Statue der Justizia als Richterin
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Die Justiz musste sich mit einem sexuellen Missbrauch an einer 12-jährigen auseinandersetzen.

Geständnis

37-Jähriger hatte sexuellen Missbrauch an 12-Jähriger lange geleugnet

Einem 37-Jährigen aus dem südlichen Schongauer Land wurde sexueller Missbrauch von Kindern vorgeworfen. Vom Amtsgericht Weilheim wurde er zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Das milde Urteil lag daran, dass der Angeklagte letztendlich ein Geständnis ablegte.

Schongau – In der Anklageschrift stand, dass es zwischen dem Angeklagten und dem damals 12-jährigen Mädchen einvernehmlich zum Austausch von Zärtlichkeiten gekommen sei. Im September letzten Jahres hatte der Mann in einem Fall Küsse mit dem Mädchen ausgetauscht. Ein paar Tage später hatte der Angeklagte die Zwölfjährige, als er sie im Auto nach Hause bringen wollte, geküsst und an Po und Brust angefasst, nachdem sie sich auf seinen Schoß gesetzt hatte.

Gleichaltriges Mädchen hatte sexuelle Handlungen im Auto beobachtet

Eine gleichaltrige Freundin des Mädchens, die mit im Auto saß, war Zeugin und hatte später ihren Eltern von dem Vorfall erzählt. So kam die Sache ins Rollen.

Der Angeklagte leugnete zunächst strikt die ihm vorgeworfenen Taten. Kennengelernt habe er das Mädchen über deren Mutter, die wiederum bei seiner Frau kurzzeitig in der Gaststätte arbeitete. Man habe sich nur gelegentlich unterhalten, aber es sei nichts vorgefallen, beteuerte der Mann. „Sie könnte ja meine Tochter sein“, sagte er.

Vergeblicher Versuch, sich ein Alibi zu konstruieren

Detailliert versuchte er, sich für den fraglichen Tag, an dem die Freundin die sexuellen Handlungen im Auto beobachtet hatte, ein Alibi zu konstruieren, was ihm letztendlich aber nicht gelang. Das Ganze wurde immer unglaubwürdiger. Die Vorsitzende Richterin für Jugendschutz Claudia von Hirschfeld richtete einen dringenden Appell an den Angeklagten: „Ein Geständnis würde sich hier nicht nur strafmildernd auswirken. Sie würden auch den jungen Mädchen eine Aussage ersparen“, sagte sie.

Der Mann zog sich daraufhin mit seinem Anwalt zur Besprechung zurück. „Ich bleibe bei meiner Aussage, da ist nichts gelaufen“, beteuerte der Beschuldigte jedoch weiterhin. Als sein Handy vorgelegt wurde und der Chatverlauf mit seiner Frau an dem fraglichen Tag verlesen wurde, die ihn fragte, wo er denn bleiben würde und sie das Mädchen in seiner Nähe gesehen hätte, sprach die Staatsanwältin ein paar deutliche Worte. „Ihre Frau war eindeutig eifersüchtig. Und Sie sagen, es sei nichts gewesen?“, sagte sie.

Gericht stellt für Geständnis Bewährungsstrafe in Aussicht

Es folgte auf Anfrage des Verteidigers ein richterliches Gespräch, ohne den Angeklagten. Danach wurde dem Mann mitgeteilt, dass er bei einem Geständnis nur mit einer Bewährungsstrafe zu rechnen habe. Man wollte unbedingt dem Mädchen und deren Freundin eine Aussage ersparen. Auch für die Ehefrau wäre eine Befragung schwierig gewesen, wenn der Mann weiterhin die eindeutigen Taten geleugnet hätte.

Auch wenn es einvernehmlich war: „Ungleichgewicht stellt das Gesetz zu Recht unter Strafe“

Schließlich knickte der sechsfach, aber nicht einschlägig vorbestrafte Mann ein und legte ein Geständnis ab. „Auch wenn es einvernehmlich war. Dieses Ungleichgewicht stellt das Gesetz zu Recht unter Strafe“, stellte Richterin von Hirschfeld klar. Sie verurteilte ihn zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und zwei Monaten. Die Bewährung dauert drei Jahre. Außerdem muss er 2400 Euro an das „Netz gegen sexuelle Gewalt“ in Weilheim zahlen.

REGINA WAHL-GEIGER

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