Gut besucht war der Bürgermeister-Schaegger-Platz schon am Freitagabend beim Platzkonzert der Schongauer Stadtkapelle (links im Hintergrund).
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Gut besucht war der Bürgermeister-Schaegger-Platz schon am Freitagabend beim Platzkonzert der Schongauer Stadtkapelle (links im Hintergrund).

Veranstaltung auf dem Bürgermeister-Schaegger-Platz

Schongau: „Sommer in der Stadt“ als Antidepressivum

  • VonRafael Sala
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Die Resonanz war, beurteilt nach Corona-Maßstäben, enorm: Rund 150 Besucher strömten am gestrigen Sonntag zum Bürgermeister-Schaegger-Platz in Schongau zum „Sommer in der Stadt“.

Schongau – Als „Antidepressivum“ bezeichnete Tyll-Patrick Albrecht vom veranstaltenden Schongauer Brauhaus die Veranstaltung, und das war sie in der Tat. Spiel, Spaß, Genuss, gute Laune – und spannende Darbietungen, darunter die Familien-Zaubershow „gigaBallongantisch“ mit Tobi van Dieser als Höhepunkt.

Unter dem Motto „Sommer in der Stadt“ haben zahlreiche Schongauer der allgegenwärtigen Corona-Tristesse ein Wochenende lang die Stirn geboten. Dafür sorgte nicht zuletzt das kulinarische Angebot mit Spanferkel & Co, Kaffee, Kuchen – und natürlich dem Schongauer Gerstensaft, der an beiden Tagen in Strömen floss.

Drei Anlässe zu feiern

Gleich drei Anlässe gab es zu feiern: Zum einen die Kür der Schongauerin Anna Bader zur „Bierprinzessin der Herzen“. Zweitens den erfolgreichen Abschluss der Ausbildung von Sophia Albrecht zur Veranstaltungskauffrau. Und schließlich die gern genutzte Möglichkeit, im Sommer endlich wieder buchstäblich Luft zu holen und all’ das – unter Auflagen – nachzuholen, was die Pandemie-Auflagen knapp eineinhalb Jahre wie unter einer unerträglichen Dunstglocke gehalten hat: Das öffentliche Leben in all’ seinen bunten Facetten.

Freuen sich über das gelungene Wochenende in Schongau: Sophia (li.) und Stephan Albrecht mit Anna Bader.

„Das war ein Aufatmen“, urteilte die frisch gebackene Veranstaltungskauffrau und äußert nachdenklich die Sorge, dass all’ das ab kommendem Herbst wieder der Vergangenheit angehören könnte. Dass die Inzidenzwerte in der kalten Jahreszeit wieder steigen werden, auf dieses düstere Szenario stellen sich nicht nur in der Kreisstadt Gastronomen wieder ein.

So manch bittere Träne mag bei den Fans von Anna Bader geflossen sein, als für viele unerwartet der Titel der „Bayerische Bierkönigin“ dieses Jahres nicht an sie ging. Der Ehrentitel blieb der 24-Jährigen zwar versagt, doch den Schmerz darüber hat sie längst verwunden – vielmehr gar nicht erst gehabt: „Ich bin eine Frohnatur und freue mich nicht weniger darüber, in meiner Heimatstadt die Herzen der Menschen erobert zu haben“, merkt sie im Gespräch an.

Stadtkapelle Schongau lässt Prinzessinnenpolka erklingen

Ihr zu Ehren hat die Stadtkapelle Schongau sogar ein eigenes Stück komponiert: die Prinzessinnenpolka, die am Freitagabend nicht nur einmal gespielt wurde. Geradezu hymnisch lagen die Klänge in der Luft.

Freude stand auch Sophia Albrecht vom Schongauer Brauhaus ins Gesicht geschrieben. „Als auszubildende Veranstaltungskauffrau waren die zwei Jahre Ausbildung alles andere als gewohnt oder normal“, schilderte sie mit Blick auf die Corona-Auflagen. Mehrere harte Schläge habe die Branche verkraften müssen, ganz alltägliche Veranstaltungen hätten nicht stattfinden können. „Daher bin ich umso glücklicher und voller Stolz, dass ich trotzdem so wahnsinnig viele Aktionen und Events in der Corona-Zeit organisieren durfte.“

Das Schongauer Brauhaus blickt weiter unbeirrt in die Zukunft: Am 11. und 12. September ist ein weiteres Fest geplant – dann mit dem bekannten Kabarett-Duo Erkan & Stefan. Der „Sommer in der Stadt“ kann vielleicht nahtlos in einen „bunten Herbst“ übergehen.

VON RAFAEL SALA

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