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Ganz so schlimm war es dann doch nicht...

Standbetreiber klagen über wenig Umsatz

Schongauer Weihnachtsmarkt: „Die letzte Woche kostet nur Geld“

Fast zweieinhalb Wochen hat der Schongauer Weihnachtsmarkt heuer gedauert. „Viel zu lang“, sagen einige Standbetreiber, die sich mehr Besucher und vor allem mehr Umsatz erhofft hatten.

Schongau – Veranstalter Hermann Gleich räumt ein, dass diesmal nicht alles optimal gelaufen sei. Er führt das Pech mit dem Wetter an, und dass einige Stände wegen Krankheitsfällen zeitweise gar nicht besetzt waren. Aber deswegen den Weihnachtsmarkt schlechtreden, dagegen wehrt er sich. „Wir können froh und stolz sein, dass es den Schongauer Weihnachtsmarkt gibt“, sagt Hermann Gleich.

Was sagen die Standbetreiber? „Zehn Tage wären ausreichend“, sind sich Dr. Beate Schamper aus Kinsau und Dr. Fritz Maier aus Schongau einig. Die beiden zählen zum ehrenamtlichen Team des Rotary-Clubs Schongau, der auf dem Weihnachtsmarkt einen Crepe-Stand betrieben hat – immer in wechselnder Besetzung. Wie hoch diesmal der Erlös ist, steht noch nicht fest. Der Kundenansturm hat sich wegen des schlechten Wetters in Grenzen gehalten. Ein bisschen was geht allerdings immer. „Bitte eine Crepe mit Nutella“, lautete die Bestellung der kleinen Isabella aus Schongau. „Lecker, lecker“, fügte sie nach dem ersten Bissen hinzu.

Der Erlös vom Crepe-Stand kommt auch heuer einem wohltätigen Zweck zugute. „Im vergangenen Jahr haben wir damit dem Auftritt der Klinik-Clowns in Schongau bezahlt“, verriet Dr. Maier vom Rotary-Club.

„Unsere Erwartungen sind bei weitem nicht erfüllt worden“, vermeldeten die Mitarbeiter am Boneberger-Stand. Allein dem Wetter wollte man dies nicht anlasten. „Es waren immer die gleichen Leute da“, hieß es. Und irgendwann ist man halt satt. „Der Markt dauert zu lange“, schoben die Boneberger-Leute noch nach.

Umsatzeinbußen vermeldet heuer auch Lini’s Laden. „Ein Drittel weniger als sonst“, rechnet Johanna Kreitl vor. Sie hat am Stand ihrer Tochter öfter ausgeholfen. Auch für sie hat der Markt zu lange gedauert, wobei zwei Tage ganz miserabel gelaufen seien. Aber: „Unser Winzerglühwein ist sehr gelobt worden“, verriet Johanna Kreitl, ebenso die Liköre und Schnäpse. Vor allem der Schoko-Chilli-Likör fand reißend Absatz und war sogar ausverkauft. Was Johanna Kreitl aufgefallen ist: Der Schongauer Weihnachtsmarkt war heuer nicht so heimelig, nicht so gemütlich, „weil die Stände zu weit auseinanderstanden“, so ihre Einschätzung.

Für Metzger Schappele aus Reichling hat der Weihnachtsmarkt ebenfalls „viel zu lang“ gedauert. Auch er sagt, es hätte besser laufen können. Gefragt waren vor allem seine Käsepeitschen mit viel Zwiebeln und die Stierbeißer. Ob er nächstes Jahr wiederkommt? „Schau mer mal“, so die Antwort von Schappele.

Seit vier Jahren kommt Dario aus Peru mit seiner indianischen Ware zum Weihnachtsmarkt nach Schongau. Er ist einigermaßen zufrieden mit dem Geschäft, wenngleich es auch besser gehen könnte. „Wegen es Sturms habe ich zweimal schließen müssen“, berichtet Dario. Gefragt waren bei ihm z.B. Nikolaus-Luftballons, Wärmesocken und Traumfänger.

Mehr Gäste hätte auch Helmut Amelunxen-Schiller, Betreiber des Schwaben-Stadl’s, beim Weihnachtsmarkt gerne gehabt. Weniger Tage wären ihm lieber gewesen. „Die letzte Woche kostet nur Geld“, so sein Fazit. Gefreut hat es ihn aber, dass sein Bayern-Burger so gut angekommen ist. „Der hat allen geschmeckt“, hat sich Amelunxen-Schiller von den Besuchern bestätigen lassen.

Zum zweiten Mal war Abdel Kader aus Nordafrika mit seinem Olivenholz-Stand beim Weihnachtsmarkt in Schongau. „Heuer war wenig los“, sagt er. Begrüßt hätte er es, wenn der Markt wochentags bereits ab 14 Uhr und am Wochenende schon ab 11 Uhr geöffnet worden wäre.

Bereits seit 25 Jahren kommt der Robert mit seinen Süßwaren zum Weihnachtsmarkt. Er hat auch diesmal jede Menge gebrannte Mandeln, Magenbrot, Zuckerwatte usw. verkauft. „Das war schon o.k.“, so sein Fazit.

Gut angekommen sind auch die hölzernen Kunstwerke von Reinhard Nowak. „Echte Handarbeit ist gefragt“, so seine Erfahrung. An seinem Stand hat er auch viele auswärtige Besucher registriert.

„Wir überlegen, was für im nächsten Jahr besser machen können“, kündigt Hermann Gleich jetzt schon an. Seine Devise: „Für jeden Geschmack etwas bieten.“

Michael Gretschmann

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