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Sie schritten die Front ab: Bataillonskommandeur Oberstleutnant Roland Pietzsch zusammen mit Landrätin Andrea Jochner-Weiß und Bürgermeister Falk Sluyterman.

Bundeswehr-Bataillon Altenstadt 

Vereidigung in der Mitte der Gesellschaft

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Die Bundeswehr soll in die Mitte der Gesellschaft, Schongau hat das am Donnerstagabend eindrucksvoll vorgemacht. Unter den Augen etlicher Bürger leisteten auf dem Marienplatz mehr als 200 Soldaten bei der feierlichen Vereidigung ihren Dienstschwur.

Schongau/Altenstadt – Ehrfürchtig beobachteten geladene Vertreter aus Kirche, Politik und Gesellschaft gemeinsam mit hunderten Zaungästen, wie die Rekruten im Gleichschritt auf den Marienplatz einbogen. Konzentration und Disziplin stand den jungen Frauen und Männern ins Gesicht geschrieben: Für sie ist die feierliche Vereidigung ein ganz besonderer Moment. 

Natürlich erwies ihnen eine Abordnung des Schongauer Veteranenvereins die Ehre, der Defiliermarsch wurde gespielt, als die Ehrenformation mit Truppenfahne einmarschierte. Später, bei der Vereidigung, sangen alle die Bayern- und die Nationalhymne. Einige Soldaten waren so angespannt und ergriffen, dass ihnen der Kreislauf einen Streich spielte. Sanitäter kümmerten sich rührend um sie.

„Wir sind zu einer starken, tapferen Gemeinschaft zusammengewachsen“, sagte eine junge Rekrutin, die den Gästen von den ersten Monaten der Ausbildung der Feldwebel- und Unteroffizieranwärter des Bataillon 3 in Altenstadt berichtete. Unter anderem erzählte sie von der Sanitäts- und Waffenausbildung, dem Biwak samt Zwölf-Kilometer-Marsch und allen anderen Strapazen, die das Soldatenleben mit sich bringt. Dabei helfen sich die Kameraden immer wieder untereinander: „Oft reicht ein nettes Lächeln mit den Worten ,wir schaffen das‘“, sagte die junge Soldatin, die auch den Vorgesetzen dankte: Für ihre „Hilfe, Unterstützung und die Geduld“.

Der Chef des Bataillons, Oberstleutnant Roland Pietzsch, würdigte in seiner Ansprache die Bereitschaft der Frauen und Männer für den Dienst an der Waffe: „Mit Ihrem Schwur übernehmen Sie eine herausragende und nachhaltige persönliche Verpflichtung für die Bundesrepublik Deutschland.“ Für ihre mutige Entscheidung sprach der Bataillonskommandeur den Soldaten auf Zeit seinen besonderen Respekt aus: „Sie schwören heute, gegebenenfalls Ihre Gesundheit und im höchsten Fall Ihr Leben zur Verteidigung des Rechts und Freiheits des deutschen Volkes einzusetzen.“

Den feierlichen Treuschwur, den sechs Soldaten stellvertretend für alle leisteten und per Handschlag besiegelten, begleiteten Oberst Joachim Hoppe (Kommandeur des Fallschirmjägerregiments 31,) Roland Pietzsch sowie Schongaus Bürgermeister Falk Sluyterman und Landrätin Andrea Jochner-Weiß. Sie hatten anfangs auch die Front abgeschritten. Den Lokalpolitikern war das eine große Ehre: Die Landrätin betonte einmal mehr, dass der Soldatenberuf kein Beruf wie jeder andere sei. Und die aufgeworfene Frage, ob der Soldat noch zeitgemäß sei und in unsere Gesellschaft passe, beantwortete Jochner-Weiß mit eine klaren „Ja!“. Der Idealzustand eines Weltfriedens sei noch lange nicht erreicht, „und wir leben nicht auf einer Insel der Glückseligen“, machte sie klar. Die Soldaten könnten stolz sein auf den Dienst, den sie leisten. „Ich habe großen Respekt und bin Ihnen von ganzen Herzen dankbar“, erklärte die Landrätin. „Sie gehören einer bedeutenden Leistungselite unseres Landes an, darauf können Sie stolz sein.“

Bilder: Bundeswehr-Vereidigung auf dem Schongauer Marienplatz

Auch Sluyterman hieß die Soldaten auf dem Marienplatz „herzlich willkommen“. Als Sohn eines Starfighter-Piloten habe er die Bundeswehr schon „mit der Muttermilch aufgenommen“, verriet der Rathauschef. Das feierliche Gelöbnis gehöre in die Mitte der Gesellschaft, begründete der Bürgermeister, warum die Stadt den Platz gerne für die Vereidigung zur Verfügung stellt: „Das ist ein Zeichen unserer Verbundenheit.“ Der SPD-Politiker machte überdies in seiner Ansprache klar, dass die Franz-Josef-Strauß-Kaserne in Altenstadt nicht umbenannt werden müsse. „Franz-Josef Strauß war immerhin einmal Landrat hier“, so Sluyterman. An die Soldaten gewandt, sagte er: „Seien Sie sich stets bewusst, für welche Werte Sie eintreten.“ Er sei sehr bewegt angesichts der vielen Menschen, „die sich zu ihrem Staat bekennen und dem Land diesen wichtigen Dienst erweisen“.

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