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Zu jedem Lied das passende Kostüm und viel schauspielerisches Talent: Anna Perwein (im Bild) und Anne Reich begeisterten bei der Serenade im Klosterhof. 

Serenaden-Konzert im Klosterhof

Zwei Musikerinnen entführten mit glasklaren Stimmen

Lange haben Musikliebhaber warten müssen – umso größer war der Andrang beim ersten Konzert der Musikschule Pfaffenwinkel seit Februar im Klosterhof in Schongau. Und die über 200 Zuhörer kamen eine Stunde lang voll auf ihre Kosten.

Schongau – „Ein Leben ohne Kultur ist kein kultiviertes Leben“, gab Musikschulleiter Marcus Graf bei seiner Begrüßung zu bedenken. „Man kann zuhause zwar Stimme oder Instrument trainieren, aber nicht den Klang. Der kommt erst mit dem Publikum.“

Und dieses Publikum war an diesem Abend wie ausgehungert: Ab dem ersten Ton war es mucksmäuschenstill im Klosterhof. Man konnte sich des Eindrucks nicht erwehren, dass jeder Einzelne, vom Kleinkind bis zur Seniorin, jeden Ton förmlich in sich aufsog. Ein Genuss, denn bei den Sopranistinnen Anne Reich und Anna Perwein passte natürlich jeder Ton.

Die beiden Sängerinnen entführten die große Zuhörerschar, immer abwechselnd, mit ihren glasklaren Stimmen in die bezaubernde Welt der Oper und Operette. Kongenial begleitet von Bo Price am Piano. Und nicht nur das: Bei ihrer Liederreise durch verschiedenste Länder gaben sie dem Publikum auch das passende Vokabular an die Hand.

„Damit man auch versteht, worüber wir eigentlich singen“, erklärten sie humorvoll und charmant in Kurzversion die Arien, die sie auf Italienisch, Französisch, Englisch und sogar Tschechisch zum Besten gaben.

So konnten alle mitfühlen, wenn „Donna Anne“ Reich wunderbar die grausame „Crudele“ gab, und Anna Perwein „Rusalkas“ Sehnsucht nach Liebe in jedem Ton unter die Haut gehen ließ. Doch wer die beiden kennt, weiß, dass irgendwann auch einmal „Schluss mit Drama und Tragik pur“ ist.

Und so ging es zum Ende des Konzerts über den großen Teich, und die beiden Sopranistinnen bewiesen, dass sie auch lustig können. Mit zwei Stücken von Viktor Herbert und Leonard Bernstein ließen sie ihr Publikum bester Laune und den Kopf voller schöner Melodien zurück. Doch nur kurz, denn die Zuhörer bekamen nicht genug: Als letzte Zugabe sangen Perwein und Reich das wunderschöne und unter die Haut gehende „Abends, wenn ich schlafen geh“ von Engelbert Humperdinck. Gemeinsam. Schöner kann eine Serenade nicht enden.

Die nächste Serenade

Eine Reise durch die Musikepochen und -genres bietet das zweite Konzert am Samstag, 25. Juli, um 19 Uhr. Verschiedene Ensembles der Musikschule (unter anderem Flöten, Trompeten, Posaunen und Streicher) bieten einen abwechslungsreichen Notencocktail von Barock bis zur Moderne, von klassischer Musik bis in die Popularmusik.

Der Eintritt zum Konzert ist frei. Doch aufgrund der strengen Corona-Bestimmungen bittet die Musikschule alle Interessierten, sich im Sekretariat (08861-8173) anzumelden, da Namen und Telefonnummern aller Konzertbesucher erfasst werden müssen. Zudem besteht beim Betreten und Verlassen des Klosterhofs Maskenpflicht. Natürlich können auch Kurzentschlossene zu den Konzerten kommen, die sich vor Ort registrieren lassen. Genaue Hygiene- und Schutzbestimmungen hängen aus. Einlass ist jeweils um 18.30 Uhr. Bei schlechtem Wetter können die Konzerte nicht stattfinden.

Christine Wölfle

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