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Lydie Nicoly Menezes, Schongaus Pfarrerin, geht in Elternzeit. 

Evangelische Kirchengemeinde

Schongaus Pfarrerin geht in Elternzeit

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Schongaus Pfarrerin Lydie Nicoly Menezes geht in Elternzeit. Damit verlässt die evangelische Pfarrerin ihre neue Kirchengemeinde nach nur einem Jahr, was sie sehr bedauert. Die Stelle wird neu ausgeschrieben. Bis dahin betreut Pfarrerin Julia Steller die Kirchengemeinde gemeinsam mit Kollegen.

Schongau– Die Entscheidung, Schongau zu verlassen, ist Pfarrerin Lydie Nicoly Menezes nicht leicht gefallen. Aber es habe sich eine nicht vorhersehbare familiäre Wendung ergeben, die eine intensive Begleitung des jüngsten Kindes erforderlich mache. Weil sie mit Wirkung zum 1. September für einen längeren Zeitraum in Elternzeit gehen möchte, wird die Stelle als Erste Pfarrerin neu besetzt. Dies bringt auch mit sich, dass die Familie das Pfarrhaus verlassen muss, um den Platz frei zu machen für einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin. Bis zur Neubesetzung könne schon auch ein halbes Jahr ins Land gehen, weshalb Pfarrerin Julia Steller bis dahin auch von Kollegen der Kirchengemeinden in Peiting, Peißenberg, Weilheim oder Landsberg unterstützt werde.

Für Lydie Nicoly Menezes war es die erste eigenverantwortliche Gemeindepfarrstelle in Vollzeit. Und diese startete mit einer ungewöhnlichen Anzeige: „Wir suchen jemanden, der uns begleitet auf der Fahrt zu neuen Ufern“ – so sei damals die Stelle in Schongau ausgeschrieben gewesen. „Das hat mich sofort angesprochen“, erinnert sich die gebürtige Münchnerin. Die konfliktreiche Zeit in Schongau ist aber Vergangenheit: „Die gemeinsamen Ufer hat die Kirchengemeinde längst erreicht, das ist nicht nur ein Wunsch gewesen, sie haben es wirklich geschafft“, freut sich die Pfarrerin. Und noch mehr: Die Kirchengemeinde habe nicht nur an neuen Ufern angelegt, sondern dort wachse bereits alles, gedeihe und blühe. Dabei sei der Start in Schongau für sie nicht einfach gewesen. Denn die Kirchengemeinde stand unter Schock. Nur wenige Tage zuvor war Pfarrer Hartmut Stamm im Alter von 59 Jahren überraschend verstorben. „Es ist schwierig, neu in eine Gemeinde zu kommen, die in Trauer ist.“ Aber dass alles so gut geworden ist, liege daran, dass alle an einem Strang gezogen hätten, auch seien sie und Julia Steller beide neu gewesen, und unbelastet. „Alle haben zusammengeholfen.“

Lydie Nicoly Menezes weiß, dass „die Kirchengemeinde auf einem guten Weg ist und wünscht sich, dass der Kurs fortgesetzt wird“. Sie selbst habe sich in Schongau rundrum wohlgefühlt und vor allem auch gut integriert: „Ich bin gerne Pfarrerin in Schongau gewesen.“ Schongau sei eine super Stadt, vor allem auch für Familien: „Man hat alles, man kennt sich, und es ist eine reizvolle Umgebung.“ Und wenn man unbedingt die Großstadt brauche, könne man sich auch ins Auto setzen und für einen Tag nach München oder Augsburg fahren. Nicoly Menezes: „Schongau ist noch so ein Geheimtipp. Hier herrscht eine ganz andere Stimmung, eine andere Atmosphäre.“ Leider laufe im Leben aber nicht immer alles so, wie man es plane, schreibt die Pfarrerin im neuen Gemeindebrief, der demnächst erscheint. „Lebenswege entstehen – so abgegriffen es klingt – erst beim Gehen. Wir werden daher nie wissen, wohin uns unser Weg führt, wenn wir ihn nicht gehen.“

Ob die Familie, mit ihrem Mann hat die 45-Jährige drei Kinder im Alter von 5 und jeweils 7 Jahren (Zwillinge), in der Schongauer Umgebung bleibt, wird sich erst in den kommenden Wochen herausstellen. Und was die berufliche Zukunft anbelangt, ist ohnehin alles offen. Das nimmt Lydie Nicoly Menezes auch ganz gelassen: „Wer wer weiß, welche Türen sich öffnen.“ Ein Wiedersehen gibt es in jedem Fall schon kurz nach Ende ihrer offiziellen Dienstzeit. Weil die Zeit zu knapp ist, wird sie erst nach dem Sommer verabschiedet. Im Rahmen des Gemeindefestes soll es dann am 1. Oktober einen Abschiedsgottesdienst geben.

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