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Weihnachtliche Verpackungs-Künstler: Sie geben Geschenken den letzten Schliff

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Von: Theresa Kuchler

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Mitarbeiterin an der Verpackstation von „Wiedemann“.
Mit geübter Hand wickelt Nina Wiesmaier die Einkäufe der „Wiedemann“-Kunden in weihnachtliche Verpackungen. © Brigitte Gronau

Auf die inneren Werte kommt es an. Trotzdem bereitet eine hübsche Verpackung Freude – gerade bei Präsenten unter dem Weihnachtsbaum. Wir haben Mitarbeiter im Handel getroffen, die das Geschenke-Einpacken besonders gut können.

Landkreis – Mit wenigen geübten Handgriffen wickelt Nina Wiesmaier das Duschgel in graues Geschenkpapier. Passend dazu wählt sie ein weihnachtlich-glitzerndes Band in Silber, das sich nach einem kurzen Ansetzen mit der Schere in Sekundenschnelle aufkräuselt. Für den Kleckser Farbe darf eine Schleife in Blau nicht fehlen – die junge Frau bringt sie rasch in die richtige Länge, um sie anschließend an das silberne Band zu knoten. Dann muss nur noch der Parfümerie-Aufkleber angebracht werden. Fertig. Das Geschenk ist bereit, um unter den Christbaum gelegt zu werden und jemanden ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern.

Seit Wochen steht Wiesmaier jeden Werktag in der kleinen Hütte vor der Parfümerie „Wiedemann“ in Weilheim, wo sie die Einkäufe der Kunden in hochwertiges Papier und weihnachtliche Schleifen wickelt. Dass ihr die Arbeit Spaß macht, ist der Angestellten anzusehen. Versiert und mühevoll verpackt sie einen Artikel nach dem anderen. „Wer nicht gerne bastelt oder kreativ ist, würde diesen Job ja nicht machen“, sagt sie.

Mitarbeiter an der Verpackstation: Der richtige Job für Kreative und Bastler

Für die Weilheimerin, die ihre Zeit bis zum Studienbeginn im kommenden Jahr mit Arbeiten überbrückt, ist es heuer die zweite Saison in der Verpackstation von „Wiedemann“. Seitdem sie den Vollzeit-Job Ende November begonnen hat, sei allerdings nicht immer so viel zu tun gewesen wie jetzt, an den Tagen kurz vor Heiligabend. „In der ersten Dezemberwoche war echt tote Hose, als wir über der 1000er Inzidenz waren“, erinnert sich Wiesmaier. Inzwischen habe sich der Kundenandrang aber wieder eingependelt. „Man sieht schon, dass die Nachfrage so kurz vor Weihnachten ansteigt.“

Bestätigen kann das auch ihre erfahrene Kollegin Annemarie Bertl, die bereits in der siebten Saison als weihnachtliche Einpack-Hilfe bei „Wiedemann“ dabei ist. „Viele kaufen hier noch kurz vor knapp ihre Geschenke. Ein Duft oder ein Gutschein geht halt immer“, weiß Bertl.

Vor allem Männer lassen sich gerne beim Geschenke-Einpacken helfen

Ob es klischeehaft vor allem Männer sind, die bei dem Einpacken der Geschenke Unterstützung brauchen? „Ja. Es lassen bei uns schon sehr viele Männer verpacken. Und die sind immer echt extrem dankbar“, sagt Wiesmaier und lacht. Es seien ihrer Beobachtung nach auch die männlichen Kunden, die am meisten in die Spendenbox auf der Theke vor ihrem Arbeitstisch werfen. Die Verpackstation ist nämlich ein kostenloser Service der Parfümerie, „Wiedemann“-Kunden müssen dafür nicht zahlen. „Ein oder zwei Euro gibt aber eigentlich jeder“, freut sich die junge Weilheimerin. Auch die Begeisterung der Kunden über einen hübsch verpackten Artikel sei bei jedem spürbar.

Diese Erfahrung macht auch Stephanie Riefler. Die Verkäuferin und Dekorateurin arbeitet seit einigen Jahren in der „MöbelCentrale“ in Schongau, wo sie unter anderem für die Verpackstation im Kassenbereich zuständig ist. „Von Kunden höre ich oft: Ich will, dass die Frau Riefler kommt, die hat das letztes Mal auch schon so schön gemacht“, erzählt sie mit gewissem Stolz. Dass sich die Menschen über ihre Einpack-Fähigkeiten freuen, bestätige sie in ihrer Arbeit.

Mitarbeiterin der „MöbelCentrale“ mit Dekoartikel und Geschenkpapier.
Auch schwierige Formen weiß Stephanie Riefler von der „MöbelCentrale“ geschickt einzupacken. © Hans-Helmut Herold

In der „MöbelCentrale“ ist es das ganze Jahr über möglich, eingekaufte Artikel kostenlos verpacken zu lassen. In den Wochen vor Weihnachten steige die Nachfrage nach dem Service allerdings jedes Mal aufs Neue – im Sommer würden die Kunden das Angebot vergleichsweise wenig in Anspruch nehmen, so Riefler. „Gegen Anfang Dezember geht’s dann schon los.“ Gerade an den Samstagen im Advent verbringe sie viel Zeit an der Verpackstation, die mit Papieren und Schleifen in allen Farben und Mustern aufwartet. „Da komme ich hier manchmal eine halbe Stunde nicht mehr weg.“

Die Nachfrage nach dem Service steigt vor Weihnachten - besonders an Samstagen ist viel zu tun

Riefler habe schon so manch skurrile Situation erlebt, seit sie für das Verpacken der Artikel zuständig ist. „Einmal wollte eine Kundin ihren ein Meter hohen Korb einpacken lassen“, denkt sie an so einen Moment zurück. „Für so etwas sind die meisten Papiere aber zu schmal. Da überlegt man dann schon“, sagt sie und lacht. Mit Geduld, vereinten Kräften und der Hilfe des Tackers hat es der Korb letzten Endes dann aber doch noch in das Geschenkpapier geschafft. Auch komme es nicht selten vor, dass die Kunden sich kurzfristig noch für eine andere Verpackung entscheiden, wenn der Artikel eigentlich schon fertig eingewickelt ist. „Da muss man dann nochmal umpacken.“

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