kulinarik sind wirklich super. Hut ab“.

Was Werner Schmitt erlebt, davon berichten auch andere Bewohner in den höher gelegenen Stadtteilen Schongaus – offensichtlich wird der Schall weit getragen. „Das hat auch etwas mit dem Wind zu tun“, weiß Hans Rehbehn, Pressesprecher im Landratsamt Weilheim-Schongau, der selbst in der Lechstadt wohnt. Auch er hört die Musik vom Markt, sie stört ihn allerdings nicht. „Alles klagt in Schongau, dass nichts los ist, und wenn was los ist, klagen sie auch“, so Rehbehn.

„Wir halten alle Auflagen ein“, so Organisator Manfred Wodarczyk. Bei der Polizei Schongau ist bisher erst eine Beschwerde eingegangen, die sich auf eine Nachmittagsveranstaltung um 15 Uhr bezieht. Max Diegruber, der die große Musikbühne betreibt, versichert, dass er regelmäßig Kontrollmessungen mit einem geeichten Gerät vornimmt. Am Dienstagabend etwa habe der Durchschnittswert bei „The Sandsacks“ vor der Pause 87 Dezibel (dB) betragen, nach der Pause 92 dB. Laut Auflage darf der Durchschnittswert über eine Stunde hinweg nicht mehr als 95 dB betragen, die Konzerte müssen um 23.30 Uhr beendet sein.

Für alle, die sich noch näher mit dem Thema befassen wollen: Das Landratsamt hat eine Infobroschüre herausgegeben über die 95 dB-Regelung, diese ist beim Gesundheitsamt zu beziehen. Darin ist auch genau erklärt, wie der Mensch eine Erhöhung der Lautstärke wahrnimmt.

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