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Angeregt diskutierten die Schongauer Mittelschüler, organisiert von der Landeszentrale für politische Bildung, in der vollbesetzten Aula mit den Politikern über Themen wie Asyl, Handys im Unterricht und Wohnungsknappheit.

Mittelschule Schongau

Wenn Schüler mit Politikern diskutieren

Eine hitzige Diskussion mit sechs Politikern lieferten sich Schüler der Mittelschule Schongau. Bei der mit Blick auf die Landtagswahl organisierten Podiumsdiskussion brachten die Schüler eifrig Themenvorschläge ein und stellten den Politikern kritische Fragen.

Schongau – Die Landeszentrale für politische Bildung bietet solche Podiumsdiskussionen an, um zukünftigen Wählern der neunten und zehnten Klassen zu zeigen, dass sie mit politischem Engagement etwas verändern können. Das war durchaus spannend für die angetretenen Politiker Andreas Krahl von den Grünen (Vertretung von Gisela Sengl), Markus Erhorn von den Freien Wählern, Dominik Streit von der SPD, Peter Ostenrieder von der CSU (Vertretung von Daniel Artmann), Rüdiger Imgart von der AfD und Günther Schachner von den Linken. Der Vertreter der FDP, Daniel Reuter, war nicht anwesend.

Die drei Leitthemen „Handys im Unterricht und Digitalisierung in der Schule“, „Wohnungsbau und -knappheit“ und „Asylpolitik“ stellte Moderator Bernd Fiedler zur Abstimmung – per Applaus fiel das Thema der ersten Diskussionsrunde auf Asylpolitik. Zu Beginn stellten die Mittelschüler nur zögerlich Fragen, die anfängliche Schüchternheit war aber schnell überwunden. Sie hatten viele Fragen und interessierten sich unter anderem dafür, wie der Nachzug Schutzberechtigter geregelt wird, ob in Zukunft weiter Asylbewerber aufgenommen werden und wie die Vertreter der Parteien die Unterstützungsleistung für Flüchtlinge sehen. Vor allem die Antwort von Rüdiger Imgart (AfD) auf die letzte Frage löste Protest im Publikum aus, denn er sagte, dass „die Unterstützungsleistung zu hoch ist und nicht jeder kaufen können soll, was er will, ohne einen Handschlag zu tun“.

Die Schüler erfragten zudem, wie die Politiker zu Horst Seehofers umstrittener Aussage über den Islam stehen. Die Antwort „Deutschland ist für alle da“ von Andreas Krahl belohnten die Schüler mit kräftigem Applaus.

Bei der folgenden Diskussion über die Legalisierung von Cannabis sagte Markus Erhorn von den Freien Wählern, er sehe Cannabis als gefährliche Einstiegsdroge und sei deswegen gegen eine Legalisierung. Schließlich ging es noch um das Thema Handys im Unterricht und technische Ausstattung von Schulen. Die Schüler erzählten, wie sie diese Regelungen an ihrer eigenen Schule wahrnehmen und wollten von den Parteienvertretern wissen, wie sie zu Handyverboten in der Schule stehen. Peter Ostenrieder von der CSU sagte, das Handyverbot sei „eine Vorbereitung auf das Berufsleben, da man das Handy dort auch nicht zu privaten Zwecken nutzen könne“.

In der Schlussrunde gab es Gelegenheit für letzte Fragen, die Parteienvertreter riefen die zukünftigen Wähler zur Beteiligung auf. „Geht Wählen, macht euch ein eigenes Bild von den Parteien und folgt keinen Parolen“, so Dominik Streit von der SPD.

Das Feedback der Schüler zur Diskussion war positiv, was die rege Beteiligung zeigte. Aber auch die Politiker schätzten den Einsatz der Neunt- und Zehntklässler. Ostenrieder riet ihnen, „weiterhin so neugierig und engagiert“ zu bleiben.

Lina Geiger

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