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Hans Hartung (l.) erhielt neben der Urkunde für den Ehrenamtspreis aus den Händen von Bürgermeister Falk Sluyterman auch noch einen Scheck. Rechts Hartungs Frau Karin.

Schongauer Stadtrat

Ehrenamtspreis für den Oberflößer

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Die Weihnachtssitzung des Schongauer Stadtrats stand ganz im Zeichen von Ehrungen und Spenden. Mit dem Ehrenamtspreis wurde in diesem Jahr Hans Hartung ausgezeichnet, der eine gute Nachricht überbrachte.

Schongau – Wenn eine Abordnung der Stadtkapelle aufspielt, sich die Stadträte in fesches Gewand geworfen und ihre Amtsketten umgelegt haben, dann ist Weihnachtssitzung. Dank der gemeinsam mit der Sparkasse Oberland gegründeten Bürgerstiftung hat die Stadt seit einigen Jahren die Möglichkeit, zahlreiche Vereine auf diesem Weg zu unterstützen. „Es sollen solche Projekte gefördert werden, die sonst nicht in gewünschtem Umfang realisiert werden könnten“, sagte Bürgermeister Falk Sluyterman (SPD).

Zuvor stand aber die Verleihung des insgesamt vierten Ehrenamtspreises an. „Das ist eine hervorragende Gelegenheit, um für den unermüdlichen Einsatz zu danken und das Engagement ans Licht der Öffentlichkeit zu rücken“, so Sluyterman. Die Ehrenamtlichen seien das „Rückgrat der Gesellschaft“, und mit ihrem Einsatz beweisen sie, wie sehr ihnen die Stadt Schongau am Herzen liege. „Ich bin dankbar, dass es noch so viel Gemeinsinn gibt.“ Die Entscheidung im Stiftungsrat sei dieses Jahr nicht leicht gewesen, weil für den Ehrenamtspreis viele Vorschläge eingegangen waren. Die Wahl fiel letztlich auf Hans Hartung, der sich nach seiner Pensionierung als Offizier bei der Bundeswehr „große Verdienste im ehrenamtlichen Bereich unserer Stadt erworben hat“, sagte Sluyterman.

Das fing bei der Lokalen Agenda 21 an, in der Hartung von 2001 bis 2009 unter anderem Wanderhinweise rund um Schongau erstellt und das Projekt „Blumenbeete in der Altstadt“ betreut hat. 1997 hat Hartung die Ausbildung zum Stadtführer bei der Tourist Information Schongau absolviert und ist seitdem nicht nur in Schongau, sondern auch im gesamten Pfaffenwinkel unterwegs. 2004 stieg er richtig ins Thema Tourismus ein, damals wurde er Vorsitzender des Tourismusvereins Schongau und organisierte Veranstaltungen wie das Volksfest (bis 2010). Nicht zuletzt war er von 2008 bis 2014 Stadtrat für die CSU. „Schade, dass Sie nicht mehr angetreten sind, denn wir hätten bestimmt sehr konstruktiv zusammengearbeitet“, sagte Sluyterman.

Was Hartung dieses Jahr vor allem für die Auszeichnung prädestiniert hat, war natürlich das Projekt Lechfloß, dass er seit mehr als zwei Jahren unermüdlich verfolgt hat. „Ich kann mich noch gut erinnern, wie er damals mit einem Modell ins Rathaus kam“, sagte Sluyterman. Als wesentlicher Bestandteil der Schongauer Geschichte sollte die Flößerei mit den Fahrten auf dem Lech lebendig dargestellt und damit ein Einblick in das gefährliche und entbehrungsreiche Leben der Flößerfamilien gegeben werden. Darüber hinaus sollte den Teilnehmern der wertvolle Lebensraum am Fluss und die Nutzung als Wasserstraße näher gebracht werden. Diesen Sommer war Jungfernfahrt, die Fahrten fanden großen Anklang. „Wir sind Ihnen für Ihr vielfältiges Wirken sehr dankbar“, sagte Sluyterman und überreichte neben der Auszeichnung auch noch einen Scheck über 500 Euro.

Hartung sagte, er sei überrascht von der Auszeichnung. „Und die verdiene ich nicht allein, sonder auch die vielen Stadt- und Floßführer, der Kreisheimatpfleger und der Verein Lebensraum Lechtal“, zählte er auf. Und nicht zuletzt Ursula Diesch von der Schongauer Tourist Info, „die den Papierkrieg gekämpft hat“.

Damit spielte Hartung auf das komplizierte Genehmigungsverfahren an. „Das Landratsamt hatte wohl die Sorge, dass wir etwas ähnliches vorhaben wie die Partyfahrten auf der Isar“, sagte Hartung. Doch letztlich habe man alle Bedenken auch von Anglern und Jägern ausräumen können. Deshalb sei das Ziel, nicht nur wie dieses Jahr im August und September fahren zu dürfen, sondern bereits im Juli, kurz vor der Genehmigung, so Hartung. „Dann können wir auch Schüler befördern, das ist das große Ziel.“

Bedanken wollte sich Hartung nicht zuletzt bei seiner Frau Karin, die von Sluyterman einen Blumenstrauß erhalten hatte. „Ihr Mann war dieses Jahr sicher häufiger am Lido als im heimischen Garten“, mutmaßte er und lag damit wohl nicht falsch. Zumindest gab Hartung zu, daheim die Wörter „Floß“ und „Lido“ aus Rücksicht nicht mehr benutzt zu haben.

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