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Schicke Innenstadt: Brunnen und Gebäudeensemble am Marienplatz werden in ein wohliges Licht getaucht.

Architektouren 2017 

Schongaus gute Stube im Rampenlicht

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Sie war nicht unumstritten, und es dauerte eine Weile, bis alle Autos drum herum fuhren. Seit gut einem Jahr hat Schongau wieder eine Fußgängerzone. Am kommenden Samstag, 24. Juni, steht sie noch einmal im Rampenlicht. Bei den „Architektouren“ 2017 erläutern die Macher auf dem Marienplatz ihr Konzept.

Schongau – Ein Mann aus Lenggries hatte vor knapp einem Jahr in Schongau alle Lacher auf seiner Seite: Die feierliche Eröffnung der Fußgängerzone auf dem Marienplatz lag eine Woche zurück, als er versehentlich mit seinem Auto mitten drauf fuhr. Prompt blieb der Wagen in dem neuen Wasserlauf stecken. Polizei und ADAC mussten anrücken, um unter Gelächter der Schaulustigen das Auto zu bergen. Der Wagen hatte zum Glück nur ein paar Schrammen abbekommen, der Graben überstand den Unfall völlig unbeschadet. „Stein ist dann halt doch härter“, schmunzelt Marc Weschta vom Münchner Stadtplanungsbüro SEP Jochen Baur, das für die Umgestaltung des Marienplatzes verantwortlich zeichnet.

Der Wasserlauf mit Becken an der Südseite des Marienbrunnens ist eine der Attraktionen, die die Kinder schon am Tag der Eröffnung der Fußgängerzone in Beschlag nahmen. Lichtleisten entlang des Laufs samt eines Spots im Wasserbecken sorgen auch dafür, dass im Dunklen nicht versehentlich jemand hineinplumpst. Die Planer erfüllt aber das gesamte Beleuchtungskonzept mit Stolz: Unter anderem gehören ein „Akzentleuchten“ im Boden an der nördlichen und südlichen Ballenhausfassade dazu sowie die Anstrahlung der Marienfigur.

Die Architekten rückten den Marienplatz nicht nur in ein schönes weiches Licht; sie bepflanzten ihn auch stilgerecht: „mit historisch-maßstabsgerechtem Kugelahorn“, heißt es. Obendrein setzten sie an den historischen Fassaden Kletterrosen und gaben dem Platz ein umfassendes, „variables Aufenthaltskonzept“. Dazu gehören flexibel aufstellbare Sitzbänke, die zu großflächigen Podesten kombiniert werden können. Vor Sonne und auch Regen schützen darüber großflächige Starkwindschirme.

Rund 320 000 Euro hatten sich die Stadt, die Regierung von Oberbayern und die Denkmalschutzbehörde das alles bekanntlich kosten lassen. Und zumindest die „Aufenthaltsqualität“ sehen die Verantwortlichen zwischen Ballenhaus und Pfarrkirche nun deutlich erhöht: 4000 Autos, die zuvor täglich über den Platz gerollt waren, sind verschwunden, die Fußgänger haben Vorfahrt.

So passt der Schongauer Marienplatz perfekt zum Motto der diesjährigen „Architektouren“. Es lautet: „Architektur schafft Lebensqualität“. In der Fußgängerzone stehen am kommenden Samstag, 24. Juni, ab 11 Uhr die Planer des Münchner Büros – Jochen Baur und Marc Wischta – für Gespräche zur Verfügung. Mit von der Partie sind von der Stadt auch Stadtbaumeister Ulrich Knecht und Martin Blockhaus.

Weitere Besichtigungen im Landkreis:

Im Rahmen der bayernweiten „Architektouren“ 2017 stehen im Landkreis noch einige andere Bauwerke im Fokus. So kann das Penzberger Museum (Am Museum 1) am Samstag, 24. Juni, 11 Uhr, bei einer zirka eineinhalbstündigen Führung besichtigt werden (Anmeldung per E-Mail an „architektouren2017@ grubert.info“). Der Besichtigungstermin für das Deichstetterhaus in Iffeldorf (Staltacher Straße 34) ist am Samstag, 24. Juni, 14 Uhr (keine Anmeldung nötig). Der Termin für die Häuser für Demenz-WGs und Familien in Weilheim (Paradeisstraße 20) ist am Sonntag, 25. Juni, 11 Uhr (keine Anmeldung nötig). Infos: http://www.byak.de/start/architektur/architektouren/projekte

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