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Codex der Diözese Augsburg

Social Media: Katholische Regeln für Facebook und Co

Auf Facebook einen Kommentar absetzen oder privat twittern – wie man sich online richtig verhält, können die kirchlichen Mitarbeiter der Diözese Augsburg nachlesen. Als erste deutsche Diözese hatte das Bistum Augsburg 2017 einen Social Media Codex eingeführt. Wie handhaben dies kirchliche Mitarbeiter im Raum Schongau?

Schongau – Das Bistum Augsburg hatte im vergangenen Jahr in einem Arbeitskreis um Stefan Frühwald, Leiter der Abteilung Datenschutz und Meldewesen im Bischöflichen Ordinariat, als erste deutsche Diözese einen Social Media Codex für seine Mitarbeiter entwickelt. Hintergrund war, dass bisherige Regelungen zum Thema, etwa die Social Media-Guidelines der Deutschen Bischofskonferenz, nicht eindeutig genug gewesen seien, erläutert Frühwald, sondern eher freundliche Empfehlungen. „Wir wollten jedoch eine echte Hilfestellung. Man braucht etwas Verbindliches, wenn etwas arbeitsrechtlich relevant ist“.

In dem Codex, der damals auch an alle rund 15 000 Mitarbeiter der Diözese gegangen ist, gibt das Bistum Augsburg zehn Richtlinien vor. An diese sollen sich alle kirchlichen Mitarbeiter oder Menschen, die in einem Dienst- oder Beschäftigungsverhältnis mit dem Bistum stehen, halten. Frühwald: „Wir zeigen damit Leitplanken auf, in denen man sich bewegen kann“.

Was bedeutet dies nun konkret? Es werde immer schwieriger, Berufliches und Privates zu trennen, so Frühwald. Ein kirchlicher Mitarbeiter, der online nicht rein privat unterwegs ist, also in den Profileinstellungen seines Social Media-Accounts angibt, bei der katholischen Kirche tätig zu sein, sollte sich demnach zurückhalten. Er vertrete seinen Arbeitgeber in der Öffentlichkeit. Dabei dürfe man durchaus eine kirchenkritische Haltung einnehmen, wie Frühwald erläutert, aber keine kirchenfeindliche: „Dann kann es durchaus Gesprächsbedarf mit der Personalabteilung geben“.

Pfarrer Karl Klein aus Altenstadt

In Schongau sei dies kein Thema, meint Pfarrer Norbert Marxer. „Da wird nicht getwittert, es gibt kein Facebook, und wenn, dann ganz privat“. In Altenstadt hingegen gibt es einen äußerst technikaffinen Pfarrer. „Ich glaube schon, dass diese Richtlinien nötig sind“, so Karl Klein. Sicherlich gebe es viele, die sich im Internet ganz natürlich bewegten, aber auch Mitbrüder, die sich der Tragweite vielleicht nicht so recht bewusst seien. „Es ist wichtig, die Mitarbeiter zu sensibilisieren, ihnen zu sagen, sie sollen achtsam sein“. Ein sensibler Umgang mit dem Internet oder Social Media wird im Pfarrverband Altenstadt auch den Kindern und Jugendlichen weitergegeben. „Es ist wichtig zu wissen, dass ich beispielsweise Whatsapp sinnvoll nutzen kann, aber auch alles seine Schattenseiten hat.“ Er selbst nutzt Facebook und Whatsapp hauptsächlich dienstlich. „Es ist eine gute Möglichkeit, schnell viele Menschen zu erreichen“, so Klein.

„Grundsätzlich halten wir es für notwendig, dass die Kirche alle Kommunikationsmittel nutzt, um möglichst viele Menschen zu erreichen – dazu gehören auch Social Media“, heißt es aus der Erzdiözese München und Freising. Aber sind dafür verbindliche Regelungen notwendig? Als „Ausdruck des Misstrauens“ empfindet Rottenbuchs Pfarrer Josef Fegg den Codex. Es sei fast symptomatisch für die Kirche, er würde sich statt Misstrauen und Skepsis eine andere Grundeinstellung wünschen, „das ist wenig förderlich“. Fegg selbst nutzt Facebook, auch der Pfarrverband St. Franz Xaver hat einen Account. „Die Präsenz im Internet ist mir extrem wichtig“, betont Fegg, der 2017 eine Fortbildung in Rom zum Thema „Always on?!“ besucht hat. Dort sei teils sehr kontrovers diskutiert worden.

„Wir müssen in diesem Raum präsent sein, das verlangt auch der Papst“, berichtet Fegg über die große Medienreform, die Papst Franziskus angestoßen hatte. „Der Papst twittert selbst, und es gibt einen YouTube-Channel des Vatikans. Möglicherweise sei ein Codex aber nützlich, denn „in der Praxis ist nicht jeder online fit und firm“, schränkt Fegg ein. „Vielleicht braucht jemand eine engere Richtschnur“.  sn

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