In Schongau findet bald wieder ein Markt statt – mit Sonntagsöffnung der Geschäfte.
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In Schongau findet bald wieder ein Markt statt – mit Sonntagsöffnung der Geschäfte.

Schwierige Lage für Geschäftsleute

Einzelhändler im Landkreis Weilheim-Schongau sprechen sich für Sonntagsöffnung aus

  • Boris Forstner
    vonBoris Forstner
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In der Corona-Krise sind viele Einzelhändler in den Innenstädten schwer gebeutelt. Ein verkaufsoffener Sonntag wäre für viele wichtig - doch dafür gibt es Anforderungen.

Landkreis – Florian Lipp war zufrieden. „Die Sonntagsöffnung ist sehr gut gelaufen, es war ein voller Erfolg. Die Kunden haben das sehr gute Hygienekonzept akzeptiert“, freute sich der Chef des Weilheimer Kaufhauses Rid. Kleines Manko: Er sprach von Bad Tölz, wo vergangenen Sonntag dank des Herbstmarktes parallel die Geschäfte öffnen durften und er eine Filiale besitzt. In Weilheim war der Gallimarkt, der am selben Tag stattfinden sollte, von der Stadt abgesagt worden – deshalb mussten die Geschäfte geschlossen bleiben. Denn für die Sonntagsöffnung braucht es in der Regel ein kulturelles Angebot.

„Wir haben natürlich Verständnis, dass es derzeit etwas schwierig ist“, sagt Lipp, der auch Vorsitzender des Weilheimer Standortfördervereins ist. Gleichzeitig macht er deutlich, wie wichtig so ein zusätzlicher Verkaufstag ist – nicht nur wirtschaftlich, sondern auch als Vorsichtsmaßnahme: „Denn so verteilen sich die Kunden besser und müssen nicht alle am Samstag kommen. Das ist ja eigentlich genau das, was man will.“ Lipp hofft jetzt auf den Andreasmarkt am 29. November, der gleichzeitig als 1. Advent für die Weilheimer Innenstadt-Läden immense Bedeutung hat.

Herbstmarkt in Schongau soll stattfinden

„Der soll auch stattfinden“, kündigt Stefan Frenzl vom Weilheimer Amt für Standortförderung an. Der große Markt in der Oberen Stadt sei wegen der Enge zwar nicht möglich, aber es sei geplant, zumindest den Bauernmarkt auf dem Marienplatz stattfinden zu lassen. „Wir hoffen, dass das Landratsamt das absegnet“, sagte Frenzl. Natürlich spiele auch die aktuelle Corona-Situation zum Zeitpunkt des Marktes eine Rolle.

In Schongau hat die Stadt ganz aktuell am Freitagvormittag beschlossen, den Herbstmarkt am nächsten Sonntag, 25. Oktober, stattfinden zu lassen. „Wir haben uns die Entscheidung nicht einfach gemacht, weil wir natürlich die Belange des Gesundheitsschutzes sehen, aber auch die Interessen der Einzelhändler“, sagte Bürgermeister Falk Sluyterman.

Umzäunter Markt: Besonderes Konzept in Schongau

Deshalb habe man ein besonderes Konzept ersonnen: Der Markt wird aufgeteilt in zwei Bereiche, einer am Marienplatz und einer am Beginn der Münstraße, und umzäunt. „So können wir gewährleisten, dass bei gutem Wetter nicht zu viele Menschen gleichzeitig dort sind“, so Sluyterman. Eingangskontrollen sollen sicherstellen, dass jeder Bereich nur von höchstens 80 Besuchern betreten wird. „Die Geschäfte sind natürlich frei zugänglich“, sagte Sluyterman.

Die Entscheidung wurde bei der Werbegemeinschaft Altstadt Schongau positiv aufgenommen. „Nach dem sechswöchigen Lockdown im Frühjahr ist jeder zusätzliche Verkaufstag für uns wichtig“, sagt Vorstandsmitglied Samira Krantic vom Modeladen „Sisters“ am Marienplatz. Zumal an einem Marktsonntag viele Leute aus dem Umkreis kommen, die sonst vielleicht nicht den Weg nach Schongau finden würden.

Markt in Penzberg war schon abgesagt - jetzt findet er doch statt

Kurios ist die Situation in Penzberg: Dort war der Kirchweihmarkt, der am morgigen Sonntag stattfinden sollte, eigentlich schon abgesagt worden, ehe Anfang der Woche ein Umdenken stattfand. Jetzt soll der Markt auf mehrere Straßen verteilt werden. Darüber ist Monika Uhl von „Pro Innenstadt“ heilfroh: „Schon in normalen Zeiten sind die verkaufsoffenen Sonntage super-wichtig, in der derzeitigen Lage noch viel mehr.“ Penzberger und Bewohner aus umliegenden Orten könnten sich „auf eine große Vielfalt freuen“, sagte Uhl.

Davon will auch Lipp wieder profitieren, der in Penzberg mit seinem Kaufhaus Rid vertreten ist: „Ich hoffe, dass es genauso gut läuft wie in Bad Tölz.“

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