+
Die aktuellen Preisträger der Stiftung Scheuklappe.

Auszeichnung für Mitmenschlichkeit

Stiftung Scheuklappen: Acht Preisträger

Gleich acht Preisträger freuen sich in diesem Jahr über eine finanzielle Zuwendung der Stiftung Scheuklappen. Möglich macht dies eine Änderung im Stiftungsrecht. Da es derzeit auf das angelegte Kapital kaum Zinsen gibt, ist die Stiftung in eine Verbrauchsstiftung umgewandelt worden.

Schongau – Ursprünglich durften nur die Zinsen einer Stiftung für den Stiftungszweck verwendet werden. Da Zinsen derzeit aber dünn gesät sind, wurde für die im Jahr 2003 gegründete Stiftung Scheuklappen ein Zeitraum festgelegt, in dem das Stiftungskapital gemäß des Stiftungszwecks verbraucht werden soll.

Auch der Stiftungszweck, einst Engagement in Sachen Völkerverständigung, wurde weiter gefasst: „Die Stiftung Scheuklappen sieht ihre Hauptaufgabe darin, das Gefühl eines harmonischen Zusammenlebens auf dieser Welt zu stärken. Wir unterstützen deshalb Menschen, die sich vorbildlich für den Abbau von Berührungsängsten und Vorurteilen eingesetzt haben“, heißt es jetzt auf der Homepage der Stiftung.

Zuwendungen zwischen 1000 und 1500 Euro

„Seid Egoisten: Wenn es Euch gut geht, geht es auch anderen gut.“ Dieses Zitat des Dalai-Lama richtete Erwin Höpfl, der Gründer der Stiftung Scheuklappen, an die aktuellen Preisträger, die sich über Zuwendungen zwischen 1000 und 1500 Euro freuen dürfen.

Engagement für Demenzkranke und Taubblinde

Obwohl, egoistisch gehandelt hat wohl bislang kaum einer der Bedachten. Angefangen bei Doris Kettner, die sich nicht nur in ihrer Praxis in Augsburg, sondern auch privat mit Vorträgen für Demenzerkrankte und ihre Angehörigen einsetzt. Barbara Niese, die im Alter von fünf Jahren taub geworden ist, hat ein Diplom zur Unterstützung von Taubblinden gemacht und versucht, unter anderem mit einem Kurs in Gebärdensprache, den sie bei der Volkshochschule anbietet, Vorurteile und Berührungsängste abzubauen.

Inklusives Klettern für Menschen mit Handicap

Inklusives Klettern für Menschen mit Handicap hat sich der Verein für Bewegung und Begegnung auf die Fahnen geschrieben. Einmal im Monat wird in Herzogsägmühle inklusives Klettern für Groß und Klein angeboten. Die Vision des Vereins ist allerdings eine spezielle, inklusiv-funktionierende Kletteranlage. Ein Grundstück ist vorhanden, allerdings fehlt noch eine Menge Geld, um das Projekt zu realisieren.

Beispielhaftes Engagement für Opfer in Rettenbach

Ein beispielhaftes Engagement zeigen nach Meinung von Erwin Höpfl auch die Mitglieder des Fußballvereins Schongau:50 junge Helfer haben eine Altpapiersammlung in Schongau zugunsten der Opfer der Gasexplosion in Rettenbach vorgenommen. Organisator Günther Fastner und TSV-Fußball-Abteilungsleiter Hannes Waldmann richteten auch ein Dankeschön an die Stadt Schongau und Peitinger Vereine aus, die Autos zur Verfügung gestellt und mitgeholfen hatten.

Badetücher und Fußballtore fürs Tabaluga-Haus in Schongau

Auch im Schongauer Tabaluga-Haus, das 16 Kindern im Alter von fünf bis 16 Jahren ein Zuhause bietet, wird immer etwas gebraucht. Zum Beispiel Fahrräder, Badetücher, Fußballtore und ein internetfähiger Fernseher, die von der Stiftung Scheuklappen finanziert worden sind.

Nachhilfe für Migrationskinder und Deutschkurse für die Mütter

Die Initiative Integration aus Schülern und Lehrern des Welfen-Gymnasiums wurde für ihr Engagement in Sachen Nachhilfeunterricht für Migrationskinder sowie Deutschkurse für Mütter ebenfalls geehrt. Auch ans Welfen-Gymnasium ging der Preis für das Projekt „Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage“.

Großes Schulprojekt zum Thema Inklusion

Ein weiterer Scheuklappen-Preis ging an den Verein „einfach mehr“, der sich für Kinder mit Trisomie 21 (Down-Syndrom) und deren Familien stark macht und im nächsten Jahr ein großes Schulprojekt zum Thema Inklusion plant. „Heute leben wir auf großem Fuß“, so Erwin Höpfl, der die Besucher abschließend zum Buffet einlud, das Schüler des P-Seminars interkultureller Dialog am Welfen-Gymnasium vorbereitet hatten.

URSULA FRÖHLICH

Auch interessant:

Das Münchner Improvisationstheater „Impro à la Turka“ will, im deutsch-türkischen Austausch, Barrieren abbauen. Sie war bei der Preisverleihung der Stiftung Scheuklappen zu Gast.


Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

CSU Weilheim-Schongau nominiert Andrea Jochner-Weiß mit 98,3 Prozent 
Bei der Aufstellungsversammlung holte sie 98,3 Prozent der Stimmen: Andrea Jochner-Weiß, die amtierende Landrätin, geht bei der Wahl 2020 wieder als Landratskandidatin …
CSU Weilheim-Schongau nominiert Andrea Jochner-Weiß mit 98,3 Prozent 
Ehrenbürgerschaft für Helfer: Langs feiern krönenden Abschluss in Rumänien
Einen emotionalen Abschied bereiteten jüngst die Bürger des rumänischen Dorfs Zagujeni Helga und Rudolf Lang. Zum Dank für die jahrelange Hilfe wurde dem Ehepaar aus …
Ehrenbürgerschaft für Helfer: Langs feiern krönenden Abschluss in Rumänien
„Extrem lauter Knall“: Unbekannte sprengen Zigarettenautomat in Reichling
Ein lauter Knall hat in der Nacht auf vergangenen Sonntag die Reichlinger aufgeschreckt. Unbekannte Täter waren dem Zigarettenautomat in der Flößerstraße mit rabiaten …
„Extrem lauter Knall“: Unbekannte sprengen Zigarettenautomat in Reichling
Der „Komak“-Star von nebenan
Multitasking ist Frauensache, heißt es. Doch auch unter Männern gibt es manchmal wahre „Multitalente“. Das beweist der Peitinger Ehsan Montaseri. Als berufstätiger …
Der „Komak“-Star von nebenan

Kommentare