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Freuen sich auf das neue Realschul-Projekt: Vorne Rektor Armin Eder, Theresa Kriesmair, Cassandra von Hörster, Anna Hinterseher, Jasmin Link, Laura Kopp und Thomas Luitz. Hinten Michelle Horkner, Hannah Dziousko, Anna Freund, Sebastian Blum, Mira Petri, Bianca Schneider und Lehrerin Andrea Guggemos.

Pfaffenwinkel-Realschule

Schüler-Café soll festen Platz bekommen

Um die Ladenleerstände in Schongau noch weiter zu verringern, hat sich der Verein „Schongau belebt“ etwas ganz besonderes einfallen lassen. Er schlug der Realschule Schongau vor, eine Gruppe von Schülern könne ein Unternehmen von Anfang an entwickeln, gründen und ausführen – nicht nur als Simulation, sondern in der Realität.

Schongau – Diese Idee kam bei Schülern und Schulleitung gut an: Ein Schüler-Café soll es werden. Nun werden Unternehmer gesucht, die Hilfestellung geben.

Was auf der Angebotspalette in der Innenstadt für Schüler fehlt, hatte sich bei ersten Arbeitstreffen im Mai schnell herauskristallisiert: Ein Schüler-Café nicht nur mit Aufenthaltsmöglichkeit, sondern auch mit speziellen Angeboten, von Frozen Yoghurt, Smoothies und Bubble Tea neben herzhaften Backwaren und diversen Getränken.

Etwa 20 Schülerinnen und Schüler der Klassen 8 und 9 beteiligen sich derzeit an dem Projekt.. Mit dabei sind auch Sebastian Blum (15), Vivian Kreuzburg (14) und Thomas Luitz (14). Auch sie sind von der Idee begeistert, einen Ort mitzuentwickeln, „an dem sich die Schüler treffen können und es etwas gibt, das die Stadt bislang nicht bietet“.

Auch Schulleiter Armin Eder fand den Gedanken „von Anfang an spannend und auch äußerst attraktiv für die Schüler, die sonst nur während der Praktika für wenige Wochen Unternehmerluft schnuppern können“. Unterstützt werden sie dabei von Andreas Schnaubelt (Steuerberater und Wirtschaftsprüfer) und Daniela Puzzovio (Managementtrainerin und Unternehmensberaterin), beide im Vorstand von „Schongau belebt“ sowie Lehrerin Andrea Guggemos, die Wirtschaft und Recht unterrichtet.

Ein Business- und Finanzplan wurde bereits erstellt, ein passender Name und ein Logo werden entwickelt. Beides soll am 25. Januar vorgestellt werden. Dazu hofft man auf Resonanz bei örtlichen Unternehmern, die zur Präsentation kommen und sich dafür entscheiden, mit ihrem Know-how und ihrer Investition die Schüler „auf dieser Reise begleiten und sich dabei gleichzeitig von ihnen in den sechs Monaten nach Gründung inspirieren und zeigen lassen wollen, dass dies ein wirtschaftliches Unternehmen sein kann und einen festen Platz in Schongau bekommen soll“, so Daniela Puzzovio.

Gesucht werden auch Eigentümer von Leerständen, die sich vorstellen können, das Projekt zu unterstützen, etwa durch eine reduzierte Miete in der Startphase oder die Unterstützung bei einem eventuell benötigten Umbau zu einem „modernen und gleichzeitig gemütlichen Schülercafé“, so Andreas Schnaubelt. Was die Größe der Immobilie angeht, „rechnen wir mit einem Durchlauf von 50 bis 100 Schülern, da wäre etwas ab 100 Quadratmeter mit zwei verschiedenen Räumen – einen für den Verkauf und einen zum Aufenthalt – optimal“.

Das Projekt biete für alle vier beteiligten Parteien Vorteile, so Andrea Puzzovio: Für den Eigentümer die Nutzung der Immobile, eine mögliche kommerzielle Vermietung und Prestige. Für den Unternehmer den Test der Altstadtlage, die Sicht von jungen, kreativen Menschen, auch er profitiere von der Öffentlichkeitsarbeit des Projektes. Der Schule bringe es eine Möglichkeit, Individualität zu fördern, ein spannendes Angebot zu machen und sich dadurch noch mehr Ansehen zu verschaffen.

Und zu guter Letzt lernen die Schüler ein hohes Maß an Eigenverantwortlichkeit, profitierten von der „einzigartigen, realen Praxiserfahrung“ und dem Lösen komplexer Fragestellungen. Die Schüler sollen an möglichen laufenden Aufgaben (in Absprache mit allen Beteiligten) wie Einkauf, Verkauf, Buchführung/Controlling sowie Marketing/Werbung teilnehmen.

Das Schüler-Café wird dann nachmittags und eventuell samstags von den Schülern betrieben. Bedingungen dafür sind unter anderem, dass Lehrer und Unternehmer als ständige Ansprechpartner zur Verfügung stehen und sie durch verschiedene Spezialisten von „Schongau belebt“ begleitet werden. Erwirtschaftet werden muss mindestens die Miete, Ziel sei es jedoch, so Andreas Schnaubelt, dass ein Gewinn erwirtschaftet wird, der dann an die Schüler ausgeschüttet werden soll. Nach sechs Monaten muss der Unternehmer dann entscheiden, ob er das Schüler-Café mit eigenem Personal weiter betreiben will oder nicht.

Alle interessierten Unternehmer können sich bei post@schongau-belebt.de melden. Die Präsentation des Schülerprojektes findet am Donnerstag, 25. Januar 2018, um 14.30 Uhr in der Realschule Schongau statt.

Myrjam C. Trunk

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