Bluttat in Unterföhring: Polizistin wird wohl nicht mehr aufwachen

Bluttat in Unterföhring: Polizistin wird wohl nicht mehr aufwachen
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Hier werden die Beatmung und die Anwendung eines Defibrillators geübt. Auf dem Bild von links Claudia Romeike, Reante Schweiger, Astrid Weber und H.J. Heiß.

Für den Notfall gerüstet

So einfach kann man Leben retten

Notruf, Reanimation durch Herz-Lungenbelebung und die Handhabung eines Defibrillators: Auf der öffentlichen Sitzung des Seniorenbeirates hat Renate Schweiger vom Roten Kreuz mit ihrem Referat und den anschließenden praktischen Übungen die Besucher dieser Veranstaltung für den Notfall gerüstet.

Schongau – „Ein interessantes Thema“, sagte Renate Schweiger. Die gelernte Krankenschwester ist Ausbilderin beim BRK und stellvertretende Bereitschaftsleiterin, zudem fährt sie seit 25 Jahren Rettungsdienste.

Thema Notruf 112: „Wenn ich niemand rufe, dann kommt auch niemand,“ sagte die Referentin und fügte an, diese Notrufnummer habe viele Vorteile.“ Mit der Wahl von 112 sei europaweit jede Sperre überwindbar. Auch wenn gerade kein Netz zur Verfügung stehe. Was in Gemeinden wie Böbing und Wildsteig leicht passieren könne. Über 112 wird die regionale integrierte Rettungsstelle erreicht. Renate Schweiger empfahl: „Bleiben Sie am Telefon, bis der Rettungsdienst da ist.“

Bei den Angaben solle man sich auf das Wesentliche beschränken und nicht die ganze Krankheitsgeschichte erklären wollen. Was ist wo passiert und die Art der Verletzung reiche vollkommen aus. Schritt für Schritt würde danach von der Rettungszentrale erklärt, was zu tun sei. Jedenfalls ist die Referentin überzeugt: „Der Notruf ist a wichtige G’schicht.“ Und den Notruf nur mal testhalber so ausprobieren, das gehe gar nicht.

Besucher durften reanimieren

Mit anpacken durften die Besucher beim Thema Defibrillator und bei der Reanimation durch Herz-Lungenbelebung. Erster Rat: Bei Erster Hilfe immer Handschuh tragen. „Die tragen Sie doch bei der Gartenarbeit oder beim Entsteinen von Zwetschgen auch“, meinte Renate Schweiger. Geeignete Handschuhe seien z.B. in der Hülle eines Überraschungseies gut unterzubringen.

Immer sollte man, so der Rat der Expertin, mit Bedacht zu dem Verletzten hingehen und prüfen, ob er noch schnaufe. Zwölf bis 15 Mal in der Minute wäre richtig. Wenn nicht, in die Mitte des Brustkorbs drücken. Eine Hand auf die Brust, die andere darauf legen und mit dem Gewicht des Oberkörpers etwa 30 Mal drücken und im Wechsel durch den Mund beatmen. Drücken sei allerdings die wichtigere Maßnahme als das Beatmen. Die stellvertretende Bereitschaftsleiterin warnt: „Für die Mund zu Mund-Beatmung keinesfalls ein Stoff- oder Tempotaschentuch benutzen.“ Geeignet sei eine Beatmungsfolie mit Mundstück. Also merke: „Drücken und Beatmen ist wichtig, sonst brauchen Sie mit dem Defibrillator gar nicht erst anzufangen.“ Da gehe es ums Herz.

„Das Herz ist eine ganz verrückte Maschine“, klärte die Referentin auf. Wenn es aus dem Takt komme, liege eine Herzrhythmusstörung oder Herzflimmern vor.

Aber wie funktioniert ein Defibrillator? Zunächst ist die Einschalttaste zu betätigen. Danach erklärt eine Stimme Schritt für Schritt, was zu tun ist. „Folgen Sie diesen Anweisungen, nachdem Sie die Oberbekleidung des Verletzten entfernt haben.“

Etliche Fragen beantwortet

Auf dem Gerät ist ein Bild mit dem Hinweis, wo die Elektrode anzubringen ist. Der Herzrhythmus wird alle zwei Minuten analysiert. „Wenn sich die Person wehrt, können Sie das Gerät ausschalten, dann haben Sie ein Leben gerettet“, sagt Renate Schweiger. 

Es gab noch etliche Fragen, die von Dr. Elisabeth Wagner, der Vorsitzenden des Seniorenbeirates, und von Renate Schweiger fachkundig beantwortet wurden.

In Schongau sind derzeit im Plantsch, im Landratsamt, im Eisstadion und in der Turnhalle an der Marktoberdorfer Straße Defibrillatoren angebracht. In Peiting sind es mit der Schloßberghalle, dem Pfarrheim und den beiden Schaltern der Raiffeisenbank sowie der Dreifachturnhalle und des Eisstadions etliche mehr.

Walter Kindlmann

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