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Sebastian Dietrich (l.) wird im August Stadtbaumeister als Nachfolger von Ulrich Knecht, der dann in Ruhestand geht.

Auf Knecht folgt Dietrich

Schongauer Stadtbaumeister: Nachfolge früh geregelt

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Während Peiting nach dem Weggang von Marktbaumeister Jochen Rohrmoser immer noch verzweifelt nach einem Nachfolger sucht, hat die Stadt Schongau bereits die Nachfolge von Stadtbaumeister Ulrich Knecht geklärt – und zwar intern.

Schongau – Ulrich Knecht hat die Entwicklung Schongaus ein gutes Stück mitgeprägt. Seit rund elf Jahren hat er den Posten des Stadtbaumeisters inne, eine zentrale Funktion in der städtischen Hierarchie. Denn dort laufen alle Fäden für Projekte und deren Umsetzung zusammen. Kein Wunder, dass die Stadt in einer Mitteilung davon spricht, Knecht habe „entscheidende Impulse für eine nachhaltige Stadtentwicklung und eine breit angelegte Erneuerung des Gebäudebestandes“ gesorgt. Aufgeführt werden als wesentliche Projekte in Knechts Amtszeit die Sanierung der städtischen Tiefgarage, die zentrale Bushaltestelle beim Schulzentrum, die Generalsanierung der Lechsporthalle, die bauliche Entwicklung des Hallenfreibads Plantsch mit Saunaerweiterung sowie die Modernisierung städtischer Häuser.

„Dank des anhaltenden und umsichtigen Engagements des Stadtbaumeisters konnten die Weichen für die Neukonzeption des Schulzentrums in Kooperation mit dem Landkreis gestellt werden“, heißt es. Weil Knecht nicht nur Diplom-Ingenieur war, sondern auch Stadtplaner, lag ihm stets auch die Entwicklung Schongaus am Herzen. Dort zählen die Lechvorstadt, die gewerbliche Entwicklung im Äußeren Westen und Norden sowie Konzepte für eine langfristige und zukunftsfähige Wohnbebauung in Schongaus kleiner Gemarkung zu den wichtigsten Punkten.

Auch die Altstadt gehört dazu: „Die Aufenthaltsqualität konnte mit dem Bürgermeister-Schaegger-Platz, dem Schwanenweiher und der geschmackvoll gestalteten kleinen Fußgängerzone am Marienplatz bereits maßgeblich gesteigert werden“, schreibt die Stadt. Den Umbau von Münz- und Weinstraße und das Inwertsetzungskonzept für die Stadtmauer hat Knecht angestoßen, die Vollendung hinterlässt er seinem Nachfolger.

Der kommt aus dem eigenen Stadtbauamt: Sebastian Dietrich (39) wird den Posten des Stadtbaumeisters zum 1. August – dann geht Knecht in Ruhestand – übernehmen. Bereits im Herbst wurde die Entscheidung getroffen, überraschend früh. Das hat Gründe, sagt Bürgermeister Falk Sluyterman. Denn man wollte vor einer Ausschreibung erst sehen, ob sich Kandidaten aus dem eigenen Haus durchsetzen. Das hat Dietrich geschafft, der Stadtrat hat seiner Bestellung zugestimmt. „Hätte es nicht geklappt, wären wir in die Ausschreibung gegangen, die mindestens ein halbes Jahr dauert. Deshalb waren wir so zeitig dran.“ Doch nachdem Dietrich „super-kompetent und engagiert ist, haben ihm alle zugetraut, in Herrn Knechts Fußstapfen zu treten“.

Dietrich, in Schongau geboren und aufgewachsen, absolvierte sein Ingenieurstudium an der Technischen Universität München und war zuletzt bei einem Schongauer Planungsbüro beschäftigt, wo er bereits Erfahrungen mit Schulbauten und Denkmalobjekten in seiner Heimatregion sammeln konnte. 2012 wechselte er ins Stadtbauamt und war dort von Anfang an federführend am Projekt Schulzentrum beteiligt. „Er wird die Liste der Vorhaben um die Sanierung des Münzgebäudes, die Umsetzung des in Kürze zu beauftragenden Integrierten Stadtentwicklungskonzepts und – sofern personell leistbar – um Maßnahmen im sozialen Wohnungsbau erweitern“, heißt es in der Mitteilung.

Denn personell arbeitet das Stadtbauamt nicht zuletzt wegen der vielen Millionen-Projekte am Anschlag. Dazu war Knecht gesundheitsbedingt lange ausgefallen und ist erst seit einigen Wochen wieder voll im Dienst. Das Stadtbauamt sucht derzeit noch zwei weitere (befristete) Mitarbeiter: Einen Diplom-Ingenieur, der den Mitarbeiter ersetzt, der auf die Dietrich-Stelle nachrutscht, und einen in der Bauverwaltung, wo die Arbeitsbelastung wegen diverser Bebauungspläne enorm ist. Außerdem geht Verwaltungs-Spezialist Michael Wölfle auch bald in Rente – da will die Stadt gerüstet sein. Dass sie vorausschauend arbeitet, hat sie bereits gezeigt.

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