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Auf der großen Grünfläche will die Stadt Wohnbebauung entwickeln.

Siedlungsanalyse

Schongau benötigt 374 neue Wohnungen bis 2030

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Die Stadt geht bei der großen Grünfläche an der Marktoberdorfer Straße auf Nummer sicher und stellt einen Bebauungsplan mitsamt Veränderungssperre auf. Interessant in diesem Zusammenhang: Bis 2030 hat Schongau Bedarf an 374 zusätzlichen Wohneinheiten.

Schongau – Die große Grünfläche neben den Meisenhöfen, wo die Arbeitsagentur eine Bleibe gefunden hat, ist für Investoren offenbar zu verlockend: Bereits zum wiederholten Mal war im Januar die Anfrage für den Bau eines Supermarkts eingegangen, wie immer hatten die Stadträte abgelehnt. Begründet hatte das Stadtbauamt den negativen Bescheid damit, dass es sich um „Außenbereich im Innenbereich“ handle, außerdem sei man laut Einzelhandelskonzept in Schongau mit Supermärkten zu fast 100 Prozent versorgt.

Letzterem stimmten die meisten Stadträte zu, doch bei der Begründung hatte Michael Eberle (CSU) Bedenken angemeldet und gefordert, man müsse selbst tätig werden. Dem ist das Stadtbauamt nun gefolgt: In der Stadtratssitzung stand die Aufstellung eines Bebauungsplans mitsamt Veränderungssperre auf der Tagesordnung.

Stadtbaumeister Sebastian Dietrich sagte, Ziel und Zweck der Planung sei es, den Wohnflächenbedarf der Stadt zu decken. Und der ist enorm: „Nach der derzeit im Rahmen des Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzepts laufenden Siedlungsanalyse besteht bis 2030 ein Bedarf von durchschnittlich circa 374 Wohneinheiten“, sagte Dietrich. Mehr könne er zu dem Thema nicht sagen, meinte er auf SN-Nachfrage, da die Analyse noch nicht abgeschlossen sei und sich ständig ändere. Die Zahl von durchschnittlich 374 Wohnungen bedeute, dass es mehrere Varianten gebe, manche mit mehr, manche mit weniger Wohnungen; die 374 seien der Mittelwert dieser Szenarien.

„Weil andere Flächen wie im Schongauer Norden noch eine verhältnismäßig lange Entwicklungszeit haben, bieten sich diese Grundstücke für eine kurz- bis mittelfristige Bebauung mit Einzel-, Doppel- und Reihenhäusern sowie Geschosswohnungsbau an“, so Dietrich. Zudem handele es sich bei der Fläche um eine sinnvolle Nachverdichtung, man könne damit den klassischen Außenbereich schonen.

„Gut und richtig“, fand Eberle das Vorgehen der Stadt, dort Wohnbebauung zu entwickeln. Das Baurecht bisher mit der Außenbereich-Begründung zu verweigern, sei heikel gewesen. „Jetzt sind wir auf der sicheren Seite. Denn wir wissen nicht, wie es bei einem Prozess vor Gericht ausgegangen wäre.“ Eberles Frage, ob der Flächennutzungsplan auch geändert werden müsse, verneinte Dietrich. Zwar sehe der auf einem Streifen hinter den Meisenhöfen eine Grünfläche vor, und der Rest sei Gewerbe- und Mischgebiet. „Aber es hat dort nie eine Bauleitplanung gegeben, es ist kein Baurecht vorhanden“, so Dietrich.

Auch Friedrich Zeller (SPD) fand es den richtigen Weg, diese wichtigen Grundstücke für Wohnbebauung zu nutzen. „Das ist immer noch eine recht zentrale Lage.“ Er schlug noch vor, den bestehenden Fußweg am Obi bis auf die andere Seite der Marktoberdorfer Straße weiterzuführen. „Das wäre eine gute Verbindung von Schongau-West ins Forchet, zum Naherholungsgebiet“, so Zeller. Einstimmig wurde dem Bebauungsplan zugestimmt.

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