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Verhängnisvoller Schlagring

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Symbolfoto © Panthermedia

Ein junger Schongauer, der verbotswidrig einen Schlagring mit sich führte, wurde zu einer sechsmonatigen Jugendstrafe zur Bewährung verurteilt. Die Höhe der Strafe ergab sich aus der bisherigen Lebensführung des jungen Mannes.

Schongau – Bei einer in Schongau durchgeführten routinemäßigen Personenkontrolle im Juni dieses Jahres überprüften die Polizeibeamten auch den Angeklagten. Er wurde befragt, ob er Waffen bei sich trüge. „Der junge Mann wirkte nicht überrascht. Er gab mir sofort den Schlagring“, sagte der Polizeibeamte vor dem Weilheimer Amtsgericht aus.

Der 18-Jährige war geständig. Er gab jedoch an, nicht gewusst zu haben, dass man keinen Schlagring mit sich führen darf. Er habe die Waffe ein paar Tage vor der Kontrolle auf einer Party geschenkt bekommen und wollte diese zuhause aufbewahren. „Auch das ist nicht erlaubt“, sagte die Vorsitzende Richterin des Schöffengerichts Claudia von Hirschfeld. Auch das erstaunte den jungen Mann. Nach seinen Angaben hatte er schlicht vergessen, den Schlagring aus seiner Jacke zu tun. Als er dann von der Polizei kontrolliert wurde, fiel es ihm wieder ein.

An sich wäre dieses Delikt nicht vor ein Schöffengericht gekommen. Aber der junge Mann hat eine doch nicht unerhebliche kriminelle Vergangenheit vorzuweisen. Drei Eintragungen im Bundeszentralregister sind schon verzeichnet. Insgesamt acht Wochen Arrest hat er abgesessen. Er hielt richterliche Anordnungen wie das Ableisten von Sozialstunden oder den Nachweis von Drogensceenings nicht ein.

Seit Oktober aber hat er eine feste Anstellung und eine Ausbildung ist in Planung. Laut seinen Angaben nimmt er keine Drogen mehr und seine allgemeine häusliche Lage soll sich stark verbessert haben.

Das Gericht blieb mit seinem Urteil zwei Monate unter der von der Staatsanwaltschaft geforderten achtmonatigen Jugendstrafe. Als Bewährungsauflage muss der junge Mann 500 Euro an die „Brücke Oberland“ zahlen. Es wird ihm für die dreijährige Bewährungszeit ein Bewährungshelfer unterstellt. Außerdem muss er innerhalb eines Jahres drei bis sechs negative Drogenscreenings vorweisen, die er aus eigener Tasche zahlen muss.

„Vielleicht ist das die Kehrtwende in Ihrem Leben. Sie müssen von nun an aufpassen. Eine Bewährung kann schnell wackeln“, mahnte die Richterin zum Schluss. Das Urteil ist rechtskräftig.

Von Regina Wahl-Geiger

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