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Das Henkerstochter-Schauspiel im Jahr 2016 war ein großer Erfolg.

Schongauer Stadtrat sagt Förderung zu

Henkerstochter-Festspiel 2019 ist gesichert

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Eine Menge Geld hat der Schongauer Stadtrat am Dienstagabend an diverse Vereine verteilt, die Zuschussanträge gestellt hatten. Darunter der Schongauer Sommer für das Henkerstochter-Festspiel im nächsten Jahr.

Schongau – Es dürfte der absolute kulturelle Höhepunkt im kommenden Jahr werden: Der Theaterverein Treibhaus führt zusammen mit dem Verein Schongauer Sommer auf dem Bürgermeister-Schaegger-Platz wieder ein Henkerstochter-Schauspiel von Schriftsteller Oliver Pötzsch auf. Nach der umjubelten Premiere 2016 mit dem ersten Stück und acht ausverkauften Vorführungen ist 2019 „Die Henkerstochter und das Spiel des Todes“ geplant, das sechste Buch der Reihe, das zur Zeit des Passionsspiels 1670 in Oberammergau und Schongau spielt. Wie das erste Stück wird es eine Welturaufführung, Regisseur Maximilian Geiger hat das Drehbuch bereits vergangenes Frühjahr fertiggeschrieben. „Ich war nach meiner Bachelor-Arbeit so im Schreiben drin, dass ich das danach gleich in einem Rutsch fertiggestellt habe“, sagte er.

Fehlt nur noch die finanzielle Basis, die für den Verein Schongauer Sommer stets ein Kraftakt ist. Vorsitzender Manfred Wodarczyk bat deshalb bei der Stadt um einen Zuschuss in Höhe von 20 000 Euro und verwies auf die nicht unerhebliche Werbewirkung des Festspiels, das zusammen mit dem Historischen Markt weit über die Grenzen des Schongauer Lands bekannt sei.

Bürgermeister Falk Sluyterman (SPD) sagte, er habe in den vergangenen Tagen zwei Mal mit Wodarczyk telefoniert – und offenbar waren dessen Argumente so schlagkräftig, dass der Bürgermeister seinen ursprünglichen Vorschlag noch einmal überdacht hat. Denn in der Sitzungsvorlage war nur die Rede von insgesamt 15 000 Euro, die sich aus dem laufenden Zuschuss, einmaligen 5000 Euro fürs Festspiel und weiteren 5000 Euro als möglichen Defizitausgleich zusammensetzten, falls Aufführungen wegen Regens ausfallen müssen. So war es auch 2016, doch weil das Stück wider erwarten sogar Gewinn abwarf, wurde letzterer Posten gar nicht benötigt, der Verein bekam also insgesamt nur 10 000 Euro ausbezahlt.

Weil Wodarczyk laut Sluyterman im Gespräch gesagt habe, man rechne nicht mit einem Defizit, schlug Sluyterman folgendes vor: Neben dem bestehenden Zuschuss von 5000 Euro noch 12 500 Euro fürs Festspiel und 2500 Euro als Risikoausgleich. „Das wäre ein schönes Signal, das Festspiel ist eine Bereicherung der Stadt“, so Sluyterman.

Da jedoch spielten die Stadträte nicht mit: „Das ist so eine Riesensache weit über Schongau hinaus, da sollten wir gleich 15 000 Euro Zuschuss geben“, gab Michael Eberle (CSU) die Marschrichtung vor. Dem schlossen sich Barbara Karg von der SPD („man muss das private Engagement von Herrn Wodarczyk belohnen“), Stephan Hild von der UWV („das ist Werbung für die Altstadt und ganz Schongau“) und Bettina Buresch von der ALS („sein Engagement ist einzigartig“) an. Die 15 000 Euro wurden einstimmig beschlossen – mit den weiteren 5000 Euro für den Markt bekommt der Verein also doppelt so viel wie 2016. Kein Wunder, dass sich Wodarczyk auf SN-Nachfrage „sehr glücklich“ über die Entscheidung zeigte.

Das gilt auch für einen weiteren heiklen Punkt. Weil nämlich das Festspiel nächstes Jahr an zehn statt an acht Tagen aufgeführt wird, wird der Schaegger-Platz mit seinen Parkplätzen drei statt zwei Wochen belegt. „Das ist natürlich wichtiger Parkraum“, sagte Sluyterman. Die Werbegemeinschaft Altstadt sehe das durchaus kritisch, „aber sie freuen sich auch auf das Festspiel. Und der dortige Kinderarzt kann mit den übrig bleibenden zehn Parkplätzen die drei Wochen leben“, so Sluyterman.

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